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CB-Funker auf Libori unterwegs: Wilfried Schwabe (v. l.), Ludwig Wischer, Manuel Hark,Stefanie Wandt, und Xaver Lühnen zeigen, wie man mit Funkgerät oder App den Libori-Kanal findet. - © Foto: Andreas Zobe/NW
CB-Funker auf Libori unterwegs: Wilfried Schwabe (v. l.), Ludwig Wischer, Manuel Hark,Stefanie Wandt, und Xaver Lühnen zeigen, wie man mit Funkgerät oder App den Libori-Kanal findet. | © Foto: Andreas Zobe/NW

Paderborn Libori-Funk-Projekt: Auf Kanal 39 trifft sich die Fan-Gemeinde

Libori-Funk-Projekt: Auf Kanal 39 trifft sich rund um die Uhr eine ganz spezielle Fan-Gemeinde. Eine gelungene Libori-Premiere

Hans-Hermann Igges
03.08.2019 | Stand 04.08.2019, 17:33 Uhr

Paderborn. Libori bringt Menschen zusammen. Die Binsenwahrheit wird gerade einmal wieder auf beeindruckende Weise wahr. Denn: Selbst Trucker auf der Autobahn, Busfahrer auf Touri-Tour oder Nachteulen, die nicht in den Schlaf finden, versammeln sich derzeit auf einem speziellen CB-Funk-Kanal. Und zwar unter dem Zeichen des Pfaus. Der funktioniert praktischerweise nicht nur per Funkgerät, sondern sogar mit einer Smartphone-Appp. Was die Reichweite erheblich vergrößert. "Nicht nur Teilnehmer aus ganz Deutschland von Kiel im Norden bis Garmisch-Partenkirchen im Süden, sondern sogar aus Südamerika und Thailand haben wir dabei", erzählt Xaver Lühnen. Der Paderborner Dozent und CB-Funk-Enthusiast kam vor einem Jahr auf die Idee, zum Liborifest mindestens im Hochstift Paderborn ein Funknetz auf die Beine zu stellen, um Liborigrüße und andere Plaudereien auszutauschen. Mit inzwischen rund 20 Gleichgesinnten verwirklichte er den Plan. Zentraler Punkt im Netz wurde ein Funkverteiler auf dem mit über 500 Meter höchsten Berg im Hochstift, dem Köterberg bei Höxter. Direkt dorthin sendete man zum Libori-Auftakt live aus Paderborn den Libori-Tusch, von dort ging der Tusch in den Äther, hier und da verstärkt und immer wieder weitergereicht. Mittendrin im Libori-Getümmel Inzwischen sind Xaver Lühnen und seine Mitstreiter im ständigen Wechsel in der Paderborner Innenstadt unterwegs - immer mittendrin im Libori-Getümmel. Von verschieden Orten aus setzen sie Funksprüche ab, schildern Eindrücke vom Fest, unterhalten sich mit der weltweiten Gemeinde. "Darunter sind natürlich etliche ehemalige Paderborner, aber in der Mehrzahl sind es tatsächlich Fremde", erzählt Lühnen. Immer wieder schön sei es auch, wenn Libori-Besucher selbst aktiv werden und Grüße absetzen. Xaver Lühnen: "Speziell Kinder bekommen auf ihre Ansagen auch immer eine Antwort von irgendwem, der gerade zuhört. Das ist richtig toll." Die treuesten Mithörer seien unter Lkw-Fahrern zu finden. Auch viele Busfahrer erkundigten sich auf Kanal 39 nach Libori und danach, was es in Paderborn so zu sehen gebe. Man kann sich also gut vorstellen, wie ein Livebericht vom Rummelplatz so ein ödes Autobahngeschaukel aufzupeppen vermag. Xaver Lühnen: "Interessant wird es auch immer, wenn ,Oma Resi' aus Bayern anruft. Sie ist inzwischen jeden Tag dabei." ,Oma Resi' - der Name ist vermutlich ein Funker-Pseudonym, sei eine ältere Frau im Rollstuhl, die gerne aus ihrem Leben plaudere. Per Funkgerät oder per App Insgesamt mit von der Funk-Partie seien täglich mehrere hundert Menschen, manchmal wohl auch bis zu tausend, sagt Xaver Lühnen, jeweils ungefähr die Hälfte per richtigem Funkgerät oder per Smartphone App "CB-Talk", wo den Paderbornern für diese Woche unter dem Namen "Libori Funk Projekt" ein eigener Kanal eingerichtet wurde. Bis zum Wochenende wollen die Funker noch aktiv sein und kräftig Libori-Sprüche einsammeln. Am Sonntag dann wollen sie das "Programm" langsam 'runterfahren. "Dann sind zum Glück erst einmal Ferien angesagt, das Ganze war doch für alle auch anstrengend", sagt Xaver Lühnen. Gleichzeitig sei man "sehr zufrieden" mit dem Erreichten und habe durchaus eine Neuauflage zu Libori 2020 im Sinn. Ein Nachtreffen habe man auch schon ins Auge gefasst. Klar sei jetzt schon, dass viele Erfahrungen gesammelt werden konnten, die die CB-Funk-Szene in Zukunft bereichern könnten. So denke man schon über die Einrichtung weiterer Sonderkanäle innerhalb der App nach, bei denen es dann um spezielle Themen gehen könne.

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