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2+0-Verkehrsführung: Bei dieser Version gibt es in jeder Richtung nur eine Fahrbahn. - © Marc Köppelmann
2+0-Verkehrsführung: Bei dieser Version gibt es in jeder Richtung nur eine Fahrbahn. | © Marc Köppelmann

Paderborn Autobahn 33: Ab 2019 zwei weitere Baustellen

Die Fertigstellung der Bauarbeiten auf der A33 zwischen Paderborn Zentrum und Borchen ist im März 2019 geplant. Doch damit ist das Projekt noch nicht beendet

Lena Leite
18.10.2018 | Stand 18.10.2018, 13:04 Uhr

Paderborn. Kilometerlang zuckeln die Autofahrer auf der A 33 bei Paderborn einspurig daher und das in beiden Richtungen. Nun ist das Ende dieser Bauphase in Sicht. Doch erleichtert aufatmen dürfen die Autofahrer nicht, denn 2019 wandert die einspurige Zone nur ein paar Kilometer weiter. Für Rettungskräfte ist das ein spezielles Problem. Bleibt in der Baustelle ein Fahrzeug liegen, sorgt das sofort für Stau. Ein Ausweichen ist unmöglich. Bei einem Unfall bräuchten Rettungskräfte zudem lange, bis sie die Unfallstelle erreichen. Wie lange dauert dieser Zustand noch an? Täglich fahren rund 32.000 Autos durch die Baustelle zwischen Paderborn Zentrum und Borchen. Seit dem Frühjahr 2017 wird im Auftrag von Straßen NRW dort gearbeitet. Es werden drei Talbrücken instandgesetzt und die alte Fahrbahndecke auf einer Strecke von sechseinhalb Kilometern erneuert. Außerdem bringt Straßen NRW zwei Lärmschutzwände, Schutzplanken und ein neues Geländer an. Warum die Verkehrsführung problematisch ist Durch die „2+0-Verkehrsführung", bei der auf nur einer Fahrbahnseite insgesamt nur zwei Fahrstreifen für beide Richtungen zur Verfügung stehen, komme es zu Stoßzeiten zu einem höheren Verkehrsaufkommen, wie Markus Miglietti, Sprecher von Straßen NRW, beschreibt. Es habe bis jetzt jedoch nach seinem Kenntnisstand „keine größeren Probleme oder Unfälle an der Baustelle gegeben". Trotzdem ist es für die Einsatzkräfte bei einem Unfall schwer, den Unglücksort zu erreichen. Dies zeigte ein Auffahrunfall im März 2017, bei dem in der Baustelle zwei Lastwagen und ein Sprinter-Transporter kollidierten. Da es keine Nothaltebuchten auf dem Streckenabschnitt gibt und es aufgrund der Einspurigkeit nahezu unmöglich ist, eine Rettungsgasse zu bilden, mussten die 40 Rettungskräfte ihre Ausrüstung noch 800 Meter zu Fuß zur Unfallstelle tragen. Dadurch gab es einen Zeitverlust von etwa zehn Minuten bei der Rettung der Verletzten. Die Autobahn war für mehrere Stunden gesperrt. Die Fahrbahnsanierungen finden kein Ende Eine gute Nachricht für die Autofahrer: Das Ende der Bauarbeiten ist laut Miglietti für März 2019 geplant. „Es kommt jedoch darauf an, welches Wetter uns Petrus schenkt", betont der Straßenbauexperte. Bei starken Regen- oder Schneefällen könne sich das Bauende noch verzögern. Die schlechte Nachricht: Für 2019 gehen die Bauarbeiten in nördlicher und südlicher Richtung weiter. Auf dem Abschnitt in nördlicher Richtung von Sennelager über Schloß Neuhaus nach Paderborn Zentrum wird eine Strecke von acht Kilometern erneuert. In südlicher Richtung wird die Fahrbahn von Borchen bis zum Kreuz Wünnenberg-Haaren saniert. Beide Baustellen werden voraussichtlich innerhalb von zwei Jahren fertiggestellt sein. Ob es wieder eine 2+0-Verkehrsführung geben wird, konnte Miglietti noch nicht bestätigen: „Soweit ist die Planung noch nicht. Aber aus Erfahrung kann man schon davon ausgehen." Die A33 beginnt in Osnabrück und endet in Bad Wünnenberg. Noch fehlt ein Teilstück bei Halle. Sie soll dann die A30 im Norden mit der A44 im Süden verbinden und bietet so einen Anschluss des ostwestfälischen Raumes an die Nordseehäfen und die Niederlande. Insgesamt ist die A33 dann rund 100 Kilometer lang. Das letzte Stück zwischen Borgholzhausen und Halle soll Ende nächsten Jahres freigegeben werden.

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