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Nach dem chinesischen Kalender hat das Jahr des Schweins begonnen, das wird auch in Paderborn gefeiert. - © (Symbolbild) Pixabay
Nach dem chinesischen Kalender hat das Jahr des Schweins begonnen, das wird auch in Paderborn gefeiert. | © (Symbolbild) Pixabay

Paderborn Chinesen in Paderborn begrüßen das Jahr des Schweins mit roter Kleidung

Warum in China die Jahre nach Tieren benannt werden und warum die Katze dabei keinen Platz erhalten hat, das erzählt Lin Qiu vom Paderborner Konfuzius-Institut

Lieselotte Hasselhoff
06.02.2019 | Stand 06.02.2019, 21:16 Uhr

Paderborn. Das Schwein: Manche glauben, es bringe Glück, andere bekommen es gerne auf ihrem Teller als Steak serviert, für wieder andere steht das Tier für Unreinheit und schlechtes Benehmen. Nach dem chinesischen Kalender hat gerade das Jahr des Schweins begonnen. Glück, Reichtum und Zufriedenheit verspreche die chinesische Astrologie für dieses Jahr, erzählt Lin Qiu, Mitglied im Konfuzius-Institut. Kein Wunder also, dass die einen oder anderen darauf hoffen, ihre Kinder in einem Jahr des Schweins zur Welt zu bringen. Insgesamt zwölf Tiere geben nach chinesischer Auffassung jedem Jahr eine eigene Bedeutung. Alle zwölf Jahre kehrt jedes Tier wieder. Ein Märchen weiß Qiu zu erzählen, das die Herkunft dieser Tierzeichen erklären soll. "Natürlich gibt es unterschiedliche Fassungen", sagt sie. Doch jedes Kind in China kenne mindestens eine Version: Als Buddha die Welt verlassen wollte, um ins Nirwana einzugehen, rief er noch einmal alle Tiere zu sich. Zuerst erschien die Ratte - durch einen Trick: Weil das kurzbeinige Tier unbedingt zuerst da sein wollte, ritt es auf dem Rücken des Büffels mit. Bei der Ankunft sprang die Ratte ab und reihte sich vor dem Büffel ein. Die Katze wurde ausgetrickst Nach dem Büffel folgen Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und schließlich das Schwein. Zum Dank für ihr Erscheinen schenkte Buddha jedem Tier- in der Reihenfolge ihrer Ankunft - ein Jahr mit dessen Charaktereigenschaften. Das Märchen erklärt übrigens auch, warum die Katze nicht unter den zwölf Tieren ist: Sie wurde von der Ratte ausgetrickst und hat das Fest mit Buddha verpasst. Denjenigen, die im Zeichen des Schweins geboren wurden, sei trotz aller Glückssymbolik zur Vorsicht geraten: "Man sagt, dass das Schicksal eines Menschen besonders mit dem Jahr verbunden ist, in dem er geboren wurde." Das Tragen roter Wäsche helfe dem Brauch zufolge dabei, böse Geister abzuschrecken. "Auch rote Armbänder oder Gürtel erfüllen diesen Zweck", ergänzt Qiu. Überhaupt spiele die rote Farbe eine wichtige Rolle in der chinesischen Kultur. "Sie symbolisiert Glück." Zum Neujahrsfest würden deshalb in China Fenster und Türen mit roten Scherenschnitten und Spruchbändern geschmückt. "Die Kinder bekommen am Neujahrsabend ein sogenanntes ,Hongbao', ein Geldgeschenk im roten Umschlag, das traditionell erst am nächsten Morgen geöffnet werden darf." Die Betonung liegt auf "traditionell", denn tatsächlich würden heutzutage viele Regeln aufgelockert: "Auch Erwachsene bekommen ein Hongbao." Inzwischen sei es sogar üblich, sich gegenseitig kleine Geldbeträge über "MeChat" - das chinesische Äquivalent zu WhatsApp - zuzusenden. "Darüber werden auch jede Menge Segenswünsche ausgetauscht." Feuerwerk soll die bösen Geister vertreiben "15 Tage dauern die Feierlichkeiten an", berichtet Qiu. Beginn sei immer am Abend vor dem zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende. "Da kommt die ganze Familie zu einem großen Festessen zusammen." Auch der Götter und Ahnen werde an diesem Abend gedacht. Gaben werden vor ihren Bildnissen im Haus aufgestellt. "Das kann eine Schüssel Reis sein, gutes Fleisch und auch ein Glas Wein oder Schnaps." Ein Feuerwerk vertreibt in der Nacht die bösen Geister. "Da wird ordentlich geknallt", sagt Qiu. "Je weiter draußen auf dem Land man ist, desto mehr." In den großen Städten allerdings seien Feuerwerkskörper unter anderem wegen der Luftverschmutzung oft verboten.

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