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Die Internetseite der Deutschen Börse in Frankfurt: Der Kurs der Gerry-Weber-Aktie ist seit dem 21. November kräftig gestiegen. - © Deutsche Börse
Die Internetseite der Deutschen Börse in Frankfurt: Der Kurs der Gerry-Weber-Aktie ist seit dem 21. November kräftig gestiegen. | © Deutsche Börse

Frankfurter Börse Gerry-Weber-Aktien liefern nur Geisterkurse

Die Aktien des insolventen Modekonzerns aus Halle sollen nach der Sanierung wieder an der Börse gehandelt werden. Das planen die Investoren. Aber so weit ist es noch nicht

Martin Krause
02.12.2019 | Stand 05.12.2019, 16:14 Uhr

Halle/Frankfurt. Die alten Aktien der Gerry Weber AG sind entwertet, die Börsennotierung  wurde am 12. November eingestellt. Die neuen Aktien sind komplett in den Händen der beiden Investmentfirmen Robus Capital und Whitebox. Und doch werden für die Aktien des noch immer im Insolvenzverfahren steckenden Modeunternehmens aus Halle täglich neue Kurse an der Frankfurter Börse gebildet. Wie kann das sein? Die Aktienkurse, die  auch diese Zeitung täglich abdruckt, sind nur Geisterkurse. Wie die Experten der als "Specialist" für Gerry Weber-Aktien fungierenden Münchener Baader Bank erklären, werden die Kurse für die neuen Aktien ("Gerry Weber 2" unter der neuen Wertpapier-Kenn-Nummer A255G3) täglich als Erstkurse gebildet. Umsätze werden damit allerdings nicht gemacht, es gibt keinerlei Handel. "Die neuen Aktien sind auch noch gar nicht zum Börsenhandel zugelassen", ergänzt ein Sprecher der Gerry Weber AG. Anleger würden gern Gerry-Weber-Aktien kaufen Aber: Es gibt offenbar eine Nachfrage,  Anleger würden gern Gerry Weber-Aktien kaufen, wenn sie könnten. Diese Nachfrage spiegelt sich in den Kursen, der theoretische Börsenpreis der Modeaktien ist daher seit dem 21. November stark gestiegen und hat sich auf gut 1,32 mehr als verdreifacht. Weil Robus und Whitebox bisher aber noch nicht verkaufen wollen, gibt es kein Angebot an Aktien. Die ursprünglich rund 48,9 Millionen Gerry-Weber-Aktien waren  im Rahmen des Insolvenzverfahrens bei einem Kapitalschnitt entwertet worden, lediglich 8.377 Aktien gingen daraus hervor. Im zweiten Schritt wurden mehr als eine Million neue Aktien ausgegeben, insgesamt wurde das Grundkapital wieder  auf 1,025 Millionen Euro heraufgesetzt. Derzeit laufen die Planungen, die Papiere wieder an die Börse zu bringen, so heißt es aus Halle. Wann es soweit ist, steht aber noch nicht fest. Großaktionäre haben ihre Stimmrechte verloren Für Irritationen könnten auch die Stimmrechtsmitteilungen sorgen, die das Unternehmen in den vergangenen Tagen für mehrere Großaktionäre herausgegeben hat - darunter für Unternehmensgründer Gerhard Weber (78) und die beiden Kinder des 2018 verstorbenen Co-Gründers Udo Hardieck. Hintergrund der Mitteilungen sei, dass die Großaktionäre durch die Ausbuchung der alten Aktien auch ihre Stimmrechte und damit die Meldeschwellen für große Aktienpakete (etwa für 3- oder 5-prozentige Anteile) unterschritten haben, so der Gerry-Weber-Sprecher.

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