0
Bislang gibt es in Paderborn keine Hundewiese - damit sich das ändert, wurde nun eine Online-Petition gestartet. - © picture alliance / dpa Themendienst
Bislang gibt es in Paderborn keine Hundewiese - damit sich das ändert, wurde nun eine Online-Petition gestartet. | © picture alliance / dpa Themendienst

Paderborn Petition für Hundewiese in Paderborn gestartet

Vorstoß: Nadine Kollakowski startet Unterschriftenaktion im Internet für einen umzäunten Platz im Stadtzentrum

Ellen Krause
02.02.2018 | Stand 25.07.2018, 12:01 Uhr |

Paderborn. Der regelmäßige Freilauf ist für eine artgerechte Haltung von Hunden erforderlich. Halter, die ihrem Tier diesen Auslauf gönnen wollen und nicht über einen eigenen Garten verfügen, haben es nach Meinung vieler Hundebesitzer jedoch schwer in Paderborn. Nadine Kollakowski will dies ändern und hat eine Online-Petition für eine Hundewiese ins Leben gerufen. „Ich wohne in der Nähe des Nordbahnhofs und möchte nicht immer nach außerhalb fahren müssen, wenn ich Henry frei laufen lassen will", erklärt die 27-jährige selbstständige Fotografin. „Neulich sind wir bis nach Altenbeken gefahren. Das ist doch auch ökologisch gar nicht sinnvoll. Und man hat natürlich auch nicht die Zeit dafür." Henry ist ihre anderthalb Jahre alte Französische Bulldogge. „Wenn wir spazieren gehen, treffen wir oft andere Hundefreunde. Wir würden unsere Tiere gerne zusammen spielen lassen, aber das geht ja leider nicht. Dafür, dass ich im Jahr 70 Euro Hundesteuer zahle, würde ich mir schon mehr wünschen als ein paar kostenlose Kotbeutel." Leinenzwang seit 2011 in Paderborn Seit 2011 herrscht im gesamten Innenbereich der Stadt Paderborn Leinenzwang. Frei laufen dürfen die exakt 6.673 gemeldeten Vierbeiner nur im „Außenbereich" der Stadt. Wobei zum Beispiel die beliebte „Hundewiese" am Monte Scherbelino zum Naherholungsgebiet zählt und nicht zum Außenbereich. Erst weiter Richtung Borchen und Haxtergrund ist der Leinenzwang aufgehoben. Benachbarte Städte seien da wesentlich fortschrittlicher, so Kollakowski. In ihrer Heimatstadt Gütersloh gebe es im Stadtpark eine Freilauffläche von 1.000 bis 1.500 Quadratmetern. Bielefeld mit rund 12.000 registrierten Hunden verfüge über sieben ausgewiesene Hundeauslaufbereiche und zusätzliche Waldwege. Dort überlege man sogar, einen Hundewald anzuschaffen. Jens Reinhardt, Pressesprecher der Stadt Paderborn, sieht in der aktuellen Situation kein Problem: „Herrchen und Frauchen werden mit ihren Hunden dort Auslauf suchen, wo sie wohnen, das heißt also über das gesamte Stadtgebiet verteilt. In den ländlich geprägten Stadtteilen ist der Auslauf der Hunde ohnehin wenig problematisch. Selbst in der Kernstadt hat Paderborn viele Grünflächen, in denen Hunde ausgeführt werden können", meint Reinhardt und ergänzt: „Ich kenne sogar Hundebesitzer, die sich gegen eine Hundewiese aussprechen." "Hundeklos" könnten entstehen In der Vergangenheit wurden Anfragen zum Thema von der Stadt aus zwei Gründen abgewiesen. Zum einen hätten nicht alle Hundebesitzer ihre Tiere unter Kontrolle, so dass eine mögliche Gefährdung von Fußgängern, Joggern und Radfahrern nicht auszuschließen sei. Zum anderen befürchtet die Stadt, dass nicht alle Halter die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner entfernen und dadurch „Hundeklos" entstehen könnten. Neben den hygienischen Problemen könne es zudem auch zu einer Konzentration der Tiere führen. „Das kann zu Stress im Umfeld und auch zwischen den Tieren führen. Im Übrigen ist die Hundesteuer eine reine Ordnungssteuer ohne Gegenleistung. Diese Steuer wird erhoben, um die Population der Hunde zu steuern", betont Jens Reinhardt. Doch Nadine Kollakowski mag die Skepsis nicht teilen und setzt sich für eine eingezäunte Wiese ein, so dass die Gefährdung ausgeschlossen sei. Zudem schlägt sie vor, das Ganze als Pilotprojekt zu starten und darauf mit einem Schild hinzuweisen. „Damit die Leute wissen, dass die Wiese nur bleibt, wenn sie ordentlich hinterlassen wird. Ich fände den Park am Tausendquell ideal, da ist kaum jemand – oder die Paderwiesen, da gehen sowieso viele Leute mit ihren Hunden spazieren." Sie habe für Ende Februar bereits einen Termin mit dem Bürgermeister vereinbart und hofft, dass bis dahin genügend Unterschriften bei der Online-Petition zusammenkommen. Innerhalb von zwei Tagen hat sie dank Facebook bereits 300 Unterschriften gesammelt, auch von Nicht-Hundehaltern. Sie hofft auf 1.000. „In meinem Bekanntenkreis sind viele, die sich eine Hundewiese wünschen. Auch Mütter, die hoffen, dass dann die Spielplätze sauberer sind."

realisiert durch evolver group