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Der Bedarf ist vorhanden: Ein Drogeriemarkt fehlt in Elsen seit sieben Jahren. - © picture alliance / Keystone
Der Bedarf ist vorhanden: Ein Drogeriemarkt fehlt in Elsen seit sieben Jahren. | © picture alliance / Keystone

Paderborn Gespräche für neuen Drogeriemarkt im Paderborner Ortsteil Elsen

Die Bürger wollen einen Fachmarkt

Holger Kosbab
08.11.2019 | Stand 08.11.2019, 13:30 Uhr

Paderborn-Elsen. Die Zeit des Frusts in Elsen könnte bald vorbei sein. Nach sieben Jahren ohne Drogeriemarkt haben die Menschen in Paderborns zweitgrößtem Stadtteil wieder Hoffnung, dass diese Lücke geschlossen wird. Wie Thomas Jürgenschellert von der Stadt Paderborn vor vielen dicht gedrängten Bürgern dem Bezirksausschuss Elsen sagte, hätten Eigentümer Interesse, auf ihrem Grundstück im zentralen Versorgungsbereich eine Drogerie bauen zu lassen. Die Stadt vermittele nun zu DM, Rossmann und Projektentwicklern. "Die Gespräche laufen", sagte Jürgenschellert. Nur zum konkreten Standort könne er nichts sagen. Bei einer Bürgerinformation vor sieben Wochen dominierten noch lange Gesichter. Aus Sicht der Bürger schien sich abzuzeichnen, dass sich auch in den nächsten Jahren nichts tue: Weil die Stadt eine Drogerie im zentralen Versorgungsbereich im Ortskern möchte, die Elsener hingegen eher in Randlagen – unter anderem weil der Verkehr im Zentrum mit der Von-Ketteler-Straße schon heute grenzwertig sei. Die Elsener plädierten für eine Drogerie etwa in der Nähe von Aldi und Lidl an der Wewerstraße. Im Nachgang der Versammlung wurde dann das Interesse der Eigentümer an einer Projektentwicklung in Elsen bekannt. "Städtebaulich macht das keinen Sinn" "Es gibt in Elsen eindeutig Potenzial für einen Drogeriemarkt", sagte Marc Föhrer vom Planungsbüro Stadt + Handel, der vor dem Hintergrund des geltenden Einzelhandels- und Zentrenkonzepts ein Gutachten zu dem Thema vorstellte. Er unterstrich die Bedeutung von Drogeriemärkten als Standortfaktor für ein Zentrum. Sie sorgten für eine hohe Kundenfrequenz und Warenvielfalt. In Nahversorgungszentren etwa mit einem Lebensmittelmarkt seien Drogerien gut zu integrieren. An der Grundstrategie zur Ansiedlung von Drogeriemärkten in Paderborn wird sich jedoch nichts ändern. Die Stadtverwaltung wolle auch weiterhin starke Zentren mit einem zentralen Versorgungsbereich sowie Nahversorgungszentren in Randlagen. Eine klare Absage erteilte Föhrer den Vorschlägen, Drogeriemärkte an der Wewerstraße oder Paderborner Straße zu errichten. "Städtebaulich macht das keinen Sinn." Diese lägen in großer Distanz zum zentralen Versorgungsbereich, für die es keine positiven Impulse gebe. Zudem werde sich dadurch die Chance auf eine zweite Drogerie im Zentrum verbaut. Diesbezüglich hatte CDU-Ratsfrau Petra Eichstaedt schon im April beantragt, dass die Stadt Paderborn im Elsener Zentrum Möglichkeiten für eine zusätzliche Gewerbeansiedlung prüfe - einschließlich Wewerstraße und Paderborner Straße. "Ganz klar: Der Bedarf ist da. Der Wunsch der Betreiber ist da, hierhin zu kommen", sagte Eichstaedt. Aber das Einzelhandels- und Zentrenkonzept setze Grenzen. Deshalb hoffe sie auf positive Ergebnisse der Gespräche über eine Ansiedlung im Elsener Zentrum. In zwei Jahren soll eine Neuordnung möglich sein "Eigentlich ist es uns egal, wohin ein Drogeriemarkt kommt", sagte Wolfgang Winter (FDP). Kreativität sei gefragt und wie dies mit wenig Kompromissen möglich wird. Diskussion über den richtigen Standort gab es auch in der SPD, wie Ringo Grenz sagte. Verkehr würde dabei in jedem Fall zur Drogerie führen, egal wo es diese gebe. Deutlich wurde aber auch: Es ist grundsätzlich möglich, den zentralen Versorgungsbereich auf angrenzende Flächen auszudehnen. Angepackt werden könne das Paderborner Einzelhandels- und Zentrenkonzept nach geltender Absprache der Ratsfraktionen aber erst nach der Kommunalwahl im nächsten Jahr, sagte Jürgenschellert. Von Rossmann sei ihm aber gesagt worden, dass es kein Interesse am Standort Paderborner Straße gebe, da es "dann gefühlt nicht mehr in Elsen" sei. Für den Fall, dass die aktuellen Initiativen zur Drogerieansiedlung nichts ergeben, stellte Lothar Beer (Grüne) den Antrag, dass der zentrale Versorgungsbereich in Elsen in zwei Jahren erweitert werde. Der Bezirksausschuss gab die einstimmige Empfehlung an den Planungsausschuss, der am Donnerstag noch zustimmen musste.

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