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Die Premier League plant einen eigenen Streamingdienst. - © picture alliance
Die Premier League plant einen eigenen Streamingdienst. | © picture alliance

Fußball Englische Premier League plant eigenen Streamingdienst

Ab der Spielzeit 22/23 sollen alle Spiele kostenpflichtig abrufbar sein.

Katharina Böhmer
12.02.2020 | Stand 12.02.2020, 16:36 Uhr

London. Fußball-Streaming ist ein lukratives Geschäft. Der Kampf um die Übertragungsrechte wird immer wieder neu geführt. Die verschiedenen Anbieter übertragen unterschiedliche Ligen, Spiele und sogar Sportarten. Dass in diesem Sektor Potenzial steckt, hat auch die englische Premier League erkannt.

Ab 2022 sollen die Fußballspiele exklusiv gestreamt werden. Wie der Guardian berichtet, plant die Premier League dafür einen eigenen Streamingdienst. Dort sollen im Stil von Netflix alle Spiele gegen eine monatliche Zahlung abrufbar sein. Ziel der Plattform sei es, die Einnahmen direkt vom Zuschauer zu generieren, anstatt die Rechte an Drittanbieter zu verkaufen.

"Premflix" soll mit der Spielzeit 2022 an den Start gehen

In die Reihe von DAZN, Telekom Sport und Sky könnte sich ab der Spielzeit 2022 also auch der Streamingdienst der Premier League eingliedern - "Premflix", wie ihn britische Medien betiteln. Der Geschäftsführer der Premier League, Richard Masters, erklärte, es habe schon für die Spielzeiten zwischen 2019 und 2022 die Idee für einen eigenen Streamingdienst gegeben. "Wir waren das letzte Mal bereit und werden das nächste Mal bereit sein, sollte sich die Gelegenheit ergeben", sagte der Liga-Chef und zeigte sich zuversichtlich.

Was den Erfolg einer solchen Plattform betrifft, ist man in England noch skeptisch. Aktuell sind Sky Sports und BT Sports Marktführer in der englischen Sport-Berichterstattung. Für Masters sind es auch vielmehr die internationalen Märkte, die Gewinn versprechen. Denn die Premier League ist im weltweiten Vergleich die Liga mit der höchsten Reichweite. Sie wird in 188 Ländern der Welt live übertragen. TV-Übertragungsrechte bringen pro Saison Lizenzeinnahmen in Höhe von rund 3,1 Milliarden Euro. 1,4 Milliarden Euro werden im Ausland erwirtschaftet.

Rechte-Wirrwarr in Deutschland

Wer in Deutschland aktuell alle Spiele der Bundesliga live sehen möchte, braucht zwei Abos: Eins bei Sky und eins bei DAZN. Für die Rechte ab der Saison 2021/2022 könnte es noch mehr Anbieter geben. Mögliche Interessenten sind die bisherigen Rechteinhaber, der Pay-TV Sender Sky und der Streamingdienst Dazn. Dazu könnte Amazon, das vor Kurzem überraschend Teile der Champions-League-Rechte ab 21/22 erworben hat, in den Poker einsteigen. Auch die Telekom, die sich die Rechte für die Europameisterschaft in Deutschland 2024 gesichert hat, könnte mitbieten. Dazu kommen weitere Konzerne wie Netflix, Apple, Disney oder Google. DFL-Chef Cristian Seifert hatte in der Welt am Sonntag aber angekündigt, ein Abo-Chaos für die Fans vermeiden zu wollen.

Bis jetzt gibt es nur Pläne und eine Absichtserklärung des Liga-Chefs, aber noch kein konkretes Konzept zur Umsetzung des Premier League-Streamingdiensts. Vor dem Start müsste unter anderem die technischen und finanziellen Voraussetzungen geklärt werden.

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Guardian

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