Zentral gelegen: Neben dem Gütersloher Theater erinnert der Wasserturm an die Anfänge der Wasserversorgung. - © Sarah Jonek
Zentral gelegen: Neben dem Gütersloher Theater erinnert der Wasserturm an die Anfänge der Wasserversorgung. | © Sarah Jonek

Wahrzeichen von OWL Der Wasserturm in Gütersloh: Jugendtreff in ungewöhnlicher Kulisse

60 Jahre lang versorgte das Bauwerk Menschen mit Trinkwasser

Sina Wollgramm
29.03.2016 | Stand 29.03.2016, 11:44 Uhr

Gütersloh. Ende des 19. Jahrhunderts ist in Gütersloh der Ruf nach einer zentralen Trinkwasserversorgung laut geworden. Bis dato wurden die rund 5.000 Einwohner durch private Brunnen mit Wasser versorgt. Da aber nur 216 der insgesamt 526 Brunnen unbedenkliches Trinkwasser lieferten, beschloss die Stadtverordnetenversammlung im August 1887 den Bau eines Wasserwerks. Weil das Gelände sehr flach war, wurde ein 42 Meter hoher Wasserturm errichtet, der im Oktober 1888 in Betrieb genommen wurde. Rund 60 Jahre konnten die Menschen in Gütersloh so mit Trinkwasser versorgt werden. Entworfen hat den Wasserturm an der Friedrichstraße in Gütersloh der Architekt Adolf Schlüpmann. Der Durchmesser beträgt 13,5 Meter. Der Tragring des Wasserbehälters befindet sich in einer Höhe von 28,6 Metern und fasst bis zu 310 Kubikmeter. Eine Besonderheit: die unterschiedlichen Stockwerkgestaltungen. So sind in der doppelgeschossigen Sockelzone abwechselnd Strebepfeiler und Ziegelwandfelder sichtbar. Darüber befinden sich drei weitere Geschosse, die durch Sandsteinprofile horizontal gegliedert sind und mit einem Blendarkaden-Kranz abschließen. Ablösung durch ein Pumpwerk Unter dem krönenden Zeltdach befinden sich noch drei Stockwerke mit Plattenverkleidungen. An die Erbauung erinnert ein Sandstein-Medaillon, auf dem das Gütersloher Stadtwappen und das Erbauungsdatum zu sehen ist. Der Wasserturm an der Friedrichstraße wurde erst Ende der 40er Jahre durch ein Pumpwerk im Stadtteil Spexard abgelöst. Ab 1950 wurde eine Rohrdruckleitung installiert, die eine Druckregulierung über den Wasserturm überflüssig machte – der Turm wurde zum Denkmal erklärt. 1999 wurde der Wasserturm durch eine Spende von Mark Wössner zu einem Jugendtreff umgebaut. Das von der Stadtstiftung getragene Internetcafé für Jugendliche befindet sich im unteren Stockwerk des Turmes. Klicken Sie sich auf der interaktiven Karte durch weitere Wahrzeichen der Region:

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