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Markus Mierau, Petitent der Online-Petition für eine besere Ampelschaltung - © Holger Kosbab
Markus Mierau, Petitent der Online-Petition für eine besere Ampelschaltung | © Holger Kosbab

Paderborn Bessere Ampelschaltung für Paderborn gefordert

Markus Mierau fordert mit einer Petition sinnvolle Schaltungen für die Ampeln

Holger Kosbab
30.11.2018 | Stand 30.11.2018, 14:07 Uhr

Paderborn. Wenn Markus Mierau abends von der Arbeit nach Hause fährt, dann regt er sich regelmäßig über verschiedene Ampelschaltungen auf. Er fragt sich, warum beispielsweise auf dem George-Marshall-Ring an der Kreuzung am Dörenpark die Ampel zunächst Grün zeigen, dann auf Rot springen und erst dann wieder Grün werden, wenn man direkt davor steht. Obwohl außer ihm weit und breit niemand in der Nähe ist und auf der kreuzenden Straße keiner kommt. Aus diesem Grund forderte er in einer Internet-Petition: „Sinnvolle Ampelschaltung für Paderborn". Drei Monate lang sammelte der 25-jährige Mierau im Internet-Portal „Open Petition" Unterschriften von Mitstreitern. Seit Kurzem ist die Abstimmung vorüber. Das Ergebnis ist allerdings äußerst bescheiden. Lediglich 47 Personen unterstützen sein Anliegen. Er hatte mit zwei möglichen Szenarien gerechnet: Entweder finde sein Anliegen sehr, sehr viele Unterzeichner oder aber sehr, sehr wenige. Offenbar habe sich seine Petition im Internet nicht weit verbreitet, meint er. Ihn stört vor allem die Umweltbelastung Dabei geht es dem bei Claas in Paderborn beschäftigten Landmaschinentechniker Mierau weniger um ein schnelles Vorankommen. Ihn stört vor allem die Umweltbelastung beim Abbremsen vor den Ampeln. Dies erfordere einen „unnötigen Kraftstoffverbrauch". Mierau selbst fahre aufgrund der Umweltfreundlichkeit ein Auto mit Gas-Antrieb. Die aus seiner Sicht überflüssigen Rot-Schaltungen beobachtet er nicht nur auf dem George-Marshall-Ring. Genauso sei es auf dem Ludwigsfelder Ring an der Kreuzung Driburger Straße oder am Heinz-Nixdorf-Ring. An anderen Kreuzungen werde für alle Richtungen Rot angezeigt. „Erst nachdem man einige Zeit vor der Ampel steht, schaltet sie auf Grün", sagt er. Dies ließe sich „durch einfache Umprogrammierung lösen". Ampelschaltung ist eine Katastrophe Die Unterzeichner seiner Internet-Petition bestätigen seinen Eindruck. „Mittelfristig sollte über eine intelligente Lösung nachgedacht werden, die die Verkehrslage automatisiert erkennt", schreibt beispielsweise Michael Driller. Daniel Sandtuens findet „die Ampelschaltung in Paderborn eine Katastrophe". Mehrere Personen sind von der Schaltung „genervt". Und selbstverständlich taucht auch die Bezeichnung „Ampelborn" auf, die Paderborn nicht umsonst habe. Margit Hoischen, Leiterin des Paderborner Straßen- und Brückenbauamts und die für die Ampelschaltungen zuständige Verkehrsplanerin Andrea Willebrand haben immer wieder mit Kritik zu tun. Verbesserungsvorschlägen gegenüber sind sie offen. „Wir verweigern uns da in keinster Weise", sagt Hoischen. Zu Mieraus Anregungen sagen sie, dass ab spät abends aus Gründen der Verkehrssicherheit alle Ampeln für alle Richtungen Rot zeigen und erst im Bedarfsfall auf Grün schalten. „Unbegründet" ist für Hoischen auch die im Paderborner Volksmund verbreitete Bezeichnung „Ampelborn". Es sei vor allem nicht so, dass Kreisverkehre die bessere Alternative seien. Ampeln hätten einen höheren Durchfluss, sagt Hoischen. Zudem sei ein Kreisverkehr für Fußgänger und Radfahrer weniger sicher. Markus Mierau wird im Auto zwar weiterhin auf kraftstoffsparendes Fahren achten. Sein öffentliches Anliegen verfolgt er aber erst einmal nicht weiter. Vielleicht wende er sich aber in der Zukunft mal direkt an die zuständigen Mitarbeiter der Stadt Paderborn.

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