Idyllisch: Sowohl die Paderborner-Land-Route als auch die Römer-Lippe-Route führen am Lippesee entlang. - © Paderborner-Land-Route
Idyllisch: Sowohl die Paderborner-Land-Route als auch die Römer-Lippe-Route führen am Lippesee entlang. | © Paderborner-Land-Route

Kreis Paderborn So wirbt der Kreis Paderborn um Fahrrad-Touristen

Freizeit: Fans und Fachleute tummeln sich am Sonntag beim Radfahrtag in Schloß Neuhaus. Bundesweit wird besonders eine Strecke entlang der Perlen des Paderborner Landes vermarktet

Jens Reddeker
10.05.2019 | Stand 10.05.2019, 17:10 Uhr

Kreis Paderborn. Rund 400 Millionen Euro haben Touristen 2018 im Kreis Paderborn ausgegeben - so manche von ihnen haben Rad-Angebote zwischen Emsquellen und Aabachtalsperre genutzt. Radel-Aushängeschild im Kreis ist die Paderborner-Land-Route. Der Fahrradtourismus ist ein bedeutender Faktor für die Touristikzentrale Paderborner Land - spätestens seitdem E-Bikes immer beliebter werden. Und das Paderborner Land setzt Duftmarken in der Fahrradwelt. Am Sonntag, 12. Mai, steigt von 11 bis 18 Uhr zum 18. Mal der Paderborner Fahrradtag. Im Neuhäuser Schloßpark werden rund 5.000 Besucher erwartet. "Der Fahrradtag hat mittlerweile eine bundesweite Bedeutung", sagt Herbert Hoffmann, Geschäftsführer der Touristikzentrale. An Bedeutung bei Touristen aus Nah und Fern will auch das Paderborner Land weiter gewinnen. Hoffmanns Team vermarktet für Zweirad-Fans vor allem einen großen Schatz: die Paderborner-Land-Route. Sie beginnt und endet in Hövelhof und führt über 252 Kilometer durch alle zehn Kreis-Kommunen. "Radtouristen sind heute sehr reiseerfahren, die Ansprüche sind hoch", weiß Hoffmann aus Rückmeldungen von Besuchern. "Wir können unsere Angebote nur über Qualität vermitteln." Durch die Touristikzentrale werden im Kreis fünf regionale und zehn lokale Routen vermarktet, dazu kommen acht überregionale Touren wie der Emsradweg. Gefragt sind in jedem Fall attraktive Routenführungen, eine klare Beschilderung, aktuelles Kartenmaterial und ordentliche Übernachtungsmöglichkeiten am Wegesrand. Gut fürs Paderborner Land, dass die Vorzeigeroute seit 2014 die höchsten deutschen Fahrradweihen trägt. Damals wurde die Paderborner-Land-Route offiziell als Qualitätsradweg des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) zertifiziert, derzeit laufen die Arbeiten an der zweiten Re-Zertifizierung. "Wir fahren alle Wege ab, überprüfen die Beläge, die Beschilderungen und arbeiten mit den Kommunen zusammen", sagt Hoffmann über den aufwendigen und teuren Ablauf. Auch externe Prüfer weisen in Mängelberichten auf Schäden hin, die behoben werden müssen. Schließlich ist die Route die einzige in ganz OWL, die vom ADFC als Qualitätsroute zertifiziert ist - und das soll auch so bleiben. Neuer Trend: Sternrouten Eine Entwicklung der Gästezahlen oder eine Aufstellung, von wo die Touristen kommen, gibt es nicht, da nur ein Teil der Besucher die Pauschale über die Touristikzentrale bucht. Sechs Übernachtungen mit Frühstück und Gepäcktransfer kosten dort pro Person ab 339 Euro. Viele nehmen die Strecke lieber auf eigene Faust unter die Räder. "Radfahrer sind eben sehr individuell", sagt Hoffmann, der die touristischen Angebote wie Rad- und Wanderwege im Kreis auch als Standortfaktor im Werben um Fachkräfte sieht. Investitionen in Tourismus seien darüber hinaus Wirtschaftsförderung und Signale an die heimische Bevölkerung. Die Paderborner-Land-Route wird in der weiten Welt mit einer eigenen Webseite bekannt gemacht, daheim durch Prospektmaterial, das kreisweit ausliegt - und ganz gezielt auf Messen, bei denen die Touristikzentrale für die Region wirbt. "Dort erfahren wir genau, was die Menschen wollen", sagt Hoffmann. "Derzeit werden Sternrouten vermehrt nachgefragt. Gäste wohnen dann beispielsweise in Delbrück und unternehmen auf flacher Strecke Touren zum Steinhorster Becken oder nach Paderborn." Doch die Zeiten des reinen Flachland-Radfahrens sind mittlerweile für die Zielgruppe 50-Plus passé. "Auch wir Touristiker müssen neue Touren anbieten, denn wer heute ein E-Bike besitzt, den jucken lange Strecken und unterwegs ein paar Hügel nicht", sagt Hoffmann.

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