0
Wegen hygienischer Mängel hat die Bezirksregierung Köln die vorläufige Schließung der Eifelhöhen-Klinik Marmagen angeordnet. - © picture alliance
Wegen hygienischer Mängel hat die Bezirksregierung Köln die vorläufige Schließung der Eifelhöhen-Klinik Marmagen angeordnet. | © picture alliance

Marmagen Massive Hygiene-Mängel: Reha-Klinik muss schließen

Die Mängelliste ist lang. Laut der Gewerkschaft Verdi waren die Missstände schon eine Weile bekannt

01.11.2019 | Stand 01.11.2019, 16:33 Uhr

Köln/Nettersheim (lnw). Wegen hygienischer Mängel hat die Bezirksregierung Köln die vorläufige Schließung der Eifelhöhen-Klinik Marmagen angeordnet. Grund dafür seien massive Hygienemängel, die zur Weiterverbreitung von Krankheitserregern führen könnten, teilte die Bezirksregierung mit. Die Schließung habe unverzüglich zu erfolgen. 200 Patienten und 300 Mitarbeiter betroffen Betroffen sind nach Angaben des Kreises Euskirchen 200 Reha-Patienten. Der Krisenstab des Kreises Euskirchen legte fest, dass die Räumung der Klinik bis zum 8. November geräumt werden müsse. Die Heimreise von Patienten, bei denen das medizinisch möglich sei, werde durch die Klinik organisiert. Die anderen würden auf andere Reha-Einrichtungen verlegt. Laut einer Pressemitteilung der Gewerkschaft Verdi sind mit allen Pflegefachkräften, Therapeuten, Handwerkern, Verwaltungskräften und dem Servicepersonal rund 300 Mitarbeiter von der Schließung betroffen. „Der Klinikbetreiber hat durch mangelnde Investitionen das Wohl der Patienten und die Arbeitsplätze gefährdet, die Gewerbeaufsicht und das Gesundheitsamt des Kreises Euskirchen haben tatenlos dabei zugesehen", kommentierte der zuständige Gewerkschaftssekretär Arno Appelhoff. Es habe im Vorfeld zahlreiche Hinweise auf Missstände in der Klinik gegeben. So weise die Deutsche Rentenversicherung der Klinik schon seit einigen Monaten wegen fehlender Standards keine Patienten mehr zu, die Bewertungen von Patienten im Internet seien negativ und das Personal habe schon öfter wegen Personalmangels protestiert. Die Liste der Mängel ist lang Beanstandet wurden nach Angaben der Bezirksregierung verschmutzte Trinkwasserbehälter, ungenügende Schutzmaßnahmen gegen multiresistente Keime sowie falsche Lagerung und falscher Einsatz von Medizinprodukten wie Wundauflagen, Operations- oder Beatmungsprodukten. Mängel gab es den Angaben nach auch bei Desinfektions-Maßnahmen. Arzneimittel wurden nicht korrekt gelagert und Auffälligkeiten gab es auch beim Brandschutz. Bemängelt wurde auch die Patientenversorgung. Die Bezirksregierung Köln betonte, dass die Betriebsschließung in enger Abstimmung mit dem NRW-Gesundheitsministerium erfolge.

realisiert durch evolver group