Statt auf rauchende Zigaretten setzt Philip Morris künftig auf dampfenden Tabak. - © picture alliance/AP Photo
Statt auf rauchende Zigaretten setzt Philip Morris künftig auf dampfenden Tabak. | © picture alliance/AP Photo

Tabakindustrie Marlboro-Zigaretten werden Geschichte: Philip Morris verändert Geschäft

New York. Einer der größten Tabakkonzerne der Welt, Philip Morris International, will künftig keine Zigaretten mehr produzieren. Aus einer Pressemitteilung vom Donnerstag geht hervor, dass der Milliardenkonzern sich auf seine rauchfreien Produkte konzentrieren möchte. Der Konzern, der mit Zigaretten der Marken Marlboro, Benson & Hedges oder L&M einen Milliardenumsatz erzielt hat sich zu einer "dramatischen Entscheidung" entschlossen. "Wir möchten mehr sein als ein Zigarettenunternehmen", stellt Philip Morris fest. Rauchfreie Produkte seien für die Zukunft eine viel bessere Option als Zigaretten. "Wir verstehen die Millionen von Männern und Frauen, die Zigaretten rauchen. Sie möchten weniger schädliche, aber genauso zufriedenstellende Alternativen zum Rauchen", leitet der Konzern die Begründung für seine Entscheidung ein. Diese Optionen möchte das Unternehmen bereitstellen. Keine Marlboro-Zigaretten mehr? Wann der Schritt komplett weg von Zigaretten erfolgen wird? Beim Termin bleibt der Konzern vage und spricht von einer langristigen Erfolgsvision, die "eines Tages" verwirklicht werde. Gleichzeitig weist Philip Morris darauf hin, dass das Unternehmen eine Verpflichtung gegenüber Mitarbeitern und Aktionären habe. Bereits jetzt habe der Konzern bahnbrechende rauchfreie Produkte entwickelt und im Angebot. Millionen von Menschen, die mit dem Rauchen aufgehört haben, konsumieren sie den Angaben des Unternehmens zufolge bereits. Darauf will der Konzern seine Zukunft aufbauen. "Wir haben uns entschlossen etwas wirklich Großes zu tun." Tabakgenuss über Dampf Philip Morris setzt auf Produkte wie Iqos. Dabei handelt es sich um ein Gerät, das Tabak erhitzt und nicht verbrennt. Der Dampf, der dabei entsteht, soll weniger schädliche Stoffe enthalten als Zigarettenrauch. Verbraucher inhalieren nicht wie bei E-Zigaretten Dampf aus einer nikotinhaltigen Flüssigkeit sondern aus echtem Tabak. Das Unternehmen verkauft in Deutschland pro Monat 30 Millionen Heets-Sticks, die im Gerät verdampft werden. Bei ihnen sei die Menge an schädlichen Substanzen im Schnitt 90 Prozent geringer als bei einer Zigarette. Das Produkt richte sich an ehemalige Zigarettenraucher. Laut Weltgesundheitsorganisation sterben jedes Jahr mehr als sieben Millionen Menschen weltweit an den Folgen des Tabakkonsums. Philip Morris International möchte bis 2025 weltweit 40 Prozent seines Umsatzes mit risikoreduzierten Produkten erzielen. 40 Millionen Zigarettenraucher sollen von Alternativen überzeugt werden. Das Erreichen solcher Umsatzziele und weitere Faktoren wie regulatorische Bedingungen - Vorschriften für das Bewerben von Produkten wie Iqos - werden Einfluss darauf haben, wann Zigaretten konkret komplett aus dem Produktportfolio verschwinden.

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