Paderborn

Feier im Dom: Dritter Weihbischof in Amt und Würden

Hunderte Katholiken nehmen an der Bischofsweihe von Dominicus Meier teil. 
Erzbischof Hans-Josef Becker führt den Benediktiner in das Amt ein

Vollzug: Die Bischöfe legen Dominicus Meier die Hände auf und lassen ihn damit in ihren Kreis eintreten. Erzbischof Hans-Josef Becker (r.) schaut zu. | © Marco Schreiber

Marco Schreiber
28.09.2015 | 28.09.2015, 07:33

Paderborn. Ein Mönch wird Bischof, ein Benediktiner. Zuletzt ist das vor der französischen Revolution geschehen, vor dem Beginn der Aufklärung. Sagt Erzbischof Hans-Josef Becker in seiner Predigt zur Weihe von Dominicus Meier. Viel früher noch, im 6. Jahrhundert, sei ein Mönch sogar Papst geworden. Gregor der Große habe später geklagt, wie gut es ihm im Kloster gegangen sei. Jetzt müsse er sich um die Angelegenheiten der Menschen kümmern, die Ruhe sei dahin.

Dominicus Meier lächelt, als er das hört. An der Seite von Becker wird er sich um die Angelegenheiten der Katholiken im Erzbistum Paderborn kümmern, Hunderte feiern am Sonntag seine Weihe.

Der Hohe Dom ist bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Glocken am Nachmittag etwas länger und etwas lauter läuten als sonst. Wenig später betritt der neue Weihbischof die Halle, neben ihm der Erzbischof. Bevor sie von Messdienern mit Weihrauch, Kerzen und Kruzifix zum Altar geführt werden, ziehen sich die Männer im Westchor unter der Orgel die Gewänder für diesen Gottesdienst an.

Die letzte Bischofsweihe fand hier vor sieben Jahren statt. Und doch wirkt alles so routiniert, als sei es schon häufig geprobt. Während der Erzbischof hinter dem Altar thront, sitzt Meier seitlich davon. Sieben Kerzen brennen auf dem weiß gedeckten Tisch, auf den später die goldenen Kelche für das Abendmal gestellt werden.

Zuvor wird aus der Bibel gelesen, wird gemeinsam gebetet und gesungen, wird die eigentliche Weihe zelebriert. Dazu gehört das Treueversprechen, eine Art Amtseid, mit dem sich der neue Bischof verpflichtet, „für das Volk Gottes wie ein guter Vater zu sorgen“. „Ich bin bereit“, antwortet der 56-jährige Dominicus Meier auf jede der neun Fragen. „In Gottes Namen bin ich bereit.

Während der Anrufung der Heiligen liegt der Geistliche bäuchlings auf dem Teppichboden vor dem Altar. Die Kirchengründer werden angerufen und auch Liborius, der Schutzheilige von Paderborn. Danach legen ihm erst der Erzbischof und dann alle anderen angereisten Bischöfe die Hände auf. In einer Broschüre, die überall im Dom ausliegt, wird erklärt, der Erwählte sei damit in den Kreis der Bischöfe aufgenommen.

Als Bischof darf Dominicus auch die Symbole dieses Amtes tragen, feierlich werden sie ihm vom Erzbischof überreicht. Das Evangelienbuch als Zeichen der Verkündung, der Bischofsring als Zeichen der Treue, Mitra und Stab als Zeichen des Amtes. Von der Seite des Altars darf er nun an die Seite des Erzbischofs wechseln.

Dort nimmt er lächelnd die Weihgaben entgegen: Eine Kerze mit seinem Wappen, zwei Laibe Brot, zwei Fässchen mit Wein. Danach feiern sie gemeinsam die Eucharistie und teilen die Kommunion an die Gläubigen aus. Nach zwei Stunden geht dieser besondere Gottesdienst zu Ende. Ruhe hat Weihbischof Dominicus noch lange nicht.