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Ortsbegehung: (v.l.) Andreas Kaiser, Heinz Rebbe, Marie-Luise Reinicke, Frank Simon, Christoph Noeke und Claudia Keiter. - © privat
Ortsbegehung: (v.l.) Andreas Kaiser, Heinz Rebbe, Marie-Luise Reinicke, Frank Simon, Christoph Noeke und Claudia Keiter. | © privat

Borchen Warum eine Ampelanlage an der B68-Kreuzung mehrere Vorteile bietet

An der B 68 bei Dörenhagen und Dahl wird nach einer Lösung gesucht. Dabei sollen die Bürger beteiligt werden

Uwe Müller
17.07.2019 | Stand 16.07.2019, 18:50 Uhr

Borchen. Was passiert mit der gefährlichen Kreuzung an der Bundesstraße 68 bei Dahl und Dörenhagen? Nach dem tödlichen Unfall Anfang April hatte Borchens Bürgermeister Reiner Allerdissen vehement eine Entschärfung dieses Verkehrsknotenpunkts gefordert, ein Kreisverkehr schwebte ihm vor. Schnell wurde darauf reagiert und zumindest die 70er-Zone erweitert. Zu wenig, wie nicht nur Allerdissen meint. Eine überörtliche Unfallkommission beschloss kurz darauf, dort eine Ampelanlage zu installieren – sogar noch in diesem Jahr. Aber mittlerweile wird der Ruf nach einem Kreisverkehr immer lauter. Nicht nur bei den Lokalpolitikern. „Das Thema beschäftigt zurzeit die Menschen in Dörenhagen, Dahl, Grundsteinheim, Lichtenau und im gesamten Altenautal", sagt Marie-Luise Reinicke, Ortsvorsteherin von Dahl. Sie traf sich jetzt mit ihren Kollegen aus Dörenhagen und Grundsteinheim und mit den Ortsverbandsvorsitzenden der CDU an der Kreuzung, um vor Ort noch einmal die Situation durchzusprechen und die Möglichkeiten zu bedenken. Auch an Fußgänger denken Vorher nahmen die politischen Verantwortlichen der Dörfer Kontakt zum Leiter der Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift von Straßen NRW auf und ließen sich die Vor- und Nachteile von Kreis- und Ampelverkehr erklären. Insgesamt passieren etwa 25.000 Fahrzeuge pro Tag diesen Knotenpunkt, 12.000 aus Lichtenau in Richtung Paderborn, etwa 9.000 aus Paderborn in Richtung Lichtenau und ungefähr 3.000 aus Richtung Dörenhagen in Richtung Paderborn. Aufgrund dieser Zahlen und dem Bericht der Unfallkommission wird genau berechnet, welche Lösung für diesen Knoten sinnvoll und nachhaltig ist. Ein Kreisverkehr sei nicht in jedem Fall gut, weil vor allem gerade an Bundesstraßen sich der Verkehr an den einfahrenden Ästen (Dörenhagen, Dahl) rückstauen kann. Das kann mitunter auch am Kreisverkehr an der B 1 / Autobahnauffahrt Elsen beobachtet werden. Für einen Kreisverkehr benötigt man auch mehr Fläche, evtl. noch Grunderwerb. Für Fußgänger gäbe es keine Möglichkeit so einen Knoten zu queren. Eine Signalanlage ist schneller zu realisieren und preiswerter in der Anschaffung. Heutige Lichtsignalanlagen sind so präzise einzustellen, dass sie zu Verkehrsspitzenzeiten den Verkehr auch fließend halten. Und Fußgänger werden bei einer Ampelanlage natürlich ebenfalls berücksichtigt. Da Straßen nach ca. 15 Jahren erneuert, überarbeitet werden müssen, bedeutet das für einen Kreisverkehr, dass er komplett gesperrt werden muss und Umleitungen eingerichtet werden müssen. Eine Lichtsignalanlage kann den Verkehr dann einspurig an der Baustelle regeln. "Nichts ohne Bevölkerungsbeteiligung festzurren" „Bevor etwas an dieser Kreuzung festgezurrt wird, ist es wichtig die Bevölkerung mit ins Boot zu nehmen und in einer Bürgerversammlung die Lösung vorzustellen", meinte auch Claudia Keiter, Ortsvorsteherin aus Grundsteinheim. Die politischen Verantwortlichen der Dörfer freuten sich über die komplexen Erklärungen und, dass dieses Thema Fahrt aufnimmt. „Aber bevor etwas an dieser Kreuzung festgezurrt wird, ist es wichtig die Bevölkerung mit ins Boot zu nehmen und in einer Bürgerversammlung die Lösung vorzustellen", fordert Claudia Keiter, Ortsvorsteherin aus Grundsteinheim. Heinz Rebbe, Ortsvorsteher von Dörenhagen, berichtete, dass er schon bereits viermal wegen dieses Themas an verschiedenen Stellen vorstellig geworden ist. CDU-Ratsherr Andreas Kaiser begrüßt die Haltung des Landesbetriebes, der die Möglichkeiten fachlich und neutral prüft, um für alle die optimale Lösung zu finden. „Eventuell würde eine mobile Ampelanlage schnell Ansätze für Lösungen ergeben", so Kaiser. Aber ob Kreisverkehr oder Ampelanlage, diese Frage kann nur der Landesbetrieb Straßen NRW als zuständiger Straßenbaulastträger letztendlich beantworten. Landrat Manfred Müller, der für einen Kreisel ist, erklärte, dass der Kreis als Straßenverkehrsbehörde zwar eine Ampel, aber keinen Kreisverkehr anordnen könne.

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