Prägnante Optik: Das G-Gebäude auf dem Areal Riemekestraße 160. Auf der gesamten Fläche ist Platz für einen zweiten Technologiepark. - © Holger Kosbab
Prägnante Optik: Das G-Gebäude auf dem Areal Riemekestraße 160. Auf der gesamten Fläche ist Platz für einen zweiten Technologiepark. | © Holger Kosbab

Paderborn Platz für zweiten Technologiepark in Paderborn

Gewerbe-Entwicklung: Die Stadt Paderborn kauft das Areal an der Riemekestraße 160. Für Wirtschaftsförderer Frank Wolters bietet die Fläche dringend benötigte Potenziale - und passt perfekt zu einer Achse

Holger Kosbab

Paderborn. Am westlichen Stadtrand Paderborns könnte schon bald ein zweiter Technologiepark entstehen. Nach NW-Informationen steht die Stadt Paderborn unmittelbar vor dem Kauf des Areals Riemekestraße 160 am südlichen Ende des Heinz-Nixdorf-Rings. Das erforderliche grüne Licht hierfür hat es im nichtöffentlichen Teil des Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats gegeben. Der Kaufpreis soll im einstelligen Millionen-Bereich liegen. Das Areal - es handelt sich hierbei um das sogenannte G-Gebäude samt Park- und Grünflächen - stand durch die Insolvenz der bisherigen Eigentümerin, einer privaten Fondsgesellschaft mit Sitz in Gibraltar, kurzfristig zur Verfügung. Teil dieser Fondsgesellschaft ist die in Düsseldorf ansässige Riemekestraße Paderborn Real Estate GmbH. Das Areal ist etwa 120.000 Quadratmeter groß und für die Gewerbeentwicklung Paderborns wertvoll. Für Frank Wolters, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Paderborn, bietet das Grundstück "Potenziale, die wir in der Stadt benötigen", wie er auf NW-Anfrage sagte. Und zwar dringend. Der Technologiepark am Südring ist an seine Erweiterungsgrenzen gestoßen. Und da die Entwicklung der Kasernen-Standorte noch dauere, gebe es sonst in den nächsten fünf bis sechs Jahren keine alternativen Standorte für technologie-getriebene Unternehmen. Deshalb sei das Areal am Ende der Riemekestraße "absolut wichtig", sagte Wolters. Aufgrund des Alters der Immobilie müsse "man aber über einen kompletten Neubau nachdenken". Nixdorf, Siemens und Sagem Orga prägen die Geschichte des Gebäudes Dabei passe die Technologie-Sparte perfekt zur Verlängerung des Heinz-Nixdorf-Rings unter anderem mit Diebold Nixdorf, mit dem Almepark und Unternehmen wie Hesse Mechatronics oder Comprion und weiter mit der Fürstenallee und der Zukunftsmeile. Dies bilde eine Technologie-Achse. Das Gebäude Riemekestraße 160 wurde nach der Übernahme der Nixdorf Computer AG durch Siemens im Oktober 1990 unter anderem von Siemens selbst und später vom Chipkartenhersteller Sagem Orga genutzt. Aktuell ist das ATIW-Berufskolleg für IT-Berufe, eine Tochter der Siemens AG, der Hauptmieter. Daneben residieren hier einige kleinere Unternehmen wie ESG (Eurofacility Solutions GmbH). Auch für das benachbarte Gebäude werden derzeit neue Mieter gesucht. Im Fall des ebenfalls aus früheren Nixdorf-Zeiten stammenden F-Gebäudes mit Hallencharakter unterstütze die Stadt Paderborn derzeit einen internationalen Vermarkter, sagte Wolters. Von den rund 80.000 Quadratmetern Nutzfläche für Produktion, Lagerung und Verwaltung ist ein kleiner Teil vermietet. Die Immobilie wird jedoch komplett zur Vermietung angeboten. In seiner Funktion als Wirtschaftsförderer habe Wolters aktuell außerdem einige Anfragen von Firmen, die Flächen suchen und sich in Paderborn niederlassen möchten. Darunter sei ein wachstumsstarkes Unternehmens mit 50 bis 60 Mitarbeitern. Zudem liefen derzeit Gespräche mit einer überregional tätigen Behörde. Weitere Details wollte Wolters noch nicht nennen.

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