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Der Lippe-See in Paderborn-Sande wurde auch auf seine Wasserqualität geprüft und für "ausgezeichnet" bewertet. - © Hans-Hermann Igges
Der Lippe-See in Paderborn-Sande wurde auch auf seine Wasserqualität geprüft und für "ausgezeichnet" bewertet. | © Hans-Hermann Igges

Ostwestfalen-Lippe Qualität der Badegewässer in OWL ist ausgezeichnet

EU-Studie: Wasserratten müssen keine Angst vor Keimen haben. Der jährliche Report der europäischen Prüfer bescheinigt Seen der Region Bestnoten

Thomas Klüter
26.05.2016 | Stand 26.05.2016, 16:00 Uhr

Bielefeld/Kopenhagen. Die Badeseen in Nordrhein-Westfalen haben eine hervorragende Wasserqualität. Das geht aus dem jüngsten Badegewässerreport der Europäischen Umweltagentur (EUA) hervor, der in Kopenhagen veröffentlicht worden ist. Zehn Badeseen und Naturfreibäder in Ostwestfalen-Lippe tauchen in der Studie auf. Allesamt wurden ihnen eine „ausgezeichnete Wasserqualität" bescheinigt. Allerdings wurden nicht alle Möglichkeiten bewertet, sich in der Region in natürlicher Umgebung abzukühlen. „In dem Report werden alle Badegewässer aufgeführt, die von den zuständigen Behörden als solche gemeldet und entsprechend der EG-Badegewässerrichtlinie überwacht wurden", erklärt Regine Szewzyk vom Umweltbundesamt. Nach dieser Richtlinie gelte als Badegewässer jeder „Abschnitt eines Oberflächengewässers, bei dem die zuständige Behörde mit einer großen Anzahl Badender rechnet und für den sie kein dauerhaftes Badeverbot erlassen hat." „Das heißt, es kann durchaus noch andere Badeseen geben, in denen nicht so viele Menschen baden und die daher nicht gemeldet und auch nicht beurteilt werden." Auch, wenn die gute Wasserqualität aus Sicht der Tourismus-Strategen der Region kein besonders wichtiges Marketing-Instrument ist: „Für die Lebensqualität der Menschen vor Ort" seien die Daten wichtig, meint Markus Backes von „Teutoburger Wald Tourismus". „Man liest ja gerne, dass der See, in dem man schwimmt, sauberes Wasser hat." Jedes Jahr veröffentlicht die EUA den Badegewässerreport. In Deutschland wurden dafür in der vergangenen Badesaison insgesamt 2.292 Flüsse und Seen untersucht. 97 Prozent davon hatten laut Bericht eine ausgezeichnete Wasserqualität, europaweit waren es immerhin noch gut 84 Prozent. Insgesamt analysierte die Agentur mehr als 21.000 Badestellen in den EU-Ländern sowie Albanien und der Schweiz. Dafür werden jährlich während der Saison mehrmals Proben aus Küsten- und Binnengewässern entnommen und die darin enthaltene Konzentration zweier Darmbakterien analysiert. Sie weisen auf Verunreinigungen durch Fäkalien hin. Hauptgrund für Verschmutzungen dieser Art seien Abwässer. Bei starkem Regen könne etwa Wasser aus landwirtschaftlichen Betrieben und von Nutzflächen in die Seen gespült werden. Auch wenn der Bericht Schwimmern in OWL keinen Anlass zur Sorge bietet: Die DLRG rät trotzdem zur Vorsicht. Im vergangenen Jahr seien in NRW 44 Menschen in Seen und Flüssen ertrunken.

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