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Die Klimapilger wandern von Bonn nach Katwice in Polen. In Paderborn schließen sich ihnen die Lamas Luna (l.) und Iska an. - © Lena Henning
Die Klimapilger wandern von Bonn nach Katwice in Polen. In Paderborn schließen sich ihnen die Lamas Luna (l.) und Iska an. | © Lena Henning

Paderborn Gläubige pilgern für die Klimarettung - und auch zwei Lamas sind dabei

Auf dem ökumenischen Klimapilgerweg wandern Menschen von Bonn nach Katowice. Derzeit sind die Gläubigen in Paderborn unterwegs

Lena Henning
27.09.2018 | Stand 27.09.2018, 09:57 Uhr

Paderborn. Klimaschutz und Klimagerechtigkeit, dafür setzen sich Menschen verschiedener Konfessionen ein, die gemeinsam den ökumenischen Klimapilgerweg wandern. In mehreren Etappen geht es von Bonn nach Katowice in Polen, wo im Dezember die UN-Klimakonferenz stattfindet. Derzeit sind die Pilger im Erzbistum Paderborn unterwegs. Teil des Aktionstages am Mittwoch war der „Markt der Möglichkeiten" auf dem Rathausplatz und dem Marktplatz mit verschiedenen Gruppen aus der Region, evangelischen wie katholischen, der Vebraucherzentrale oder auch attac, die ihre Projekte in Sachen Klimaschutz vorstellten. Katrin Käuper vom erzbischöflichen Generalvikariat erklärt die Klimakollekte: Demnach können CO2-Emissionen durch Investitionen in Klimaschutz-Projekte ausgeglichen werden, beispielsweise bei Reisen. 1.000 Kilometer mit dem Flugzeug etwa würden 10 Euro kosten; dieselbe Strecke mit dem Bus nur 1,70 Euro. „Das Ziel ist natürlich die Vermeidung. Aber wenn es nicht anders geht, kann man zumindest das Gewissen beruhigen", sagt Käuper. Produktion eines Autos braucht sehr viel Wasser Dagmar Hanses (Diözesankomitee) und Melanie Fecke (Bund der Deutschen Katholischen Jugend) ist das Thema Wasser ein großes Anliegen. Am Infostand erklären sie, wie viel Wasser für die Herstellung verschiedener Produkte benötigt wird. Spitzenreiter: das Auto. Rund 400.000 Liter Wasser werden bei der Produktion verbraucht. Auch ganz vorne mit dabei ist das T-Shirt, mit 4.100 Litern. Bis eine Tomate geerntet werden kann, braucht sie 13 Liter Wasser. "Wasser ist kein Handelsgut" Außerdem verschenken Hanses und Fecke Glasflaschen – als Mittel gegen die Privatisierung von Trinkwasser. Die Flaschen könnten einfach mit Leitungswasser gefüllt werden. „Das schmeckt und man muss im Supermarkt kein teures Wasser in Plastikflaschen aus Italien kaufen", sagt Fecke. Wasser sei ein Menschenrecht, kein Handelsgut. Ums Wasser geht es auch bei einer weiteren Mitmach-Aktion auf dem Rathausplatz: 30 Menschen werden entsprechend der Einwohnerzahl auf die Kontinente verteilt. Dazu gibt es 15 Wassereimer. „Weltweit hat nur die Hälfte der Menschen Zugang zu frischem Trinkwasser", erklärt Fecke die Zahl. Das Ergebnis ist erschreckend: In Europa hat ein Mensch am Ende drei Eimer Wasser – in Afrika teilen sich vier einen einzigen Eimer, in Asien kommen 19 Menschen auf nur acht Eimer. „Das ist echt ungerecht", sagt eine Besucherin. In Paderborn schließen sich den Pilgern zwei Exoten an Aktionen wie diese, Exkursionen und Andachten sollen auf dem Pilgerweg zum Nachdenken anregen. Ab Paderborn schließen sich der Reise auch zwei Exoten an: Luna und Iska sind Lamas. Gemeinsam mit Ulrike Schaich pilgern sie mit bis kurz vor Hannover – „für mehr habe ich leider keinen Urlaub", sagt Schaich. Sie besitzt fünf Lamas; die beiden besterzogenen habe sie jetzt mitgenommen. Ein echter Hingucker auf dem Paderborner Rathausplatz. „Und freundlicherweise tragen sie unterwegs auch das Gepäck", sagt Schaich und lacht.

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