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Schwarz Zu besonders für Protz

Früher genügte eine Schultüte mit Lineal, Stiften und Süßigkeiten, heute gibt es zum Schulstart oft das ganz große Programm, das man sogar von auf den Schulbeginn spezialisierten Agenturen ausrichten lassen kann. Ist das nötig – oder sogar gut? Unsere Autoren sind sich nicht einig

Tina Gallach
24.08.2018 | Stand 23.08.2018, 16:43 Uhr
Tina Gallach. - © Jan Fredebeul
Tina Gallach. | © Jan Fredebeul

Alles wird immer mehr. Höher, schneller, weiter, größer. Und alles wird gefeiert. Statt Pinkelparty zur Geburt des Kindes, auf der sich der frisch gebackene Vater mit ein paar Kumpels mit einem Kasten Bier trifft und am nächsten Tag leicht angeschlagen zur Arbeit muss, werden neuerdings Baby-Shower-Partys gefeiert: Schon vor der Geburt des Kindes trifft sich die werdende Mutter mit ihren besten Freundinnen und wird mit Geschenken überhäuft. Und wenn das junge Leben schon in diesem Stadium so sehr gefeiert wird, genügt zum Schulstart natürlich auch keine schlichte Schultüte mit Lineal, Füller und ein paar Süßigkeiten. Nein, da muss eine Hüpfburg her. Und vielleicht noch ein Mietsupermann. Und es müssen natürlich alle Freunde bis hin zu weit entfernten Bekannten eingeladen werden, um die Einschulung zu feiern. Die Bude muss rappeln – damit das Kind möglichst den Bezug zu diesem eigentlich so besonderen Tag verliert. Es könnte ja sonst am nächsten Tag noch wissen, dass nun ein toller neuer Lebensabschnitt beginnt.

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