Engagieren sich am Kamp: Nicole Ramsahai und Heiner Hunstiger wollen ihr "Brauhaus zum goldenen Handwerk" im Oktober öffnen. Bis dahin läuft der Umbau des früheren "Feuerstein" auf vollen Touren. - © Hans-Hermann Igges
Engagieren sich am Kamp: Nicole Ramsahai und Heiner Hunstiger wollen ihr "Brauhaus zum goldenen Handwerk" im Oktober öffnen. Bis dahin läuft der Umbau des früheren "Feuerstein" auf vollen Touren. | © Hans-Hermann Igges

Paderborn Am Paderborner Kamp folgt ein Brauhaus auf das Feuerstein

Kamp: Das "Brauhaus zum goldenen Handwerk" füllt nach zwei Jahren Leerstand die Lücke, die das Restaurant "Feuerstein" hinterlassen hat. Der Investor ist ein gebürtiger Paderborner und erfolgreicher Koch

Hans-Hermann Igges

Paderborn. Neben dem Bereich Mühlenstraße/Kisau im Nordwesten der Innenstadt hat sich ihrem Süden besonders der Kamp zur Restaurant- und Kneipenmeile entwickelt. In Kürze wird dort von den Paderborner Gastronomen Nicole Ramsahai und Heiner Hunstiger eine Lücke geschlossen, die zwei Jahre lang für Stirnrunzeln bei vielen Passanten führte. Damals verließen die Inhaber des vor allem beim studentischen Publikum beliebten Restaurants "Feuerstein" ohne Erklärungen das Lokal. Ob überhaupt noch einmal Gastronomie einziehen würde, blieb lange ungewiss. Doch dann überzeugten der gebürtige Paderborner André Segin (36) und die Gastronomen der Paderschänke mit ihrem Konzept, moderne Düsseldorfer Brauhauskultur nach Paderborn zu exportieren. Der im "Hotel Gerold" in der Stadtheide aufgewachsene Segin hat sich nicht nur als Koch in renommierten Restaurants ("Käfer") bundesweit einen Namen gemacht. Er betreibt am Düsseldorfer Rheinhafen inzwischen ein eigenes Gourmet-Restaurant und hat seit 2016 in der NRW-Landeshauptstadt das erste "Brauhaus zum goldenen Handwerk" eröffnet - inzwischen gibt es dort drei. Paderschänke wird eine Herausforderung Das vierte soll im Oktober in Paderborn mit bis zu zehn Mitarbeitern sowohl in der Küche als auch im Service an den Start gehen. Dafür investiert Segin nach eigenen Angaben 340.000 Euro in den Umbau; auch Nicole Ramsahai und Heiner Hunstiger finanzieren einige Bereiche, sind aber im Wesentlichen als Betreiber für die Mietkosten zuständig und organisieren ihren Einkauf über Segin. Nicole Ramsahai: "Davon haben dann beide etwas: André Segin, weil er an uns liefert; und wir, weil er wegen seiner Großeinkäufe gute Preise machen kann." Für die Inhaber der Paderschänke mit ihren 68 Sitzplätzen wird der zusätzliche Betrieb eines mit 280 Plätzen auf über 600 Quadratmetern gut vierfach so großen Lokals durchaus auch eine Herausforderung. "Wir sind trotzdem sehr zuversichtlich und freuen uns", sagt Nicole Ramsahai. Auch weil bereits viele Paderborner auf die Nachricht positiv reagiert hätten. Man habe sich die Düsseldorfer Brauhäuser angesehen und sei vom Konzept überzeugt, so Hunstiger. Und das setzt, wie der Name nahe legen soll, auf "goldenes Handwerk". Soll heißen: "Bei uns steht Qualität im Vordergrund", sagt André Segin und fügt hinzu: "Essen mit Geschmacksverstärkern wird es nicht geben." Typische Gerichte im wechselnden Angebot sollen, so Heiner Hunstiger, Haxen, Burger, Flammkuchen, Rindsrouladen oder auch Spießbraten werden. Einen wechselnden Mittagstisch werde es auch geben. Zudem soll das neue Lokal innen sehr viel heller und mit höheren Decken auch geräumiger werden als das alte "Feuerstein". Wie sich das für ein Brauhaus gehört, soll die Mitte des Lokals von einer großen Theke dominiert werden. Darum gruppieren sich Tische, Stehtische und im Eingangsbereich auch eine Lounge. Zur Straße hin ist eine Bierschwemme mit eigener Theke geplant. Hier soll es dieselben sieben Biersorten geben wie an der großen Theke. Besonderer Clou für große wie kleine Gruppen: "Man wird auch Bier an einem eigenen Hahn selbst zapfen können", sagt Heiner Hunstiger.

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