0
Adrian Lison (22, l.) und Moritz Brakmann (23) haben mit weiteren Studenten das Lernspiel "One Planet Game" erfunden. Damit kann Schülern das Bewusstsein für den ökologischen Fußabdruck näher gebracht werden. - © Kristoffer Fillies
Adrian Lison (22, l.) und Moritz Brakmann (23) haben mit weiteren Studenten das Lernspiel "One Planet Game" erfunden. Damit kann Schülern das Bewusstsein für den ökologischen Fußabdruck näher gebracht werden. | © Kristoffer Fillies

Bad Lippspringe Früh übt sich: Ein Spiel erklärt den Klimaschutz

Plastik vermeiden und Bienen schützen, das können auch schon Kinder lernen. Eine NRW-Kampagne unterstützt dabei Schulen im Kreis Paderborn

Kristoffer Fillies
21.03.2019 | Stand 21.03.2019, 10:45 Uhr

Bad Lippspringe. Tausende Schüler gehen seit Wochen auf die Straßen in Ostwestfalen-Lippe und ganz Europa, um für den Klima- und Umweltschutz zu demonstrieren. Damit wollen die „Fridays for Future"-Aktivisten lautstark und für alle ersichtlich ihren Unmut über die vergangene und aktuelle Umweltpolitik aufzeigen – und zu mehr Nachhaltigkeit aufrufen. Dass in Schulen schon heute einiges zum Thema Nachhaltigkeit, Arten- und Umweltschutz gemacht werden kann, zeigt die Landesprojekt „Schule der Zukunft – auf dem Weg zur Nachhaltigkeit". Seit 2016 läuft die Kampagne im Regierungsbezirk Detmold. Ergebnisse wurden jetzt im Kongresshaus Bad Lippspringe gezeigt. Plastik vermeiden, Bienen schützen und die Umweltschäden stoppen. Sechs Schulen aus dem Regierungsbezirk Detmold zeigten im Kongresshaus ihre aktuellen Projekte, an weiteren 25 Info-Ständen zeigten Partner des Netzwerks „Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) ihre Aktionen. Dazu kamen Vorträge und Workshops zum Thema. Schüler kümmern sich um eine Obstwiese Die Dritt- und Viertklässler der Grundschule „Am Habichtsberg" in Kalletal, Kreis Lippe, informierten über ihr „Grünes Klassenzimmer auf der Streuobstwiese." Von April bis Oktober kümmern sich die aktuellen Schüler um eine Wiese, lernen die Bäume und Blumen darauf kennen und ernten im September das reife Obst. Darüber hinaus erforschen sie die Welt der Insekten, lernen verschiedene Vogelarten kennen und pressen die geernteten Äpfel im Herbst selbst zu Apfelsaft. „Die Projekte an den Schulen zeigen, dass Kinder schon früh mit Spaß ein Bewusstsein für den Umweltschutz lernen können", sagt Marcus Foerster vom BNE-Regionalzentrum im NABU Prinzenpalais, Kreis Paderborn. „Schon im Vorschulalter können Kinder an das Thema ’Nachhaltigkeit’ herangeführt werden." Das Projekt „Fairtrade in der Kita" beschäftigt sich zum Beispiel mit der Herkunft einer Banane. Dabei lauschen die Kinder lauschen der Erzählung von Papagei Pepe, der so einiges über die gesamte Produktionskette der Banane vom Anbau, Transportweg bis in den Supermarkt berichten kann. Die Kinder sollen dabei zum Nachdenken über das üppige Obst- und Gemüseangebot in den Supermärkten angeregt werden. "One Planet Game" von Studenten aus Münster entwickelt Spielend lernen lässt sich auch. Davon sind die Studenten um Adrian Lison (22) und Moritz Brakmann (23) aus Münster überzeugt. Anfang 2018 haben sie mit der Studenteninitiative „Enactus" das Spiel „One Planet Game" konzipiert und auf den Markt gebracht. Auf kleinen Karten sind verschiedene Unternehmungen wie Autofahren, Reisen oder Baden dargestellt. Dazu kommen Infotexte und auf der Rückseite eine Zahl. „Je höher die ist, desto größer lässt die jeweilige Aktivität den eigenen ökologischen Fußabdruck werden", erklären die Studenten. 20 Punkte im Jahr sollte jeder einhalten, um die Erde nicht zu stark zu belasten. „Allein ein All-inclusive-Urlaub übersteigt diese 20 Punkte", sagt Moritz Brakmann. Die Werte haben die Studenten durch Studien zusammengetragen. Beim „One Planet Game" üben die Spieler nicht nur, den ökologischen Fußabdruck von Konsumgütern und Alltagsaktivitäten richtig einzuschätzen. „Wir zeigen auch Alternativen auf", sagt Adrian Lison. „Fahrradfahren zum Beispiel vergrößert den ökologischen Fußabdruck nicht." Etwa 130 Grund- und weiterführende Schulen im Regierungsbezirk Detmold nehmen an der NRW-Kampagne „Schule der Zukunft" teil. Die Kampagne wird in Ostwestfalen-Lippe von den drei „Regionalzentren im Landesnetzwerk Bildung für nachhaltige Entwicklung" organisiert. Die Zentren befinden sich unter der Leitung des Naturschutzbunds (NABU) in den Kreisen Paderborn, Lippe und Minden-Lübbecke. „Die Kampagne läuft dieses Jahr aus", erklärt Marcus Foerster. „Die Schulen dokumentieren ihre Ergebnisse und Ende des Jahres soll es Auszeichnungen geben." Landesweit beteiligen sich mehr als 600 Schulen an „Schule der Zukunft".

realisiert durch evolver group