0
Hohe Waldbrandgefahr: Der Truppenübungsplatz Senne bei Paderborn - © Foto: Marc Köppelmann
Hohe Waldbrandgefahr: Der Truppenübungsplatz Senne bei Paderborn | © Foto: Marc Köppelmann

Waldbrandgefahr Feuergefahr: Wachsames Auge auf die Senne

Die britische Feuerwehr hat den Truppenübungsplatz ständig im Blick. Bei der kleinsten Gefahr werden die militärischen Aktivitäten sofort gestoppt

Dirk-Ulrich Brüggemann
03.07.2019 | Stand 03.07.2019, 09:24 Uhr

Augustdorf/Paderborn. Die hochsommerlichen Temperaturen und die damit einhergehende zunehmende Trockenheit lässt in die Waldbrandgefahr in den Wäldern Ostwestfalen-Lippes ansteigen. Besonders gefährdet ist auch der Truppenübungsplatz Senne, der in die Kreise Paderborn, Lippe und Gütersloh reicht. „Wir haben ein wachsames Auge auf die Senne",sagt Mike Whitehurst, Sprecher der britischen Armee in Deutschland. Die Männer vom Defence Fire & Rescue Service Sennelager rücken schon beim kleinsten Feuer aus, um einen großen Waldbrand wie derzeit in Mecklenburg-Vorpommern im Keime zu ersticken. Zusammen mit der Range Control, der britischen Truppenübungsplatzkommandantur, lassen sie den Übungsbetrieb sofort stoppen, damit sich ein mögliches Feuer nicht weiter ausbreiten kann, erläutert Whitehurst. Unbekannte Altlasten Munitionsreste und Blindgänger stellen in der Senne im Gegensatz zu dem Brand auf dem verseuchten Ex-Truppenübungsplatz bei Lübtheen keine allzugroße Gefahr dar, sagt Whitehurst. Seit die Briten für die Senne verantwortlich sind, wurden alle Schießübungen und die verwendete Munition dokumentiert. „Aber wir wissen nicht, was die Wehrmacht vor unserer Zeit verwendet hat und welche Altlasten sich in Teilen des Übungsplatzes verbergen", ergänzt Mike Whitehurst und appelliert an Jogger, Reiter und Hundefreunde, die permanenten Sperrzonen in der Senne unbedingt zu beachten: „Wir haben leider eine gewisse Ignoranz bemerkt." Sollte ein Waldbrand in der Senne die Möglichkeiten der britischen Feuerwehr überschreiten, werden die Löschzüge der Anrainer-Städte und -Gemeinden zeitnah zu Hilfe gerufen, erklärt Andreas Moseke von der Bezirksregierung Detmold. Dann koordinieren die Kreise Paderborn, Lippe und Gütersloh die Löscharbeiten. Neu ist laut Moseke, dass in der Kreisfeuerwehrzentrale Büren-Ahden jetzt Räume für eine zentrale Einsatzleitung vorgehalten werden: „Das bietet große organisatorische Vorteile." Neues Löschwasserkonzept gefordert Im Falle eines Einsatzes werden die zivilen Feuerwehrkräfte auf dem militärischen Gelände von Lotsen begleitet, die von der britischen Range Control gestellt werden. Diese Fachleute kennen den Übungsplatz wie ihre Westentasche und können den Einsatzkräften die ungefährlichen Wege zur Brandstelle zeigen. Unterdessen hat der NRW-Chef der Deutschen Feuerwehrgewerkschaft, Dirk Vierhaus, ein neues Löschwasserkonzept gefordert: „Die Feuerwehr verlässt sich neben Hydranten auf kleine Seen und Bäche. Kein Mensch weiß, ob diese natürlichen Wasserspeicher überhaupt noch genug Löschwasser vorhalten."

realisiert durch evolver group