Drei Schüler der Paderborner Pauline-Schule sind Opfer von sexuellem Missbrauch geworden. - © Marc Schröder
Drei Schüler der Paderborner Pauline-Schule sind Opfer von sexuellem Missbrauch geworden. | © Marc Schröder

Paderborn/Höxter Missbrauchsfall in Paderborn: Opfer stammen aus dem Kreis Höxter

Die Polizei bestätigt Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern

Janet König
29.03.2019 | Stand 30.03.2019, 09:47 Uhr
Viktoria Bartsch

Mareike Gröneweg

Paderborn/ Höxter. Nachdem am Donnerstagabend bekannt wurde, dass drei Kinder einer Paderborner Schule sexuell missbraucht wurden, teilten nun die Paderborner Staatsanwaltschaft und die Bielefelder Polizei mit, dass die minderjährigen Opfer aus dem Kreis Höxter stammen. Der jugendliche Beschuldigte befindet sich in Untersuchungshaft. Wo genau die Missbrauchsfälle stattgefunden haben, wurde in der Pressemitteilung nicht bekannt gegeben. Nach NW-Informationen soll die Pauline-Schule jedoch nicht der Tatort der sexuellen Missbrauchsfälle sein. Das bestätigte der Bielefelder Polizeisprecher auf Nachfrage. Die Missbrauchstaten in Paderborn seien im Zuge der Ermittlungen Lügde bekannt geworden. Zu den Hintergründen wollten sich die Ermittler nicht äußern. Ob es sich bei dem minderjährigen Beschuldigten in Paderborn um denselben Minderjährigen handelt, gegen den auch im Missbrauchsfall Lügde ermittelt wird, ist unklar. Sowohl die Polizei Bielefeld als auch die zuständige Staatsanwaltschaft in Paderborn wollten dies zum Schutz der Persönlichkeit des Beschuldigten am Freitag weder bestätigen noch dementieren. Betroffene Familien erhalten Hilfe Die Polizei Bielefeld führe laut Mitteilung umfangreiche Opferschutzmaßnahmen durch. Weitere Details zu den Opfern, Taten und Umständen der Festnahme wollen sowohl Staatsanwaltschaft als auch Polizei unter anderem aus Opferschutzgründen nicht nennen. Thorsten Fechtner, stellvertretender Pressesprecher des LWL, bestätigte die Ermittlungen an der Pauline-Schule. Die polizeilichen Untersuchungen führten, so Fechtner, zu Unruhe bei den Eltern, woraufhin diese von der Schulleitung über die Missbrauchsfälle informiert wurden. Der LWL ist Träger verschiedener Förderschulen, darunter ist auch die Pauline-Schule mit dem Förderschwerpunkt Sehen. Die Schulleiterin Susanne Bockau betonte, dass die betroffenen Familien nicht allein gelassen werden: „Wir nehmen als Schule den Schutz unserer Schülerinnen und Schüler, deren Privatsphäre und die Sorgen der Eltern sehr ernst und bieten Hilfe an." Für die Eltern stehen die Opferschutzbeauftragten der Polizei bereit sowie die schulpsychologische Beratungsstelle und Traumaambulanzen des LWL. Polizei half bei der Brief-Formulierung In dem Brief an die Eltern und Betreuer schreibt Bockau: „Wir sind sehr bestürzt über diese Informationen. Da wir als Schule nicht kontrollieren können, was die betroffenen Schüler ihren Mitschülern von Zeugenbefragungen durch die Polizei erzählen und was sie über die sozialen Medien weiterverbreiten, kann es sein, dass Ihr Kind zu Hause etwas davon erzählt." Mit dem Schreiben wolle die Schulleiterin die Situation so transparent wie möglich darstellen. An der Formulierung des Elternbriefes war auch die Polizei beteiligt. Der überwiegende Teil der Schüler der Pauline-Schule „hat neben einer Sehschädigung noch weitere Behinderungen wie Geistige Behinderung und Körperbehinderung in jeweils unterschiedlicher Ausprägung", schreibt der LWL auf der Internetseite.

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