Modellfiguren: Der irische Bildhauer Alan Ryan Hall zeigt die Entwürfe für das gesamte Ensemble, das ab 2019 in Hövelhof stehen soll. Archivfoto: Ralph Meyer - © Ralph Meyer
Modellfiguren: Der irische Bildhauer Alan Ryan Hall zeigt die Entwürfe für das gesamte Ensemble, das ab 2019 in Hövelhof stehen soll. Archivfoto: Ralph Meyer | © Ralph Meyer

Hövelhof/Knightstown Ein freches Schaf für Hövelhof

Humor: Der irische Künstler, der für die Gemeinde Hövelhof ein Figuren-Ensemble entwirft, will Betrachtern ein außergewöhnliches Fotomotiv bieten

Ralph Meyer

Hövelhof/Knightstown. Die Hövelhofer Schaf- und Ziegenherde des irischen Bildhauers Alan Ryan Hall, die demnächst auf dem Henkenplatz aufgestellt wird (die NW berichtete), geht ihrer Vollendung entgegen. Zwei Schafsmodelle sind bereits fix und fertig für den Bronzeguss. Die Hirtenfigur mit Schlapphut und Hirtenstab sowie ein weiteres Schaf wurden bereits als Tonmodelle fertiggestellt und haben bereits den Silikonüberzug, eine Vorstufe für den Bronzeguss, erhalten. Zurzeit führt Hall in seinem Atelier auf Valentia Island im County Kerry die letzten Arbeiten am vierten Schafsmodell aus. Besonderes Kennzeichen dieses Tieres ist dessen heraushängende Zunge. Bildhauer Hall, bekannt für seinen hintergründigen Humor, hat bei diesem Schafsgesicht die Selfie-Fotografen im Auge. "Das wird ein beliebtes Motiv werden, und die Selfie-Akteure werden versuchen, mit dem Tier gleichzuziehen". Hövelhofs Bürgermeister Michael Berens hat sich bereits eigene Gedanken über den Gesichtsausdruck des vierten Schafs gemacht: "Ich weiß noch nicht, ob das Schaf nach etwas lechzt oder einfach jemanden die Zunge herausstreckt". Figuren müssen  noch nach Schottland Sobald das vierte Schaf mit seinem zotteligen Heidschnuckenfell fertiggestellt ist und seinen Silikonüberzug erhalten hat, wird Alan Ryan Hall die fünfte und letzte Figur des Ensembles in Angriff nehmen: den Ziegenbock. Mit dieser Figur verlässt der Bildhauer ein wenig das Vorbild der Senner Tiere. Der kräftige Bock wird eher der irischen Figur des Königs Puck ähneln, dem Sinnbild des Volksfestes "Puck Fair" in der designierten irischen Partnerkommune Killorglin. Dort wacht bereits seit Jahren ein mächtiger Puck aus Bronze an der Brücke über den River Laune. Natürlich stammt auch diese Skulptur aus der Werkstatt von Alan Ryan Hall. Im Herbst gehen die Modelle dann auf die Reise nach Schottland, wo die einzelnen Figuren in einer Gießerei, mit der Hall bereits seit vielen Jahren zusammenarbeitet, in Bronze gegossen werden. Der Bildhauer rechnet mit mit einer Bearbeitungszeit von bis zu drei Monaten. Insgesamt 105.000 Euro lässt sich die Sennegemeinde das Kunstwerk kosten. Zur Hälfte wird es von mehreren Großspendern finanziert, der restliche Betrag stammt aus dem Verfügungsfonds des Ortskernkonzeptes 2020. In der Sennegemeinde wurden in diesen Tagen die Arbeiten zum Umbau des südlichen Henkenplatzes, der sich direkt an der Hauptkreuzung befindet, ausgeschrieben. Die Baukosten für den Henkenplatz ohne Parkplätze und Fahrbahnteiler sind mit rund 650.000 Euro kalkuliert. Die Landesförderung trägt rund 70 Prozent der Kosten. Berens hofft, dass die Arbeiten nach dem Hövelmarkt Anfang Oktober beginnen werden. Mit der Fertigstellung des Platzes rechnet der Bürgermeister für März 2019. Die offizielle Einweihung des neu gestalteten Platzes mit Brunnen und deutsch-irischer Schafherde könnte dann Ende April im Rahmen des Maibaum- und Radelfestes gefeiert werden, heißt es im Senne-Rathaus.

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