Eindrucksvoll und passend zu it’s OWL: Blick in ein Hochregallager des Benteler-Konzerns. - © Benteler/Lars Behrendt & Christopher Raus
Eindrucksvoll und passend zu it’s OWL: Blick in ein Hochregallager des Benteler-Konzerns. | © Benteler/Lars Behrendt & Christopher Raus

Gütersloh OWL will Sieger der Digitalisierung sein

Spitzencluster: NRW fördert die zweite Runde mit einem zweistelligen Millionenbetrag. Tausende Arbeitsplätze sollen gesichert und neue Geschäftsmodelle entwickelt werden

Martin Krause

Gütersloh. Die Zeiten, als Ostwestfalen und Lippe ihr Licht ständig unter den Scheffel stellten, sind vorbei. Die Region OWL sieht sich heute als ein führender Standort für Hochtechnologie. Arbeitsplätze und Wohlstand hängen allerdings davon ab, dass dies so bleibt. Jürgen Gausemeier vom Paderborner Heinz-Nixdorf-Institut bringt den Ehrgeiz der Region auf den Punkt: „Wir wollen als ein Sieger aus der Digitalisierung hervorgehen", sagte er bei der Vorstellung der zweiten Runde für das Technologie-Netzwerk „it’s OWL". Das 2012 gegründete sogenannte Spitzencluster „Intelligente Technische Systeme OWL" hatte von Düsseldorf bis Peking für Furore gesorgt. 200 Firmen und Forschungseinrichtungen haben bis 2017 an 47 Forschungs- und Entwicklungsprojekten gearbeitet. Die Zahl der Arbeitsplätze in den Kernbranchen Maschinenbau, Elektrotechnik und Automotive wuchs in dieser Zeit um 7.500 auf rund 88.000. Öffentliche Förderung Die Landesregierung von NRW habe das Technologie-Netzwerk in OWL längst als „Vorbild für die Stärkung regionaler Innovationskraft" erkannt, sagt Gausemeier. Bei einer Arbeitslosigkeit von 5,3 Prozent herrsche in der Region inzwischen fast Vollbeschäftigung, betont die Detmolder Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl. Die Erfolgsgeschichte des Spitzenclusters „it’s OWL" wird daher vor allem mit Geld aus dem Landeshaushalt fortgesetzt. Wie Thomann-Stahl sagte, fördert NRW das Management des Spitzenclusters für fünf weitere Jahre mit 3 Millionen Euro, 50 Millionen Euro sollen für konkrete Projekte zur Verfügung gestellt werden. Zusätzlich werden Bundes- und EU-Mittel genutzt. Privates Engagement Insgesamt sollen bis zum Jahr 2022 Entwicklungsprojekte im finanziellen Umfang von bis zu 200 Millionen Euro realisiert werden – damit könnte die zweite Projekt-Runde ein fast doppelt so großes Volumen erreichen wie die erste. Mindestens die Hälfte des Geldes soll von den Projektteilnehmern aus der Industrie beigesteuert werden. Teilnehmer aus OWL 23 Industrieunternehmen, sechs Hochschulen und drei Forschungseinrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft gehören zum engeren Kreis. Dabei ist erneut das Who is who der heimischen Hightech-Industrie (siehe Info-Box). Geführt wird das Netzwerk von der it’s OWL Clustermanagement GmbH in Paderborn – Geschäftsführer sind Günter Korder, Roman Dumitrescu und Herbert Weber, der Chef der OWL GmbH. Die ersten Projekte Fünf Innovationsprojekte sind bereits abgesteckt und sollen noch im Herbst 2018 starten. Ein Thema ist, dass Maschinen und Anlagen während der Produktion aus ihren Erfahrungen „lernen" sollen. In einem anderen Projekt geht es um die Entwicklung und Nutzung digitaler Zwillinge – digitale „Nachbildungen" von Maschinen sollen dabei für Simulationen dienen. Zwei Projekte drehen sich darum, die Chancen digitaler Plattformen (im Internet) für kleinere Firmen nutzbar zu machen. Überhaupt sieht Clustermanager Günter Korder ein wichtiges Ziel darin, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, auf deren Grundlage dann neue Arbeitsplätze und Firmen entstehen können. 30 neue Konzepte sollen erarbeitet werden. Technologietransfer Auch kleine und mittelgroße Unternehmen sollen eingebunden werden. Der erfolgreiche Technologietransfer sei sogar ein Alleinstellungsmerkmal von it’s OWL, heißt es. Kleinere Firmen können gemeinsam mit einer Forschungseinrichtung an konkreten Problemen der Digitalisierung tüfteln. In der ersten Runde waren bereits 171 solcher Transferprojekte durchgeführt worden.

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