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Salzkotten Freche Botschaften von Liese-Lotte Lübke

Auf dem Weg nach oben

Dietmar Gröbing
11.01.2016 | Stand 10.01.2016, 19:59 Uhr

Salzkotten-Scharmede . Das Jahr 2016 bringt etliche Neuerungen mit sich. Eines jedoch bleibt gleich: Der Mensch will unterhalten werden. Erste Gelegenheiten ergaben sich am Wochenende in Scharmede, wo das Esszimmertheater (TiEz) von Claudia Tietz und Stani seinen Betrieb aufnahm. Zwei Künstler an zwei Abenden gab es zu erleben, wobei Freitag und Samstag unterschiedlichen kabarettistischen Erscheinungsformen das Wort geredet wurde. Mal mit Instrument, mal mit Zauberutensilien ging das geladene Duo zu Werke. Da der für Sonntag geplante Auftritt René Sydows ausfiel, war es an einem gemischtgeschlechtlichen Gespann, ins gleißende Scheinwerferlicht zu treten. Da kann man schon mal den Durchblick verlieren. Was bei Christopher Köhler pure Absicht war. Zauberer lassen sich nämlich nicht gern in die Karten gucken. Auf die Hände auch nicht. Deshalb war am Samstag Ablenkung angesagt. Ablenkung in Form von Comedy, die Köhler geschickt zwischen seine magischen Einsprengsel mischte. Zwar wurden keine Jungfrauen zersägt oder zum Schweben gebracht. Dennoch wusste Köhler auch mit kleinen Tricks zu gefallen. Und die ergaben unter dem Strich eine "Super Spitzen Knaller Show." Mit Superlativen hielt sich Liese-Lotte Lübke am Freitag zurück. Zumindest konnte man das anhand ihres Programmtitels vermuten. "Kopf in den Sand" ließ vielmehr auf eine resignative Bestandsaufnahme der eigenen Existenz schließen. Was keineswegs zutraf, zog Lübke den Kopf doch rechtzeitig aus dem Erdreich und hielt ihre Nase in den Wind. Was es zu erspüren gab? Nichts weniger als das Leben. Weil das Dasein aber oftmals viel zu angepasst und konform verläuft, animierte Liese-Lotte Lübke ihre Zuhörer zum Ausbruch. "Schreien, Emotionen riskieren, ohne damit gleich die ganze Welt zu schockieren", lautete die Losung der 26-jährigen Hannoveranerin. Die verkündete ihre rotzfrechen Botschaften mit Hilfe eines Klaviers und der eigenen Stimme. Getrieben wurde Lübke von einem "Unverständnis den Menschen gegenüber", weshalb sie die humanen Hemmschwellen zu lockern versuchte. Das gelang bravourös, brachte die Niedersächsin ihr Publikum doch dazu, Wünsche gedanklich und schriftlich zu formulieren. "Positive Irritationen hervorrufen" wollte eine anwesende Person, was optimal zur Intention Liese-Lotte Lübkes passte. Die hängte einst ihren Job als Hundefriseurin zugunsten einer Bühnenkarriere an den Nagel. Mit Recht, denn Lübke ist spätestens seit ihrem zweiten abendfüllenden Programm mehr als ein Geheimtipp. Und den sollte man sich nicht entgehen lassen. Die nächste Gelegenheit ist im Frühling. Am Sonntag, 22. Mai, gastiert Liese-Lotte Lübke ab 11 Uhr im Borchener Mallinckrodthof.

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