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Die Steuererklärung für 2019 muss im Normalfall bis zum 31. Juli 2020 abgegeben werden. - © Pixabay
Die Steuererklärung für 2019 muss im Normalfall bis zum 31. Juli 2020 abgegeben werden. | © Pixabay

Einkommensteuererklärung So schnell arbeiten die Finanzämter in OWL

Neues Jahr, neue Steuererklärung. Abgabefrist ist der 31. Juli. Dann heißt es auf den Bescheid warten. Warum brauchen einige Ämter länger als andere und wann sollte man die Erklärung am besten abgeben?

Jemima Wittig
14.01.2020 , 08:30 Uhr
Lukas Brekenkamp

Paderborn. In NRW geht es am schnellsten - zumindest was die Bearbeitung der Einkommensteuererklärung in den Finanzämtern angeht. Das geht aus einer Datenerhebung des Online-Portals für Steuererklärungen Lohnsteuer-kompakt.de für das Jahr 2019 hervor. "Die Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen hat 2019 wohl sehr viel richtig gemacht", sagt Geschäftsführer Felix Bodeewes. "Zumindest was die Schnelligkeit der Finanzämter angeht." Der Bundesschnitt liegt bei 54,7 Tage, die NRW-Finanzämter brauchen 7,7 Tage weniger.

In OWL schneidet Bünde mit 39,2 Tagen am besten ab

Viele OWL-Finanzämter liegen laut Auswertung in ihrer Bearbeitungszeit deutlich unter dem Landesschnitt und sorgen somit auch für das starke Ergebnis. Am schnellsten war demnach Bünde mit 39,2 Tagen. Im NRW-Vergleich macht das Platz 17. Dicht dahinter folgt Höxter (Platz 19, 39,6 Tage) sowie Bielefeld-Außenstadt mit genau 40 Tagen Bearbeitungszeit (Platz 21). Auch Minden (43 Tage), Warburg (44,9) und Herford (45,4) liegen unter dem 47-Tage-Schnitt.

Das Paderborner Finanzamt braucht mit 60,3 Tagen am längsten

Das Finanzamt in Gütersloh kratzt mit 47,3 Tagen zumindest an der Marke. Zum Teil deutlich länger brauchen die Finanzämter in Lübbecke (49,2 Tage), Lemgo (53,6), Wiedenbrück (53,8) und Bielefeld Innenstadt (57,4). Am längsten braucht das Finanzamt in Paderborn. Dort liege die Bearbeitungszeit demnach bei 60,3 Tagen.

"In jedem Jahr ist die Situation in jedem Finanzamt anders. Zum Beispiel können auch mal mehrere Mitarbeiter in Elternzeit gehen oder sich krank melden", sagt Hans-Ulrich Liebern, Steuerexperte beim Bund der Steuerzahler in NRW. Liebern hält eine Bearbeitungszeit von sechs Wochen für realistisch, was knapp dem jetzt veröffentlichten NRW-Durchschnitt entspricht.

Ergänzend heißt es aus der Pressestelle der Oberfinanzdirektion NRW, dass einige Finanzämter mehr Unternehmen führten als andere, deren Bearbeitung dauere tendenziell länger. Zudem sei die Bearbeitungszeit auch vom Zeitpunkt des Eingangs abhängig. "So können sich Bearbeitungszeiten vorübergehend leicht verlängern, wenn der Erklärungseingang in Stoßzeiten, zum Beispiel vor Ablauf von Abgabefristen, deutlich ansteigt", so Pressesprecher David Wulfinghoff. "Ein Vergleich von Bearbeitungszeiten einzelner Finanzämter ist nicht wirklich aussagekräftig", heißt es weiter. Die Finanzämter in Nordrhein-Westfalen betreuen insgesamt rund 6,5 Millionen Einkommensteuerfälle.

"Von Nachwuchsproblemen in diversen Berufen hört man ja schon länger", sagt Georg Wagemann, Beratungsstellenleiter des Steuerrings in Paderborn, und weist damit auf die Personalausstattung im dortigen Finanzamt hin. Seit 2014 würde er das bereits bemerken. "Darunter leiden dann natürlich auch die Steuerzahler." Er werde oft von seinen Kunden gefragt, wann denn endlich eine Rückmeldung komme. Rund 500 Paderborner würden sich jährlich an ihn wenden.

Steuererklärung am Besten im Frühjahr einreichen

Die Zahlen des Online-Portals würden nur einen Ausschnitt zeigen, so der Bund der Steuerzahler in Berlin. Lohnsteuer-kompakt.de hat die Bearbeitungszeiten der Finanzämter anhand von etwa 400.000 Steuererklärungen errechnet, die über ihre eigene Seite erstellt wurden. Insgesamt wurden 518 Finanzämter berücksichtigt, wobei pro Finanzamt mindestens 50 Steuererklärungen eingereicht wurden.

Steuerexperte Liebern empfiehlt, die Steuererklärung ab März einzureichen und nicht auf den letzten Drücker - da könnten mehrere Arbeitnehmer ihre Erklärung abgeben und es seien Sommerferien, wodurch die Finanzämter schlechter besetzt seien. Regulärer Stichtag in diesem Jahr ist der 31. Juli. Wagemann rät, an alles zu denken, was man absetzen und wodurch man Steuern sparen kann - Handwerkerrechnungen zum Beispiel.

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