Der Bielefelder EU-Politiker Elmar Brok. - © picture alliance / Sven Simon
Der Bielefelder EU-Politiker Elmar Brok. | © picture alliance / Sven Simon

CDU lässt Bielefelder Politiker fallen Kommentar: Das hat Elmar Brok nicht verdient

Die Führung der NRW-CDU will den Bielefelder Europapolitiker Elmar Brok nicht mehr bei der Europawahl antreten lassen. Unser Autor hält den Abschied in dieser Form für unwürdig.

Lothar Schmalen
08.01.2019 | Stand 08.01.2019, 14:00 Uhr

Düsseldorf. Man mag ja darüber streiten, ob Elmar Brok sich mit 73 Jahren wirklich noch einmal eine Kandidatur für das Europa-Parlament antun muss und ob er nach 39 Jahren vielleicht doch einmal Platz machen sollte für Jüngere. Doch diesen unwürdigen Abschied hat einer der bekanntesten deutschen Europa-Politiker nicht verdient. Ihn einfach vom Hof zu jagen und durch einen völlig unbekannten Politiker vom Niederrhein zu ersetzen, ist einfach schofelig. Brok ist einer der wenigen Gesichter der Europa-Politik, die man kennt. Und seine Analysen zu europapolitischen Fragen sind immer noch so interessant und fundiert, dass nicht nur alle renommierten nationalen deutschen, sondern auch viele internationale Medien sich gerne mit Brok als Interview-Partner schmücken. Aber der personelle Paukenschlag im CDU-Landesvorstand wirft auch die Frage auf, ob Armin Laschet seiner Führungsrolle an der Spitze des größten CDU-Landesverbands noch gerecht wird. Schließlich ist Laschets Votum für Brok im Landesvorstand einfach übergangen worden, als wäre Laschet einer unter vielen. Spätestens seit der Kampfabstimmung zwischen Merz und Kramp-Karrenbauer um den CDU-Bundesvorsitz ist offensichtlich, wie zerstritten die nordrhein-westfälische CDU in Wirklichkeit ist. Und von der angeblich wichtigen Rolle Laschets in der Bundes-CDU ist zurzeit nicht mehr viel zu erkennen. Wenn es bei der vom Landesvorstand erarbeiteten Kandidatenliste für die Europa-Wahl bleibt, hat die ostwestfälisch-lippische CDU nicht nur keinen Minister im NRW-Landeskabinett, sondern auch keinen Vertreter mehr im Europa-Parlament. Die OWL-CDU sollte das nicht kampflos hinnehmen.

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