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Nachdenklicher Blick: Tatjana Pinto verletzte sich im Halbfinale über 200 Meter und zittert nun um ihren Staffel-Einsatz. - © picture alliance
Nachdenklicher Blick: Tatjana Pinto verletzte sich im Halbfinale über 200 Meter und zittert nun um ihren Staffel-Einsatz. | © picture alliance

Paderborn Paderborner Sprinterin Pinto bangt um WM-Staffel-Einsatz

Die 27-Jährige hat über 200 Meter Verletzungspech. Und so steht ihr Einsatz über 4 x 100 Meter auf der Kippe

Frank Beineke
02.10.2019 | Stand 02.10.2019, 18:20 Uhr

Doha/Paderborn. Für Tatjana Pinto laufen die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha wahrlich nicht nach Plan. Über 100 Meter fehlte der Sprinterin vom LC Paderborn im Halbfinale die nötige Lockerheit. Der Endlauf wurde klar verpasst. Über 200 Meter lag die ersehnte Finalqualifikation in Reichweite, doch ein Krampf machte alle Hoffnungen zunichte. Diese Verletzung gefährdet nun auch das mögliche Happy End. So ist Pintos Start in der 4-x-100-Meter-Staffel, in der das deutsche Quartett gute Medaillenchancen hat, akut gefährdet. Zumindest am Mittwoch waren die Folgen des besagten Krampfes noch deutlich spürbar. Ob es für den Vorlauf am Freitag (19.40 Uhr deutscher Zeit) und das Finale am Samstag (21.05 Uhr) reicht, ist ungewiss. Es wäre eine herbe Enttäuschung, denn als Weltjahresbeste sind die deutschen Sprintfrauen eigentlich bereit für den ganz großen Wurf. Mit 41,67 Sekunden hatten Lisa-Marie Kwayie, Yasmin Kwadwo, Tatjana Pinto und Gina Lückenkemper am 1. September beim ISTAF in Berlin ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. „Sollten wir das in Doha hinkriegen, dann kann das Ganze wirklich großartig werden", hatte Lückenkemper nach dem Rennen gesagt. Zum Vergleich: Bei der WM 2017 in London hatten die USA in 41,82 Sekunden Gold geholt. Nach der Kurve folgt der Krampf Doch ohne Pinto würden die deutschen Chancen wohl beträchtlich sinken. „Das wäre ein herber Verlust, denn Tatjanas Kurvenzeiten sind absolute Weltklasse", urteilt ihr langjähriger Trainer Thomas Prange vom LC Paderborn. Dies hatte die 27-Jährige auch im Halbfinale über 200 Meter bewiesen. Ausgangs der Kurve lag Pinto in ihrem glänzend besetzten Rennen sogar in Führung. „Dann hat die Wade gekrampft. Wenn die dichtmacht, geht nichts mehr", berichtet die Paderbornerin. Und so zogen noch sechs Konkurrentinnen an ihr vorbei. Am Ende standen schlappe 23,11 Sekunden zu Buche. „Ansonsten wäre es wohl eine neue Bestzeit geworden. Und die hätte vermutlich fürs Finale gereicht", mutmaßt Prange. Die besagte Bestzeit von 22,63 Sekunden hatte Pinto im Vorlauf aufgestellt – und das mit angezogener Handbremse. Für die Endlauf-Qualifikation wäre eine Zeit unter 22,60 Sekunden vonnöten gewesen. Bei Pintos derzeitiger Form wäre dies eigentlich eine reine Formsache gewesen. Doch der Körper spielte nicht mit. Bleibt die Hoffnung, dass Pinto doch noch rechtzeitig wieder fit wird. Die deutsche Staffel hätte dann gute Karten, um die USA, Jamaika und Großbritannien anzugreifen. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio und der WM 2017 in London waren Pinto, Lückenkemper und Co. hinter diesen drei Nationen jeweils auf Rang vier gelandet. Nun soll die Medaille her. „Wir haben alle Bock. Das wird auch gut werden", sagt Gina Lückenkemper. Ob es auch ohne Tatjana Pinto klappen kann, ist allerdings fraglich.

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