Fünf Jahre Armine: Julian Börner freut sich in dieser Szene über seinen Treffer zum 2:1 in Kiel. - © Christian Weische
Fünf Jahre Armine: Julian Börner freut sich in dieser Szene über seinen Treffer zum 2:1 in Kiel. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Börners Abenteuer: Drei Jahre England

Arminias Kapitän der abgelaufenen Saison geht zu Sheffield Wednesday und erklärt, warum dafür gerade jetzt der perfekte Zeitpunkt für ihn und seine Familie ist.

Peter Burkamp
08.06.2019 | Stand 08.06.2019, 20:52 Uhr

Bielefeld. Julian Börner ist gespannt. Für ihn beginnt schon in Kürze ein ganz neues Kapitel: Am 1. Juli ist Trainingsauftakt bei Sheffield Wednesday. Arminias Kapitän der vergangenen Spielzeit hat beim englischen Zweitligaklub einen Dreijahresvertrag unterschrieben. Bis zur Abreise gibt es noch einige Dinge zu erledigen. Nächste Woche kommt der Umzugswagen. Die Börners – Julian, seine Frau Kristina und Töchterchen Emma – geben ihr Gepäck auf, aber längst nicht alles andere in der Bielefelder Heimat. Ihr Haus wird untervermietet, einen Teil werden sie weiter nutzen, wenn es mal auf Kurzurlaub nach Hause geht. Die Stadt am Teuto soll später Lebensmittelpunkt bleiben. So ist es geplant. „Wenn die Kleine in die Grundschule kommt, wollen wir wieder da sein", sagt Börner, der für sich eine Rückkehr zum DSC nicht abgehakt hat, auch wenn Trainer Uwe Neuhaus und Sport-Geschäftsführer Samir Arabi sehr verärgert darüber waren, dass der 28-Jährige sich trotz mündlicher Zusage umentschied. Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung „Ich habe es mir definitiv nicht leicht gemacht und kann den Ärger auch verstehen. Aber es war immer ein Kindheitstraum von mir, mal in England zu spielen", erklärt Börner. Vor zwei Jahren hatte er schon einmal ein konkretes Angebot aus England. Unter den Eindrücken der Geburt seiner Tochter und des spektakulär am letzten Spieltag in Dresden errungenen Klassenerhalts gab er Arminia den Vorrang. „Jetzt kam plötzlich diese auch wirtschaftlich interessante Offerte. Ich bin hingeflogen, habe mit den Verantwortlichen gesprochen, den Medizin-Check absolviert und unterschrieben", erzählt Börner. Auch für seine Frau passte das Arrangement. Sie wird aus der Ferne ihren Job in Teilzeit weiter ausfüllen und an ihrer Promotion arbeiten. „Es ist einfach der perfekte Zeitpunkt", so Börner. Aus der Mannschaft und von Freunden habe er ausnahmslos Zuspruch erhalten. Selbst DSC-Funktionäre hätten ihm zu dieser Chance gratuliert. Börner wird der erste Deutsche in der Geschichte von Sheffield Wednesday (1867 gegründet). Der Traditions-Klub war schon englischer Meister. „Ich habe richtig Bock und bin gespannt, wie ich auf das neue Umfeld reagiere", sagt er. Eine andere Sprache, bedeutend mehr Pflichtspiele und neue Teamgefährten erwarten ihn. „Ich werde mir neu ein Standing erarbeiten müssen", sagt Börner über die Herausforderung, die er gern annimmt.

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