Für die Kinder von heute sind multikulturelle Schul- und Kitaklassen eine Selbstverständlichkeit. Gleiches gilt für fast alle Fußballmannschaften. Egal, ob im Jugend- oder Seniorenbereich. Diese gelebte Vielfalt spiegelt sich auch stolz in der deutschen Nationalmannschaft wider. Es ist längst normal, dass Menschen mit unterschiedlicher Hautfarbe, Migrationshintergrund oder Religionszugehörigkeit gemeinsam erfolgreich sind.
Die deutsche Nationalmannschaft steht wie all diese Kitagruppen, Klassen und Sportmannschaften für ein modernes, offenes und diverses Deutschland. Dies zu betonen oder zum Gegenstand eines Kommentars zu machen, sollte und müsste eigentlich völlig unnötig sein. Ist es aber leider nicht.
Debatte um Vielfalt in der deutschen Elf ist rückwärtsgewandt
Der inzwischen gelöschte Tweet der Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt zur deutschen Nationalmannschaft war ein erheblicher Fehlgriff, den es einzuordnen gilt. Dieser öffentliche Fauxpas der Bundestagsvizepräsidentin hat dazu geführt, dass eine umstrittene Umfrage über die Akzeptanz unterschiedlicher Hautfarben im Nationalteam wieder ins Bewusstsein von Millionen Deutschen gerufen wurde. Das ist nicht nur unnötig, sondern auch schädlich.
Die Debatte um Vielfalt in der deutschen Nationalelf ist rückwärtsgewandt und destruktiv. Die grüne Bundestagsabgeordnete hat mit ihrem unbedachten Tweet in den sozialen Medien eine unnötige Diskussion entfacht, die die positive und euphorische Stimmung über den EM-Erfolg der deutschen Mannschaft im Keim erstickt.
Solche Kontroversen sind typisch deutsch
Solche Kontroversen sind typisch deutsch und stehen der gemeinsamen Freude im Weg. Besser wäre es gewesen, den sportlichen Triumph zu würdigen und die Vielfalt im Team als gegeben zu betrachten, ohne alte Gräben aufzureißen. Denn die Debatte lenkt von dem ab, was wirklich zählt: die fußballerische Leistung und den gemeinsamen Erfolg der Mannschaft zu feiern.
In einer Welt, die von negativen Nachrichten dominiert wird – seien es Kriege, politische Auseinandersetzungen, Waldbrände oder Überschwemmungen – sehnen sich die Menschen nach positiven Erlebnissen und Momenten des Zusammenhalts. Die Heim-EM bietet genau diesen Lichtblick, den so viele Menschen so dringend brauchen.
Dennoch ist es oft schwierig, Politik und Fußball voneinander zu trennen. Denn eine Frage müssen wir uns stellen. Wie attraktiv ist es für einen Fußballprofi der Nationalmannschaft, ein Land zu repräsentieren, dass sich immer wieder in sinnfreien Debatten über Vielfalt und Herkunft verliert.
Französischer Spieler Mbappé liegt genau richtig
Auch in Frankreich wird nach dem Erstarken des ultrarechten Rassemblement National darüber diskutiert. Der französische Nationalspieler Kylian Mbappé hat vor den anstehenden Neuwahlen in seinem Land klar Stellung bezogen. Auf einer Pressekonferenz in Paderborn betonte er, wie wichtig es sei, die richtige Wahl zu treffen. Er wolle kein Land repräsentieren, das nicht zu den Werten der Mannschaft passe.
Mit dieser Einstellung und Einordnung liegt der Torjäger genau richtig. Die Probleme der Fremdenfeindlichkeit und des Rechtsrucks in Europa müssen klar angesprochen und diskutiert werden. Doch stattdessen werden sinnlose Fragen nach der Herkunft von Nationalspielern aufgeworfen. Hören wir endlich damit auf und singen stattdessen beim nächsten Spiel gemeinsam und lautstark die Nationalhymne.