"There is no PLANet B" war das Motto der Schüler-Proteste. - © Kristoffer Fillies
"There is no PLANet B" war das Motto der Schüler-Proteste. | © Kristoffer Fillies

Paderborn Bunt und laut: 500 Schüler demonstrieren in Paderborn für den Klimaschutz

Rund 500 Schülerinnen und Schüler haben sich in der Innenstadt versammelt und setzen sich lautstark für den Klimaschutz ein

Lena Henning
08.02.2019 | Stand 08.02.2019, 16:53 Uhr |

Paderborn. Seit mehreren Wochen streiken unter dem Motto "Fridays for Future" immer wieder Schüler freitags, um für den Klimaschutz zu protestieren. Jetzt hat die Protestwelle auch Paderborn erreicht. Mehr als 500 Schülerinnen und Schüler haben sich am Freitagmittag zu einer Kundgebung auf dem Marktplatz vor dem Dom versammelt. Im Anschluss zogen sie durch die Innenstadt, um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen. Und das mit Nachdruck: Als die ersten jungen Demonstranten wieder den Marktplatz erreichen, ist das Ende des Demozuges noch am Kamp unterwegs. "Hopp, hopp, hopp - Kohlestopp" schallt es durch die Straßen. Und: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns're Zukunft klaut!" Viele der Schüler haben Trillerpfeifen und bunte Plakate mitgebracht. Die Sprüche darauf sind kreativ und frech, mit klaren Botschaften: "Fehlstunden verkraftet man, den Klimawandel eher nicht so", "Umweltschutz statt Kohleschmutz" oder auch "Aufs Klima setzen statt durchs Abi hetzen." Auf einem weiteren Plakat steht: "Die Umwelt ist aussichtsloser als unser Mathe-Abi." "Politiker reden viel, aber machen zu wenig" Emily und Büsra sind mitten drin im Demozug und protestieren lautstark. "Wir wollen den Politikern zeigen: Macht was!", sagt Emily und Büsra ergänzt: "Die reden viel, aber machen zu wenig." Emma vom Gymnasium Schloß Neuhaus erzählt: "Meine Mitschüler wollten nicht mit. Dann komme ich halt alleine, weil mir das wichtig ist." Ihren Bruder Tamme konnte sie überzeugen mitzukommen. Für eine Gruppe Schüler der Gesamtschule Salzkotten ist es die erste Demonstration ihres Lebens. Die Sprüche auf ihren Plakaten haben sie sich ausgedacht, die Pappschilder im Kunstunterricht gebastelt. Organisiert hat die Demonstration ein Team aus sechs Schülern von unterschiedlichen Schulen aus Paderborn. Über eine Whatsapp-Gruppe der überregionalen "Fridays for Future"-Bewegung sind sie in Kontakt gekommen und haben angefangen, eine eigene Aktion für Paderborn auf die Beine zu stellen. Vor der Demonstration hatte es ein Diskussionen darum gegeben, ob Schüler für solche Protestaktionen den Unterricht verpassen sollten. In diesem Fall war das insofern unerheblich, da der Unterricht wegen der Zeugnisvergabe sowieso mittags endete. Dennoch hatte der CDU-Landtagsabgeordnete Daniel Sieveke gefordert, das "in Mode gekommene Schulschwänzen" dürfe nicht schön geredet werden. Jeder könne in seiner Freizeit demonstrieren. Das hat die Organisatoren der Demo sehr geärgert. "Herr Sieveke, wir laufen keiner Mode nach", sagt Laetitia, die zu Beginn der Kundgebung vor den versammelten Demonstranten spricht. "Wir versuchen zu retten, was zerstört wird. Wir stehen für wichtige Ziele ein." Die Schüler wollten nicht tatenlos zugucken, wie die Klimakrise und ihre Zukunft verantwortungslos gegen Wirtschaftsinteressen abgewogen würden. "Klimaschutz ist nicht verhandelbar", sagt Laetitia. Meret Brockmann von Greenpeace erinnert an die Schwedin Greta Thunberg, die mit ihrem Schulstreik die "Fridays for Future"-Proteste in Bewegung gesetzt hatte: "Alles beginnt als Tropfen auf den heißen Stein." Dadurch, dass die Paderborner Schüler zivilen Ungehorsam zeigen, werde die Aktion große Wirkung entfalten. Mehr als 500 Schüler waren nach Schätzung der Polizei dabei. Mit 250 hatten die Veranstalter gerechnet. Katharina vom Orga-Team ist zufrieden: "Wahnsinn, dass so viele da waren. Es war eine richtig gute Stimmung." Weitere Aktionen werden auf jeden Fall folgen, kündigt sie an. Eine gute Sache, finden auch die Eheleute Konik, die die Demonstration auf dem Marktplatz im Vorbeigehen beobachten: "Dass die jungen Leute für den Klimaschutz auf die Straße gehen, sollte uns alle zum Nachdenken anregen."

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