Außerirdisch: Nach dem Fürstenberger Wissenschaftler Gerhard Drolshagen wurde jetzt Asteroid 332733 benannt. - © FOTO: ESA
Außerirdisch: Nach dem Fürstenberger Wissenschaftler Gerhard Drolshagen wurde jetzt Asteroid 332733 benannt. | © FOTO: ESA

Bad Wünnenberg-Fürstenberg Ein Asteroid trägt seinen Namen

Internationale Ehrung für Fürstenberg Wissenschaftler Gerhard Drolshagen

Johannes Büttner

Bad Wünnenberg-Fürstenberg. Große internationale Ehrung für Fürstenberger Wissenschaftler: Die Internationale Astronomische Union (IAU) hat einen Asteroiden nach dem gebürtigen Fürstenberger Wissenschaftler Gerhard Drolshagen benannt. Sie ehrt damit dessen führende Rolle beim Aufbau eines Programms der Europäischen Raumfahrtagentur, ESA, zur Entdeckung und möglichen zur Abwehr von erdnahen Asteroiden. Der Asteroid "Drolshagen" hat eine Größe von zwei Kilometern und umkreist die Sonne alle 3,5 Jahre zwischen den Planeten Mars und Jupiter. "Im April ist es so weit, dann bildet er wieder eine Linie mit der Erde und der Sonne und man kann ihn mit einem guten Teleskop (30 bis 40 Zentimeter Durchmesser) auch sehen. Er steht dann in einer Achse mit der Erde und dem Mars ", freut sich Gerhard Drolshagen schon jetzt auf ein baldiges Wiedersehen mit "seinem" galaktischen Himmelskörper. Der Asteroid, der nun offiziell die Bezeichnung 332733 "Drolshagen" trägt, war im Jahr 2009 von Mitarbeitern eines Observatoriums in Südspanien erstmals entdeckt worden. Seit 1987 arbeitet Drolshagen schwerpunktmäßig als Asteroidenforscher für die Europäische Raumfahrtsbehörde (ESA) in Noordwijk in den Niederlanden. Sein international anerkanntes großes Fachwissen hat dazu geführt, dass der 61-Jährige in führender Funktion zum Aufbau eines Programms der ESA zur Erkundung und möglichen Beobachtung von erdnahen Asteroiden berufen wurde. Schon von Kindesbeinen an hat Gerhard Drolshagen, der am 1. Juli 1953 in Fürstenberg das Licht der Welt erblickte, eine Leidenschaft für alles, was sich da oben am Himmel zeigt. Von seinem Elternhaus am Baumschulweg aus startete er zunächst seinen schulischen Weg über die Grund- und Realschule in Fürstenberg. Dem Abitur am Bürener Mauritiusgymnasium folgten Studien der Mathematik und Physik in Gießen und weitere fünf Semester Studium der Astronomie an der Uni Gießen, die er mit Diplom und Doktortitel abschloss. Es folgten berufliche Tätigkeiten am Max-Planck-Institut in Göttingen und in Los Alamos im amerikanischen Bundesstaat New Mexico. Bei all seinen Aktivitäten hat der Fürstenberger, der heute mit seiner Familie in Oldenburg lebt, aber nie den Kontakt zu seiner Heimat verloren. Regelmäßige Besuche in Fürstenberg, hier wohnt auch seine Schwester Maria mit ihrem Mann, Gerhard Henkel, gehören ebenso dazu, wie die Teilnahme an Veranstaltungen der Ehemaligen Mauritianer in Büren. Der häufige Blick durch das Teleskop zum Himmel, das Basteln von kleinen Raketen und Flugkörpern in der Jugendzeit, das seit vielen Jahren systematische Sammeln von Meteoriten, jenem Gestein, das nach Eindringen eines Asteroiden in die Atmosphäre auf die Erde fällt, all das kennzeichnet die große Leidenschaften von Gerhard Drolshagen. Und so ist es fast eine Selbstverständlichkeit, dass sein Wissen für Institutionen wie die ESA oder auch die NASA heute unverzichtbar ist. Da die Gefahr von Einschlägen großer Asteroiden auf die Erde weiterhin besteht, hat sich die Europäische Raumfahrtagentur entschlossen, ein Programm zu erarbeiten, das zum Ziel hat, diese Gefahr zu bannen. "Unsere erste Aufgabe ist es , die großen Meteoriten aufzuspüren, die unserer Erde mal gefährlich werden können", erklärt Gerhard Drolshagen. Danach gelte es die Umlaufbahnen zu berechnen, die der Asteroid in den nächsten 100 Jahren zurücklegen wird. Außerdem arbeitet man daran Möglichkeiten zu finden, wie man einen gefährlich nahe kommenden ungeliebten Himmelsbesucher dazu bringen kann Abstand von der Erde zu nehmen. " it Nuklearwaffen, wie es in Hollywood- Filmen zu sehen ist, wird das aber nicht gelingen", sagt Drolshagen. Eine Möglichkeit wäre das Abdrängen aus der Flugbahn, etwa durch Schubsen oder Schallwellen. Kein leichtes Unterfangen, schließlich haben die Dinos unter den bekannten Asteroiden einen Durchmesser von 10 bis 12 Kilometern. Derzeit stehen 12.200 Asteroiden unter besonderer Beobachtung. Rund 1.000 von ihnen sind größer als ein Kilometer. "Zur Zeit sind uns etwa 100 erdnahe Kometen und Asteroiden mit einem Durchmesser von einem halben bis zu 30 Kilometern bekannt, es besteht aber derzeit keine Gefahr, dass einer der Erde zu nahe kommt", beruhigt Drolshagen.

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