Der Verkauf der Schüco-Arena zieht sich weiter hin.  - © Wolfgang Rudolf
Der Verkauf der Schüco-Arena zieht sich weiter hin.  | © Wolfgang Rudolf

Arminia Bielefeld Verkauf der Schüco-Arena nicht vor Ende September

Geschäftsführer Markus Rejek spricht zurzeit ungern öffentlich über den Stand der Verhandlungen in Sachen Schüco-Arena. Warum das so ist, hat er uns erläutert

Philipp Kreutzer

Bielefeld. Für die Fans von Arminia Bielefeld gibt es neben den Auftritten ihrer Mannschaft aktuell ein weiteres großes Thema: den Stadionverkauf. Gerade weil die Angelegenheit von richtungweisender Bedeutung für den DSC ist, hat Markus Rejek Verständnis für das öffentliche Interesse und für bohrende Fragen. Zugleich bittet Arminias Geschäftsführer selbst um Verständnis dafür, dass er zurzeit zum Wohl und Gelingen der Verhandlungen nicht allzu viele Informationen preisgeben möchte. „Wir sind in intensiven Gesprächen. Zu so einem Zeitpunkt ist höchste Sensibilität geboten", sagte Rejek am Dienstag, „deshalb kann ich die beteiligten Parteien und die Daten nicht nennen." Der Geschäftsführer möchte unter allen Umständen vermeiden, dass bei den Verhandlungspartnern, die Interesse an einem Kauf der Schüco-Arena zeigen, der Eindruck entstehen könnte, sie würden unter Druck gesetzt. Der Verkauf einer Sonderimmobilie wie der Schüco-Arena sei eine komplexe Angelegenheit, für die sich nur schwerlich ein zeitlicher Rahmen definieren lasse, sagte Rejek. Rückkaufoption ist ein Aspekt in den Verhandlungen So versuchen die Vertragspartner, sich über zahlreiche Inhalte wie Verkaufspreis, Miete, Absicherungen für den Käufer, Rechte und Pflichten zu einigen. Ebenso ist zu klären, was genau verkauft werden soll: neben Grund und Boden, Dach und Fach womöglich auch das Inventar. Ein weiterer Aspekt, der in den Verhandlungen eine große Rolle einnimmt, ist die in der Mitgliederversammlung im Januar beschlossene Rückkaufoption, die Arminia in einem Vertrag einbauen muss. Potenzielle Käufer führen sorgfältige wirtschaftliche Prüfungen durch, Gutachten mussten erstellt und ausgetauscht werden. Auch sind Lösungen dafür zu finden, wie das belastete Grundbuch für den potenziellen Käufer möglichst unbeschrieben übergeben werden kann. Rejek: Wichtigster Schuldner ist die Stadt „Wichtigster Schuldner nach dem Schuldenschnitt bleibt die Stadt", sagte Rejek: „Wir wollen der Stadt einen seriösen Vorschlag für die Tilgung der Restschuld unterbreiten. Dies ist jedoch erst dann möglich, wenn wir alle Parameter des Verkaufs verbindlich verhandelt haben." Die nächsten Sitzungen und Ausschüsse der Stadt sind im September terminiert, der Rat tagt am 27. September. Daraus lässt sich ableiten, dass ein Verkauf frühestens Ende September und nicht wie zuletzt vermutet noch im August erfolgen wird. Der Verkauf des Stadions ist für den Zweitligisten der entscheidende und finale Baustein des Sanierungskonzeptes. Für das „Bündnis Ostwestfalen", dem zehn regionale Unternehmen angehören, ist ein Schuldenschnitt an den Verkauf der Schüco-Arena geknüpft. Private wie institutionelle Gläubiger hatten angekündigt, im Rahmen des Sanierungskonzepts auf einen Teil ihrer Forderungen zu verzichten. "Gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen" Die Stadt Bielefeld hatte Mitte April dem DSC 1,9 Millionen Euro für eine weitere Saison gestundet und somit einen Beitrag geleistet, dass die Zweitligalizenz nicht in Gefahr gerät. Insgesamt steht Arminia bei der Stadt mit rund 2,8 Millionen in der Kreide. Die Stadtverwaltung äußerte die Erwartung, dass Arminia bis zur nächsten Sitzung im September einen Vorschlag für die Tilgung der Restschuld liefert. Eine Botschaft möchte Markus Rejek allen Arminen noch zukommen lassen: „Es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Das Thema ist komplex, und wir wollen das bestmögliche Ergebnis für Arminia erreichen. Deswegen dauert es ein bisschen länger. Gut Ding will Weile haben."

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