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Bitte lächeln: Egal ob Lama, Alpaka, Vikunja oder Guanako – sieht man eines dieser Tiere, wird es meistens als Lama erkannt. Das ist aber nicht immer richtig. Im Tierpark Herford lernt man die Unterschiede.  - © Sarah Jonek
Bitte lächeln: Egal ob Lama, Alpaka, Vikunja oder Guanako – sieht man eines dieser Tiere, wird es meistens als Lama erkannt. Das ist aber nicht immer richtig. Im Tierpark Herford lernt man die Unterschiede.  | © Sarah Jonek

Corona-Zwangspause ist beendet Tierpark Herford öffnet wieder

Im Tierpark Herford gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den Tieren ganz nah zu kommen. Lange hatte der Zoo darauf warten müssen, wieder zu öffnen. Nun können Eulen, Luchs und Co. wieder bestaunt werden.

Zoi Theofilopoulos
12.08.2020 | Stand 20.08.2020, 16:33 Uhr

Welche langen Hälse und wuscheligen Köpfe ragen denn dort hinten in die Höhe? Es sind die Alpakas! „Sie gehören hier zu meinen Lieblingstieren", schwärmt Tierparkchef Thorsten Dodt, den wir durch seinen Tierpark in Herford begleiten. Er ist besonders stolz darauf, dass alle vier Kamelarten der Neuen Welt im Herforder Tierpark vertreten sind. „Das gibt es nur ein weiteres Mal in Deutschland." Weitere Arten sind Vikunjas, Lamas und Guanakos. „Wir wollen auf die Unterschiede aufmerksam machen."

Kleiner Zoo am Herforder Stadtwald

Thorsten Dodt steckt all seine Liebe in den kleinen Zoo am Stadtwald in Herford. Von Montag bis Freitag, jeweils um 11 und 15 Uhr, stehen er und seine Tierparkmitarbeiter an täglich wechselnden Gehegen Rede und Antwort. Neben der Wissensvermittlung legt Thorsten Dodt besonders viel Wert auf eine stetige Weiterentwicklung des Tierparks: „Jedes Mal, wenn die Besucher kommen, sollen sie etwas Neues entdecken können", sagt Dodt. So werden zurzeit zum Beispiel viele neue Bäume gepflanzt und das ein oder andere Gehege erneuert.

So niedlich: Die Polarfuchs-Babys sind erst ein paar Wochen alt.  - © Sarah Jonek
So niedlich: Die Polarfuchs-Babys sind erst ein paar Wochen alt.  | © Sarah Jonek

„Nach der Schließung aufgrund der Corona-Pandemie strömen die Besucher seit der Wiederöffnung in Scharen zu uns" so der Tierparkleiter. Kein Wunder: Unter freiem Himmel, nah bei den Tieren, hält man es gerne aus. Dennoch: Die Besucherzahl des Vorjahres mit knapp 90.000 zu erreichen, wird für Thorsten Dodt und sein Team wohl eine große Herausforderung.

In dem Tierpark gibt es rund 600 Tiere aus etwa 70 verschiedene Tierarten. Dabei haben sich Thorsten Dodt und sein Team auf unsere heimischen Waldbewohner spezialisiert – also zum Beispiel Eulen, Mufflon und Sika-Wild. „Exotische Tiere aus weit entfernten Ländern passen hier einfach nicht hin. Was soll ich mit einem Zebra im Wald?", so Thorsten Dodt. Grundsätzlich ist sein Credo: „Wir wollen bodenständig bleiben und das, was wir machen, gut machen – eben ganz ostwestfälisch."

Die Regionalität findet sich auch im Café Waldfrieden wieder. „Wir kaufen unsere Zutaten ausschließlich lokal ein – das macht den Geschmack aus", so Dodt. Die Torten sind hausgemacht, es gibt den guten alten Filterkaffee und „bei uns gibt es noch Speisen für unter fünf Euro." Und das zahlt sich aus: Nicht nur Tierpark-Besucher, auch Leute aus der Nachbarschaft kommen etwa sonntags vorbei und holen sich Kuchen für die ganze Familie. Dabei kann sich das Café sehen lassen: Es wurde mit viel Holz einladend und offen gestaltet. Hier verweilt man gerne.

