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Künstlerin und Politikerin: Sabine Martiny im Bundestagswahlkampf 2013 vor der Paderborner Kulturwerkstatt. - © Marc Köppelmann
Künstlerin und Politikerin: Sabine Martiny im Bundestagswahlkampf 2013 vor der Paderborner Kulturwerkstatt. | © Marc Köppelmann

Kreis Paderborn Delbrücker Piraten-Politikerin Sabine Martiny gestorben

Trauer: Die Sudhagenerin engagierte sich seit 2014 im Kreistag. Zahlreiche Kondolenzbeiträge auf Twitter

Jens Reddeker
19.08.2019 | Stand 19.08.2019, 15:26 Uhr

Kreis Paderborn. Im Alter von 74 Jahren ist am Freitag Sabine Martiny, die Kreistagsabgeordnete der Piratenpartei, gestorben. Die Sudhagener Künstlerin hatte sich seit Jahren in der Kommunalpolitik engagiert, seit 2011 für die Piratenpartei. Im Kreistag bildete Martiny seit ihrem Einzug 2014 mit den Linken eine Fraktionsgemeinschaft. Über sich selbst schrieb Martiny: "Ich bin ein Mensch. Ein politischer Mensch. Ein Künstler. Eine Mutter. Eine Lehrerin. Ich male und zeichne, ich lerne und lehre, ich bin politisch engagiert, ich schreibe. Ich bin Pirat." Noch bei der Europawahl im Mai hatte sie auf Listenplatz drei der Piraten kandidiert. Martiny war 35 Jahre lang Mitglied der SPD, bevor sie 2011 zu den Piraten wechselte. Dort machte sie sich stark für Kultur, Bildung und Klimaschutz. „Sie war eine Bereicherung für den Kreistag und ein sehr empathischer, herzlicher Mensch", betont Landrat Manfred Müller. Ihren Angehörigen wünsche er Kraft und Stärke, „um diese schwere Zeit überhaupt ertragen zu können". Martiny engagierte sich in verschiedenen Ausschüssen, unter anderem im Jugendhilfeausschuss, im Schul- und Sportausschuss sowie im Polizeibeirat. Große Anteilnahme im Netz Besonders im Kurznachrichtendienst Twitter gibt es zahlreiche kondolierende Einträge zum Tod der engagierten Politikerin. Sie war auch dort offen mit ihrer schweren Krankheit umgegangen, der sie nun erlegen ist. In den Beiträgen wurde immer wieder Martinys leidenschaftlicher Kampf für eine gerechtere Welt hervorgehoben. Viele bewundern darüber hinaus die Kraft, mit der sie sich für ihre politischen Ziele eingesetzt hat - und die sie auch im Kampf gegen die Krankheit ausgezeichnet habe. Liebe Alle, gestern ist Sabine nun doch ziemlich plötzlich aber ganz friedlich im Familienkreis gestorben. Behaltet sie mutig und unbequem wie sie war im Herzen und steht wie sie für die Dinge ein, die wichtig sind. Liebe Grüße @xalxano@kaa_workspic.twitter.com/sUktz3mICk — Samy (@SabineMartiny) 17. August 2019 In ihrem bewegten Leben kam die Verstorbene viel herum. Die meiste Zeit verbrachte sie in Berlin, lernte dort ihren Mann kennen, bekam ihre Kinder und studierte dort Malerei. Über München ging es 1994 nach Sudhagen, wo sie bis zuletzt lebte. Ihr Leben war laut einer Mitteilung der Linken bis zum Ende die Kunst. Die Partei schreibt: "Ihr Tod hinterlässt nicht nur in unserer Fraktion eine schmerzliche Lücke." Neben ihrer Arbeit als Künstlerin war Martiny auch vier Jahre Vertretungslehrerin am Gymnasium Schloß Neuhaus. Dort unterrichtete sie von 2009 bis 2013. Privat gab sie ebenfalls Zeichenkurse und Ölmalkurse. Ihre eigenen Bilder wurden national und international ausgestellt, unter anderem in New York, Budapest und Straßburg. Mit Martiny verliert die Kreistagsfraktion Die Linke/Piraten in der laufenden Wahlperiode bereits das dritte Mitglied. Im Januar 2015 war Fraktionschef Karl-Heinz Prowald gestorben, im Januar 2019 starb Fraktionschef Siegfried Nowak.

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