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Beste Werbung in den USA: Mathias Schmidt, als Firefighter OWL bekannt, hat den Boston-Marathon geschafft. Allerdings erlaubte die Polizei ihm nicht seinen komplette Feuerwehrmontur mit Sauerstoffflasche zu tragen. - © Privat
Beste Werbung in den USA: Mathias Schmidt, als Firefighter OWL bekannt, hat den Boston-Marathon geschafft. Allerdings erlaubte die Polizei ihm nicht seinen komplette Feuerwehrmontur mit Sauerstoffflasche zu tragen. | © Privat

Paderborn/Marienmünster Der Firefighter OWL sorgt auch ohne Montur für Aufsehen beim Boston-Marathon

Ausdauer: Mathias Schmidt, Botschafter des Paderborner Osterlaufs, hat beim Boston-Marathon seinen Feuerwehr-Anzug nicht tragen dürfen, aber trotzdem viel für die Duchenne-Stiftung geworben

Uwe Müller
16.04.2019 | Stand 16.04.2019, 16:27 Uhr

Paderborn/Marienmünster. Am Montagabend Mitteleuropäischer Zeit quälte sich Mathias Schmidt bei strömendem Regen über die hügelige Straßen von Boston. Der als Firefighter bekannte Ausdauerathlet absolvierte dort seinen ersten Marathon – allerdings machte ihm die Bostoner Polizei einen Strich durch die Rechnung. Sie verbot aus Sicherheitsgründen das Tragen der Feuerwehruniform und der Pressluftflasche. Am Karsamstag, wenn der Startschuss zum 73. Paderborner Osterlauf fällt, dann ist der Bredenborner (Kreis Höxter) aber in voller Montur am Start. Schließlich ist er einer der bekanntesten der über 30 Laufbotschafter des ältesten deutschen Straßenlaufs. Die Enttäuschung saß tief bei Schmidt, der seit sechs Jahren als laufender Feuerwehrmann in Sachen Charity unterwegs ist. Der 33-jährige wollte das hohe Ansehen der Feuerwehrmänner in den USA nutzen, um auch international auf die immer noch recht unbekannte Muskelkrankheit Duchenne aufmerksam zu machen und Spendengelder zu sammeln. Doch ohne seine Uniform, mit der er schon diverse Ausdauerläufe, unter anderem auch den Hermannslauf, in Angriff nahm, war ihm viel Aufmerksamkeit verloren gegangen. „Das Okay vom Marathon-Komitee hatte ich, aber die Polizei in Boston steht noch darüber und war rigoros. Sie gab mir ein klares Nein", so Schmidt, dem auch die Unterstützung des Fire Departments aus Boston nichts half. „Die haben noch versucht zu intervenieren und erklärt warum ich das mache, es brachte aber nichts", so der Bredenborner. Seit dem Anschlag 2013 sind die Sicherheitsvorkehrungen beim Boston-Marathon extrem hoch. Ungewohnter Rythmus und Helfersyndrom verhindern erhoffte Zielzeit Aber dennoch ist Schmidt mit der Aktion und seinem ersten Marathon zufrieden: Mit der Zeit von 4:29 Stunden und auch mit seinem bedruckten Laufshirt. Damit konnte er auch Werbung für die gute Sache machen. „Wenn man sich immer mit Kleidung und der schweren Luftflasche auf den Lauf vorbereitet und dann ohne starten muss, ist es schwierig eine höhere Pace anzuschlagen", erklärt er den Laufrhythmus. Insgeheim wäre er gerne unter vier Stunden gelaufen, aber zum einen war das Wetter (viel Regen und Sonne im Wechsel) nicht das beste und zum anderen kam ihm sein Helfersyndrom etwas dazwischen. „Unterwegs habe ich zwei Damen geholfen, die Krämpfe hatten." Er habe auch sehr, sehr viele neue Freunde kennengelernt, vor allem vom Fire Department Hull. „Die fanden meine Aktion total geil. Dreimal hatten sie mich eingeladen. Ich bin sogar vier Stunden mitgefahren. Die Feuerwehren sind dort ganz anders angesehen und auch aufgestellt, die haben zum Beispiel einen Sportraum, davon träumt bei uns so manches Fitnessstudio", war Mathias Schmidt ganz angetan von den Kollegen. Nach wie vor sammelt er unermüdlich Geld für die Aktion „Benni und Co." der deutschen Duchenne-Stiftung. 50.000 Euro hat er in knapp sechs Jahren schon erreicht, sein Ziel ist es, die 100.000 Euro zu knacken.

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