Streichelzoo mit Ziegen in Herford

Die Kinder lieben vor allem den Streichelzoo mit ihren Ziegen, „weil man die Tiere hier anfassen und füttern kann", so der Tierparkchef. „Damit die kleinen Ziegen ihre Sommerfigur halten, gibt es an gut besuchten Tagen auch schonmal Futterstop." Die Futtereimer gibt es an der Kasse. Die sind wiederauffüllbar und somit umweltschonend. „Für die Behälter nehmen wir ein Pfandgeld, so dass die Eimer nicht im Müll landen, aber auch als Andenken mitgenommen werden können", erklärt Thorsten Dodt. Fotos auf den Eimern zeigen, welche Tiere gefüttert werden dürfen: Alpaka, Esel, Kamerunschaf, Kaninchen, Guanakos, Mufflon, Sika-Wild und eben die beliebten Ziegen.

Zudem hängen an den jeweiligen Gehegen Hinweisschilder mit der Aufschrift „Futterstelle". Eine im Ziegengehege montierte Tafel musste allerdings wieder abgenommen werden, weil die Vierbeiner meinten, dass auch sie zum Speiseplan gehören.

Damit die Besucher auch das Sika-Wild und die Mufflons trotz des Zaunes füttern können, gibt es sogenannte Futterrutschen. „Und im Gehege der Stachelschweine haben wir eine Futterrampe gebaut, so dass man Auge in Auge mit den Nagetieren ist und ganz genau beobachten kann, wie sie zum Beispiel eine Möhre mampfen", so Dodt.

Aber ohne Exoten geht es auch nicht ganz: „Von unserem Luchspärchen im Themengebiet Europäische Waldtiere über unsere Kängurus bis hin zu den Kattas ist für jeden Besucher ein Lieblingstier dabei" sagt Thorsten Dodt. Und: „Wir haben Nachwuchs bekommen" erzählt er stolz. Im Juli kamen sechs kleine Polarfüchse auf die Welt. „Die Rasselbande macht sogar schon kleine Ausflüge im Gehege." Ob Thorsten Dodt alle Racker im Tierpark behält, ist noch unklar. Denn der Waldfrieden pflegt einen regen Austausch mit anderen Tierparks, nicht nur innerhalb Deutschlands. „Wir sind gut vernetzt" sagt Dodt.

Auch während Corona geht es im Tierpark Herford endlich weiter

Und dann sind da noch die Tiere, die man in der freien Natur nur ganz selten sieht, weil sie nachtaktiv sind und sich gut verstecken: Eulen. Die können Besucher am Eulenabend hautnah erleben. Zusammen mit seinen Falknerinnen lädt Thorsten Dodt zweimal im Jahr ein in die Welt der lautlosen Gleiter. Ein Highlight ist neben der Nähe zu den Tieren auch die kleine Nachtwanderung durch den Tierpark. Torsten Dodt: „Dabei lernen die Besucher unter anderem, dass der Uhu die größte und schwerste Eule ist und das Harry Potters Schneeeule Hedwig ein Männchen und kein Weibchen ist." Mindestens einmal im Monat dürfen sich die Besucher auf so eine Veranstaltung freuen. Außerdem im Programm: der Open-Air-Gottesdienst der Petrigemeinde, das Tierpark-Dinner und das Laternenfest.

Was dieses Jahr noch ansteht? „Wir wollen unseren großen Spielplatz auf Vordermann bringen und dem ein oder anderen Tier eine neue Heimat schenken", so der Tierparkchef. Welche Tiere das sind, will er noch nicht verraten.

Und dann ist da noch dieser Herzenswunsch: „Ich wünsche mir irgendwann ein Bauernhof auf dem Tierpark-Gelände – vielleicht mit einer Bauernstube, einem Ziegenstall und Heulager. Ich möchte Kindern zeigen, wie unsere Vorfahren damals mit der Natur lebten und sich versorgten", so Dodt. „Aber wie gesagt, dass ist erst einmal nur ein Wunsch."

Information
Öffnungszeiten:

15. Februar bis 15. November, täglich 10:00 bis 18:00 Uhr, Einlass bis 17:00 Uhr,

Eintrittspreise:

Erwachsene 6,50 Euro (ab 14 Jahre),

Kinder 3,00 Euro (bis 2 Jahre frei), Ermäßigt (mit Behindertenausweis) 3,00 Euro, Jahreskarte für Familien 80 Euro, Gruppentarif (ab 20 Personen)

Erwachsene 5,50 Euro, Kinder 2,50 Euro
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