Applaus für eine gelungene Großveranstaltung: Auf der Bühne in Holsen würdigte das neue Kreiskönigspaar (v. r.) Manuela und Paul Paschen aus Husen zusammen mit den Vorgänger-Regenten Henning Gurk und Denise Brosien die Anstrengungen der Organisatoren. - © Karl Finke
Applaus für eine gelungene Großveranstaltung: Auf der Bühne in Holsen würdigte das neue Kreiskönigspaar (v. r.) Manuela und Paul Paschen aus Husen zusammen mit den Vorgänger-Regenten Henning Gurk und Denise Brosien die Anstrengungen der Organisatoren. | © Karl Finke

Salzkotten/Lichtenau Das nächste Kreisschützenfest findet in Lichtenau-Husen statt

Kreisschützenfest: Das Altenaudorf organisiert 2019 im dritten Jahr in Folge Großveranstaltungen. Wie die Bewohner durchhalten, muss sich erst noch erweisen

Karl Finke

Salzkotten-Holsen/Lichtenau-Husen. Man möchte meinen, dass Andreas Steffens (48) die Feiern mittlerweile reichen würden. 2017 stemmte der Oberst mit dem Husener Schützenverein dessen 175-jähriges Bestehen. Schon seit Jahresbeginn 2018 ist „975 Jahre Husen" dreimal gewürdigt worden – ein weitere Highlight folgt in Kürze. Doch mit dem Königsschuss von Paul Paschen am Sonntagabend beim Kreisschützenfest starten die Husener ins dritte Party-Jahr in Folge. „Wir waren vorbereitet," sagte Oberst Steffen fern von Überraschungsmomenten, er räumte allerdings eine gewisse Nervosität vor der Entscheidung ein. Für den neuen Kreiskönig Paul Paschen (54), im Verein Hauptmann, war der Titel ein lang gehegtes Ziel. „Vor 20 Jahren durfte ich nicht", erinnerte sich der beruflich als Lkw-Fahrer (Bausion-Bauartikel/ Sennelager) beschäftigte leidenschaftliche Schütze an seine erste Husener Königswürde. Seinerzeit kam das Dorf als Ausrichter nicht in Frage, weil das Fest zuvor in einem Lichtenauer Nachbarort über die Bühne gegangen war. Nah am Festgeschehen Paschens Ehefrau Manuela ließ ihren Mann machen und verriet am Montag beim Schützenfrühstück ihre eigene Motivation für Schützenfeste: „Ich tanze gern." Dabei ist die Königin auch im Nebenjob für die Paderborner Festwirte Lütkemeier und Jöring oft ganz nah am Festgeschehen. Was die Regentin an der aktuellen Organisation für verbesserungswürdig hielt, mochte sie allerdings für sich behalten. Ihr Hauptberuf bei der Kartonagenfirma Laufer in Hövelhof ist im öffentlichen Sprachgebrauch fast unbekannt geworden: „Arbeiterin". Die beiden erwachsenen Söhne, 23 und 28 Jahre, marschierten übrigens im Husener Hofstaat mit. Im Altenaudorf kündeten am Sonntag gegen 19.30 Uhr die Kirchenglocken vom Glück beim Kreisschützenfest. Gegen 20.30 Uhr fuhr in Holsen ein Bus aus Husen vor. Drinnen saßen auch die Musiker vom Spielmannszug, die am Tisch des neuen Kreiskönigs zum Ständchen aufspielten. Bis kurz nach Mitternacht feierten auch rund hundert Husener den neuen Regenten aus ihren Reihen. Was für ein Ort ist das zukünftige Kreisschützenfestdorf an der Altenau? Auf der Suche nach einer Antwort kam Lichtenaus Bürgermeister Josef Hartmann beim Schützenfrühstück wie andere (ehemalige) Bewohner noch zu keiner schlüssigen Beschreibung. Die rund 1.100 Einwohner engagieren sich immerhin in etwa 15 Vereinen. Viele von ihnen werden am 23. September beim Herbstmarkt zum Dorfjubiläum beteiligt sein. Die Husener Schützen (315 Mitglieder) stellen dabei einmal mehr die Versorgung an den Theken sicher. Für Husen zuversichtlich Dabei sein wird dann wohl auch wieder Ortsvorsteher Hans-Bernd Janzen, der am Sonntagabend mitfeierte, am Montag aber einen geplanten Krankenhaustermin wahrnehmen musste. Ob er die Dorfbewohner für 2019 zu neuen Anstrengungen motivieren muss? „Das wird sich zeigen", so ein Ex-Husener beim Schützenfrühstück. Bürgermeister Hartmann hatte beim Kreisschützenfest 2013 im Lichtenauer Kernort als Mitorganisator eine Arbeitsgruppe geleitet und zeigte sich für Husen zuversichtlich: „Das Mitmachen wird Routine." Die Hauptakteure von 1960, als das dritte Kreisschützenfest in Husen stattfand, können den heute Verantwortlichen allerdings keinen Rat mehr geben. Sowohl der damalige Oberst Josef Werny als auch das seinerzeitige Kreiskönigspaar Johannes Huschen und Mathilde Tölle sind längst verstorben. Husens Oberst Steffen sprach am Montag von „60 bis 100 Aktiven beim Dorfjubiläum und appellierte schon mal: „Beim Kreisschützenfest brauchen wir mehr." Den Zusammenhalt könnte doch gut eine noch nicht vorhandene Husener Hymne fördern, oder? Steffen „Vielleicht überlegen wir uns die für das nächste Jahr."

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