Vor der historischen Entlausungsbaracke: Hans Wupper (v.l.), Oliver Nickel, André Kuper, Wolfgang Günther. - © Barbara Franke
Vor der historischen Entlausungsbaracke: Hans Wupper (v.l.), Oliver Nickel, André Kuper, Wolfgang Günther. | © Barbara Franke

Schloß Holte-Stukenbrock Hochschule OWL erstellt Studie zur Stalag-Gedenkstätte

Lothar Schmalen
18.09.2018 | Stand 18.09.2018, 06:48 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Die Errichtung einer Gedenkstätte von nationaler Bedeutung auf dem Gelände des ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenenlagers Stalag 326 kommt voran. Der Stalag-Lenkungskreis mit Landtagspräsident André Kuper (CDU) an der Spitze hat jetzt eine Studie in Auftrag gegeben, die sich mit der räumlichen Gestaltung einer solchen Gedenkstätte mit Ausstellungs- und Forschungsräumen befasst. Für die Studie konnten der Stadtplaner Oliver Hall und die Landschaftsarchitektin Kathrin Volk, beide von der Hochschule OWL, gewonnen werden. Unter ihrer Anleitung sollen 20 Masterstudenten bis Ende des Jahres verschiedene Varianten erarbeiten, die dann in einer zweiten Phase vom „UrbanLab", in dem die Hochschule OWL die Disziplinen Stadtplanung, Landschaftsarchitektur, Verkehrsplanung und Siedlungswasserwirtschaft gebündelt hat, überprüft und bewertet werden. Bis Mitte 2019 soll die Machbarkeitsstudie dann vorliegen. Das berichtete André Kuper nach der Sitzung des Lenkungsausschusses, die auf dem Stalag-Gelände in einem Seminargebäude der Polizeischule Stukenbrock stattfand. Parallel zu der räumlichen Machbarkeitsstudie sollen das Museumsamt des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe und der Förderverein Stalag 326 am inhaltlichen Konzept für den Ausbau der Gedenkstätte arbeiten. Geschäftsführer Oliver Nickel legte dem Lenkungskreis bereits ein zehnseitiges Papier mit Vorüberlegungen für ein solches Konzept vor. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) verfolgt die Aktivitäten, wie er gerade erst in einer Vorlage für die nächste Sitzung des LWL-Kulturausschusses am morgigen Mittwoch erklärte, „mit großer Sympathie". Gleichzeitig weist der LWL aber auch darauf hin, dass für die Akzeptanz einer größeren Gedenkstätte vor allem eine „Initiative von unten" erforderlich sei, die beispielsweise der Wewelsburg seit 2000 zur entscheidenden Breitenwirkung verholfen habe. Inhalt des Konzepts für eine große Gedenkstätte Stalag 326 soll auch sein, dass das Gelände unmittelbar nach dem Krieg als Internierungslager der Alliierten für deutsche NS-Aktive und Kriegsverbrecher und später als Unterkunft für Vertriebene und Flüchtlinge aus den Ostgebieten des ehemaligen Deutschen Reichs gedient hat. Auch in diesen Bereichen soll die die wissenschaftliche Aufarbeitung weiterverfolgt werden. Für ein wissenschaftliches Symposium über das Sozialwerk – so hieß das Auffanglager für Flüchtlinge, das von 1947 bis 1970 von kirchlichen und anderen Hilfsorganisationen betrieben wurde – gibt es bereits einen Termin: 5. und 6. Oktober. Auf Einladung des Landeskirchlichen Archivs der Evangelischen Kirche in Westfalen und des Fördervereins Stalag 326 werden auf dem Stukenbrocker Stalag-Gelände rund 50 Teilnehmer erwartet. Im August des kommenden Jahres soll dann der entscheidende Antrag auf Förderung der Gedenkstätte beim Bund gestellt werden, kündigte Kuper an.

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