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Dialog: Dana Müntefering haben die Gespräche mit Talentscout Jan-Steffen Glüpker am Ludwig-Erhard-Berufskolleg in Büren weitergebracht. - © Jens Reddeker
Dialog: Dana Müntefering haben die Gespräche mit Talentscout Jan-Steffen Glüpker am Ludwig-Erhard-Berufskolleg in Büren weitergebracht. | © Jens Reddeker

Kreis Paderborn Experten unterstützen Schüler auf dem Weg ins Berufsleben

Schülerin Dana weiß jetzt, was sie werden will

Jens Reddeker
27.06.2018 | Stand 27.06.2018, 13:23 Uhr

Kreis Paderborn. Den Abschluss der Höheren Handelsschule hat Dana Müntefering in der Tasche - weil sie dafür gebüffelt hat. Eine Idee für ihre berufliche Zukunft hat die 18-Jährige jetzt auch - dank eines professionellen Wegweisers. Dieser Wegweiser ist Jan-Steffen Glüpker (31). Der studierte Sprachwissenschaftler aus Elsen gehört zum Team der so genannten Talentscouts der vier staatlichen Hochschulen in OWL. Im Kreis Paderborn beraten Glüpker und seine Kollegin Annkatrin Buchen vor allem Oberstufenschüler ohne akademischen Hintergrund in ihren Familien. Beide sind regelmäßig an 14 Schulen im Kreis (siehe Infokasten) zu Gast und zeigen im persönlichen Gespräch Wege ins Studien- und Berufsleben auf. »Als Lehrer haben wir viel zu wenig Zeit, um angemessen zu beraten« So auch für Dana Müntefering. Sie hat zuletzt das Ludwig-Erhard-Berufskolleg in Büren besucht und wurde von Lehrerin Patricia Müntefering (nicht verwandt mit Dana) ermuntert, sich in Zukunftsfragen von Glüpker beraten zu lassen. "Als Lehrer haben wir viel zu wenig Zeit, um angemessen zu beraten. An unserer Schule sind wir froh, dass wir die Unterstützung durch einen Talentscout haben", sagt die Pädagogin. Glüpker trifft sich im Beratungszimmer der Schule für rund 45 Minuten mit seiner Gesprächspartnerin. Meistens hat er sechs Termine pro Besuchstag alle vier Wochen. "In den Einzelgesprächen geht es erst ums Kennenlernen, dann darum, was jemand gerne macht und welche Träume im Kopf sind", sagt Glüpker. Auch vor oder nach den persönlichen Terminen können sich die Schüler bei ihm melden, selbst per Whatsapp. Die Starthelfer nehmen sich Zeit für die Schülerinnen und Schüler. »Mit dem Talentscout läuft es persönlicher« Genau das macht für Dana Müntefering aus Geseke den Wert der Idee aus. Zuvor war sie nach einer Berufsberatung bei der Agentur für Arbeit erstmal enttäuscht: "Ich wurde nach Stärken und Schwächen gefragt und dann kam ein sehr allgemeines Ergebnis raus. Mit dem Talentscout läuft es persönlicher und deshalb bringt es mir auch was." Von Dana erfuhr Glüpker, dass ihr Organisationstalent im Freundeskreis regelmäßig für Partys und andere Veranstaltungen gefragt ist und sie nach der Schulzeit ein Au-pair-Jahr in England verbringen wird. Das brachte beide auf eine heiße Fährte. Obwohl das Talentscout-Projekt über NRW-Fördermittel an den großen ostwestfälischen Hochschulen angedockt ist, beraten die Mitarbeiter nicht ausschließlich mit dem Ziel Studium. In Danas Fall könnte es auf ein Studium mit der Fachrichtung Eventmanagement hinauslaufen, vielleicht wird sie aber auch Eventkauffrau. Vorher absolviert sie noch ein Praktikum in einer Veranstaltungsagentur. Vermittelt hat es Glüpker dank seines persönlichen Netzwerks. Immerhin: die Richtung für Danas Berufsleben steht. »Manchmal geht es darum, Wünsche und Realitäten abzugleichen« Der jugendlich wirkende Helfer in Bildungs- und Jobfragen weiß, was er den Schülern entlocken muss, um sie zum Ziel zu führen. "Manchmal geht es darum, Wünsche und Realitäten abzugleichen. Wichtig ist auch, zu erfahren, wie sich junge Menschen ihr berufliches Umfeld vorstellen: sind sie Teamarbeiter, sehen sie sich im Büro oder in einer Fabrik?" Glüpker macht sich von alldem in den Gesprächen mit den Schülern Notizen und versorgt die Gesprächspartner bei Bedarf auch im Anschluss noch mit Infos über mögliche Studiengänge oder Berufsbilder. Schließlich kann auch der Fachmann nicht alle rund 19.000 Studiengänge in Deutschland mit ihren Standorten und Zugangsvoraussetzungen im Kopf haben. "Das muss auch nicht sein, sondern wir wollen unterstützen, dass die Schüler ihr persönliches Themenfeld finden. Von dort entwickelt sich eine Idee oft weiter." Ist diese Entscheidung einmal gefallen, drehen sich manche Beratungen auch um ganz handfeste Dinge wie Kosten, Bafög, Wohnungssuche oder die Abläufe der Einschreibung. Auch in diesen Fragen können die Talentscouts zumindest Ansprechpartner nennen. Glüpker und seine Kollegen sehen sich schließlich als Starthelfer ins Leben nach der Schule.

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