Von Frauen für Frauen: (v. l.) Schwester Franziska, Schwester Elisabeth und Schwester Perpetua unterstützen mit dem Verkauf von Stofftieren afrikanische Mädchen. - © Dietmar Gröbing
Von Frauen für Frauen: (v. l.) Schwester Franziska, Schwester Elisabeth und Schwester Perpetua unterstützen mit dem Verkauf von Stofftieren afrikanische Mädchen. | © Dietmar Gröbing

Lichtenau Auf dem Dalheimer Klostermarkt werden auch afrikanische Mädchen unterstützt

Trotz wechselhafter Witterung besuchen mehrere tausend Menschen das Lichtenauer Konvikt. Was man auf dem weitläufigen Gelände geboten bekommt

Dietmar Gröbing

Lichtenau-Dalheim. Wenn die klösterliche Ruhe von merkantilem Treiben abgelöst wird, kann dies nur einen Grund haben: Der im Jahresrhythmus stattfindende Dalheimer Klostermarkt ist in vollem Gange. Genau dies war am Wochenende der Fall, als das Markttreiben zum wiederholten Male um die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit warb. Einziger Wermutstropfen: Das Wetter hatte von Sommermodus auf wechselhaft geschaltet, was zumindest am Samstag den ein oder anderen Schauer über dem malerischen Gelände niedergehen ließ. Diejenigen, die sich trotz Tiefdruckgebiets und relativ kühler Witterung nicht vom Besuch der Lichtenauer Ortsteils abhalten ließen, waren bester Laune und kleidungstechnisch an die äußeren Bedingungen angepasst. Wie Hans-Josef Müller, der zusätzlich zur Regenjacke einen Schirm im Gepäck hatte. "Doppelt gemoppelt hält besser", wusste Müller um die zweifache Prävention. Wobei sich der Meerhofer sicher war, dass "das Wetter Ende August schon mal besser war". Was ebenso der Wahrheit entspricht, wie die Tatsache, dass die Dalheimer Zusammenkunft den größten Klostermarkt Europas markiert. Ordensbrüder und Ordensschwestern aus mehr als 40 Abteien, Stiften und Klöstern bieten ihre Waren feil und verdeutlichen, welche Produkte in ihren Küchen, Kellern und Werkstätten entstehen. Selbstredend handelt es sich bei den auf dem Markt präsentierten Waren um umweltfreundliche Erzeugnisse aus achtsamer Herstellung. Die Palette reichte von Gebrauchsartikeln und Esswaren über Kleidung bis hin zu ausgesuchten Devotionalien. Letztere hatte Vater Symeon im Angebot. Der Mann aus dem Dreifaltigkeitskloster in Bodenwerder verkaufte Bücher und Kerzen, aber auch in Schnaps eingelegte Wildkirschen und Hautöl aus Johanniskraut. "Die Kontakte zu den Besuchern sind entweder inhaltlicher Natur oder produktgesteuert", sagte Vater Symeon, der den Besuch des Klostermarktes als "alte Tradition" bezeichnete. Dasselbe galt für die Dauergäste aus dem Kloster Brede in Brakel. Schwester Franziska, Schwester Elisabeth und Schwester Perpetua verkauften Stofftiere, deren Erlös bedürftigen Mädchen in Nigeria zukommt. "Es ist gut, dass wir nicht bei 35 Grad herkommen mussten", meinte Schwester Franziska, die mit der Witterung zufrieden ist, denn es gibt "mehr Sonne als Regen", was die Brakelerin "völlig in Ordnung" fand. Höhere Temperaturen hätte sich indes Andrea Lange gewünscht. Zwar müsse es "nicht der Sonnenbrand aus den Vorjahren sein", wohl aber "etwas mehr Wärme". Weil die aber die meiste Zeit fehlte, hatte sich Lange dick eingepackt, galt es doch an frischer Luft Porzellan zu bemalen. Gemeinsam mit Bruder Stephan Oppermann hatte Andrea Lange Gefäße, Teller und Tassen aus der Eifel nach Ostwestfalen transportiert. Ausgangspunkt der Reise: Die Abtei Maria Laach, die mit Hilfe der lancierten Produkte "in die Welt getragen werden soll".

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