Familienoberhaupt ganz vorn: Angelo Kelly singt und spielt Gitarre. Hinter ihm die beiden Kinder Helen und Gabriel. - © Dietmar Gröbing
Familienoberhaupt ganz vorn: Angelo Kelly singt und spielt Gitarre. Hinter ihm die beiden Kinder Helen und Gabriel. | © Dietmar Gröbing

Bad Lippspringe Angelo Kelly erobert in Bad Lippspringe die Fanherzen

Freiluftkonzert: Rund 800 Fans wollen Angelo Kelly und seine Familie sehen und hören

Dietmar Gröbing

Bad Lippspringe. Was Helene Fischer für die Gegenwart ist, verkörperte die Kelly Family in den 90er-Jahren: in Massenphänomen. Wohlgemerkt eines, das polarisiert. Entweder man liebte die Kellys oder man hasste sie. Das propagierte Erfolgsrezept aus Spät-Hippie-Fantasie und breitenwirksamer Hausmusik trug indes reife Früchte und machte die irisch-amerikanische Großfamilie steinreich. Einige ihrer zahlreichen Kinder sind bis heute der Bühne verhaftet und führen die einstmals etablierte Marketingstrategie fort. Zum Beispiel der 36-jährige Angelo Kelly, der die Stationen seiner Europatour gemeinsam mit Familie bereist. Am Samstagabend machte der vielköpfige Tross Halt in Bad Lippspringe, wo der Arminiuspark mit einem Open-Air-Konzert bespielt wurde. Rund 800 Fans kamen in die Badestadt, um dem Mehrgenerationen-Event beizuwohnen. Denn alles, was bei den Kelly laufen konnte, musste auf die Bühne. Neben Angelo Kelly seine Frau Kira und die fünf gemeinsamen Kinder. Das jüngste ist gerade mal drei, das älteste 17. Singen können sie alle. Allein und im Verbund. Letzteres klingt durchaus eindrucksvoll - besonders, wenn man das irische Herz, das "Irish Heart", zum Klingen bringt. Geigen und Flöten finden Anschluss bei Gitarre und Schlagwerk So heißt das aktuelle Album von Angelo Kelly und Family. Es verbeugt sich vor den irischen Wurzeln des Clans, erweist aber auch dem typischen Folk-Sound der immergrünen Insel eine Hommage. Dementsprechend präsentierte sich das Repertoire der eingesetzten Instrumente. Geigen und Flöten fanden Anschluss bei Gitarre und Schlagwerk. Aufgepeppt war das Konvolut mit zeitgemäßen Versatzstücken, so dass Tradition und Moderne gleichermaßen zum Zuge kamen. Auch in Sachen Tempo setzten die Kellys und ihre sechs Begleitmusiker auf Abwechslung, was das Konzert deutlich unterstrich. Triftige Uptempo-Songs wie "Love Side Effects" standen ausgereiften Balladen a la "Mary" gegenüber. Beides funktionierte gleichermaßen gut, besaßen doch alle Lieder eingängige Refrains und sinnvoll getimte Loops. Das machte das Mit- beziehungsweise Nachsingen zu einer leichten Übung. Was sich problemlos bei den Angelo-Kelly-Fans Ruth und Elisabeth überprüfen ließ. Beide Damen konnten die Texte auswendig und stimmten regelmäßig in den Gesang der Kellys ein. Fasziniert zeigten sich die Mittvierzigerinnen aus Barntrup vom "extremen Familienzusammenhalt" des Clans. Die Musik schätzten beide ebenso. Insbesondere die von Angelo Kelly, klinge seine Stimme doch "sehr viel erwachsener als früher".

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