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Bielefeld Bielefelder Wissenschaftler im höchsten Gesundheitsgremium

Wolfgang Greiner wird vom Gesundheitsminister in den Sachverständigenrat berufen.

Martin Fröhlich
15.01.2019 | Stand 15.01.2019, 10:29 Uhr

Bielefeld. Der Bielefelder Gesundheitswissenschaftler Wolfgang Greiner (53) soll künftig über den Weg des gesamten deutschen Gesundheitswesens mitbestimmen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Greiner in den neuen Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen berufen. Der Sachverständigenrat ist das renommierteste Gremium wissenschaftlicher Politikberatung im Gesundheitswesen. Wolfgang Greiner hat seit 2005 den Lehrstuhl für „Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement" an der Universität Bielefeld inne. "Ich bin froh, dass ich meine Arbeit im Sachverständigenrat fortsetzen darf. Sie gestattet mir Einblick in Themen und Kontakt zu interessanten Menschen, was sonst so kaum möglich gewesen wäre", erklärte er gegenüber nw.de. Greiner verfasst regelmäßig richtungsweisende Gutachten über das deutsche Gesundheitssystem. Als wichtigstes Thema im Sachverständigenrat sieht er die Digitalisierung im Gesundheitswesen. "Wir müssen die elektronische Patientenakte, Apps und ähnliche Dinge in den Fokus nehmen", so Greiner. Dem Rat gehören insgesamt sieben Professorinnen und Professoren an, die die Bereiche Medizin, Wirtschaftswissenschaft und Pflegewissenschaft vertreten. Bundesgesundheitsminister Spahn beschreibt die Aufgabe des Gremiums so: „Vor uns liegen große Herausforderungen in der Gesundheitspolitik. Der Sachverständigenrat hat – wie etwa bei der Weiterentwicklung der Notfallversorgung – immer wieder wichtige Impulse für Regierung und Parlament gegeben." Die unterschiedlichen Perspektiven dieser renommierten Wissenschaftler seien wichtige Impulse. "Mir ist wichtig, dass dabei auch Themen wie Digitalisierung, Big Data und Künstliche Intelligenz noch stärker in den Blick genommen werden." Wichtige Impulse für die neue Notfallversorgung Die Aufgabe des Sachverständigenrats ist die Analyse der Entwicklung der gesundheitlichen Versorgung mit ihren medizinischen und wirtschaftlichen Auswirkungen. Der Rat soll im Hinblick auf die Versorgung von Patienten Prioritäten für den Abbau von Versorgungsdefiziten und bestehenden Überversorgungen entwickeln. In dem Rat sind in der neuen Zusammensetzung sowohl erfahrene Experten als auch neue Köpfe vertreten. Wolfgang Greiner ist eines von fünf Mitgliedern, die schon dem bisherigen Gremium angehörten. Neben ihm wurden die Ökonomin Beate Jochimsen (Hochschule für Wirtschaft und Recht, Berlin), der Mediziner Christof von Kalle (Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg), Allgemeinmediziner Ferdinand Gerlach (Universität Frankfurt), Pflegewissenschaftlerin Gabriele Meyer (Universität Halle), Gesundheitsökonom Jonas Schreyögg (Universität Hamburg) und Pharmakologin Petra Thürmann (Universität Witten-Herdecke) berufen. In seinem letzten Gutachten, das seit dem Sommer 2018 im Rahmen mehrerer Konferenzen mit der Fachöffentlichkeit diskutiert wurde, hat der Rat sich besonders zur bedarfsgerechten Steuerung im Gesundheitswesen geäußert. Neben einem Konzept zur Neuorganisation der Notfallversorgung in Deutschland betrifft dies etwa die Weiterentwicklung der Kliniklandschaft, die sektorenübergreifende Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern und Praxen sowie die koordinierte Versorgung von Patienten mit psychischen Erkrankungen und mit Rückenschmerzen.

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