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Hier könnte gebaut werden: Rechts ist oberhalb der Dreifachhalle das neue Hallenbad eingezeichnet. Kleinspielfeld und Soccerplatz müssten weichen. - © Constrata
Hier könnte gebaut werden: Rechts ist oberhalb der Dreifachhalle das neue Hallenbad eingezeichnet. Kleinspielfeld und Soccerplatz müssten weichen. | © Constrata

Hövelhof Großes Online-Voting zum Hövelhofer Hallenbad

In der Sennegemeinde beginnen die Diskussionen um den möglichen Neubau und die Konsequenzen, die ein solches Projekt hätte. Wir stellen die Optionen vor

Jens Reddeker
31.10.2019 | Stand 31.10.2019, 13:01 Uhr |

Hövelhof. Vier Vorschläge für das Mega-Projekt samt Kostenschätzung liegen seit Dienstag auf dem Tisch, jetzt ist die Diskussion eröffnet um das größte Hövelhofer Einzel-Bauvorhaben der jüngeren Vergangenheit. Darum geht’s: Die Ausgangslage Das Sennebad aus dem Jahr 1972 ist in Teilen marode und hat im aktuellen Zustand keine große Zukunft. Eine anständige Sanierung würde laut Schätzung aus dem Frühjahr 12,8 Millionen Euro kosten. Mit einem Neubau würde Hövelhof ein Ausrufezeichen als familien- und sportfreundlicher Ort setzen – aber auch auf die nächsten 25 Jahre viel Kapital binden. Derzeit buttert die Gemeinde jährlich 250.000 Euro ins Bad, beim Neubau könnte es bis zu einer Million werden. Die letzten Neubauten von Hallenbädern im Kreisgebiet waren die Bad Lippspringer Westfalen-Therme (1987 eröffnet) und das Paderborner Rolandsbad (2008). Die Gretchenfrage Klar ist, wenn der Gemeinderat für einen Neubau stimmt, – wie vom Ingenieurbüro Constrata aus Sennestadt im Bauausschuss vorgeschlagen – dann bekäme die Sennegemeinde ein schmuckes Bad mit fünf Bahnen, aber es würde in jedem Fall teuer (siehe Tabelle). „Wir müssen uns fragen, was wir uns leisten wollen", formuliert Bürgermeister Michael Berens (CDU) den Knackpunkt der Entscheidungsfindung. „In Hövelhof ist das Schwimmen tief verankert", hat Jens-Wilhelm Brand, geschäftsführender Gesellschafter von Constrata, bei seinen Gesprächen für die Machbarkeitsstudie festgestellt. In der Gemeinde wäre eine Entscheidung gänzlich gegen ein Schwimmbad wohl schwierig zu vermitteln. Im kommenden Jahr läuft zudem der Kommunalwahlkampf. Die Vorschläge Brands Ingenieurbüro, das deutschlandweit seit Jahren den Bau von Bädern begleitet, unter anderem die Welle in Gütersloh und das neue Hallenbad in Höxter, hat gemeinsam mit dem Hamburger Büro Profund einen Standort zwischen HoT und Dreifachhalle ausgeguckt und vier Bau-Varianten für die Sennegemeinde erarbeitet. Seine Empfehlung: in jedem Fall auf ein zusätzliches Kursbecken zusetzen. Ein Saunabereich sei nicht nötig. In der Umgebung existierten bereits genügend. Ab Ratsentscheid würden bis zur Eröffnung des Bades rund vier Jahre vergehen. Die Schwimmbad-Nutzer Nach ihren Bedarfen sollen nun Vereine, Schulen und Bürgerschaft gefragt werden, wie Bürgermeister Berens ankündigt. Während die Vereinswelt zunächst den Fortgang der Gespräche abwarten möchte, betonen die Schulleiter Michael Stolpmann (Krollbachschule) und Klaus Schäfers (Grundschulverbund Senne) unisono die Bedeutung des Bades. Stolpmann: „Unsere Schüler haben in den Klassen fünf und sechs Schwimmunterricht. Besonders wichtig ist das Schwimmen auch für Kinder mit Beeinträchtigungen." Schäfers würde es „sehr begrüßen" wenn ein Neubau kommt. Seine Schüler schwimmen in drei von vier Schuljahren. Er favorisiert jedoch eine Neubaulösung ohne Sprungturm. Da in einem solchen Fall, die Wassertiefe 3,80 Meter statt 1,80 Meter betragen würde, müssten Lehrer neue Rettungsnachweise erbringen, was für manche schwierig wäre. Die offenen Frage Ungeklärt blieb von der Machbarkeitsstudie, was im Fall eines Neubaus mit dem bisherigen Sennebad und der damit verbundenen Zweifachturnhalle passiert. Hier drohen weitere Kosten. Vorteil: Während des Neubaus kann das derzeitige Bad weiter genutzt werden.

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