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Ein tiefer Einschnitt

Die erste Bauphase für die Nordumgehung beginnt mit Brücken und einem Stück Autobahn

VON NICOLE SIELERMANN
22.10.2008 | Stand 04.02.2015, 12:37 Uhr

Bad Oeynhausen. Von den einen wird sie sehnsüchtig erwartet, für die anderen ist die Nordumgehung das Schlimmste, was Bad Oeynhausen passieren kann. Nichtsdestotrotz ist heute der offizielle Baubeginn der neuen A30. Neben der Straße Mönichhusen stechen die Ehrengäste den Spaten in die Erde. Dort wurde bereits vor einigen Wochen mit dem Bau der Regenrückhaltebecken begonnen. In den kommenden Monaten folgen Brücken und das erste Stück der Trasse. 2014 sollen dann die Autos über die Umgehung rollen.

"Wir haben die Rahmenbedingungen für den ersten Bauabschnitt geschaffen", vermeldet Ulrich Windhager von Straßen NRW. Seit einigen Tagen ziert ein Bohrpfahlgerät den Acker neben der Straße Mönichhusen. "Der ist für das Brückenbauwerk Nummer 19, das Mönichhusen über den noch zu verlegenden Karbach führt", ergänzt sein Kollege Tobias Fischer. Mit dem Bohrpfahlgerät wird ein Loch gebohrt, das mit einem Rohr ausgekleidet wird. "Dort hinein kommt ein Stahlgeflecht, alles wird mit Beton ausgegossen und gleichzeitig das Rohr nach oben gezogen", erklärt Windhager vereinfacht das Prinzip. Dadurch fließe der Beton auseinander, verkralle sich in den Wänden, und der ganze Bau bekomme Festigkeit.

Der Grund für dieses Verfahren: der schlechte Baugrund. "Die Oberfläche würde sonst in den nächsten 20 Jahren nachgeben und sacken", so Fischer. Lediglich die Substanz in der Tiefe sei fester. "Somit geben zirka 20 Pfähle Stabilität." Und begrenzen eine mögliche Senkung auf maximal zwei Zentimeter.

Ein Jahr Bauzeit haben die beiden Planer von Straßen NRW für den Bereich Mönichhusen und Wöhrener Straße einkalkuliert. "Nächstes Jahr um diese Zeit soll alles fertig sein."

Doch für den ersten Bauabschnitt, der von Im Meerbruch bis zur Stüher Straße reicht, stehen noch mehr Bauten an. Zum Beispiel Brücken. Als Erstes die Brücke, die die Eidinghausener Straße über die Nordumgehung führt. Dann eine, die die A30 über den Karbach leitet, und eine, die den Radweg nahe der Wöhrener Straße über die Autobahn führt. Hinzu kommt außerdem die neue Anschlussstelle (Auffahrten) zwischen Eidinghausener Straße und A30.

Mit großen Behinderungen rechnen Windhager und Fischer in diesen Bereichen nicht. "Es gibt eine Umfahrung der Baustelle an der Straße Mönichhusen, und die Wöhrener Straße wird halbseitig gesperrt", so Fischer. Das werde zirka Ende November der Fall sein. Die Brücke Eidinghausener Straße werde neben der bestehenden Straße errichtet: "Da gibt es keine Behinderungen." Noch zwei bis drei Wochen ist dagegen die Eidinghausener Straße aufgrund von Kanalbauarbeiten für die Nordumgehung auf Höhe des Wasserschlosses halbseitig gesperrt.

Die Regenrückhaltebecken sind die ersten Bauten, die momentan für die Nordumgehung entstehen. "Für den tiefen Einschnitt der A30 muss das Wasser weg sein", erklärt Ulrich Windhager. Das sei das A und O. "Sonst säuft uns die Baustelle später ab."

Danach folgt die Trasse an sich. "Wir hoffen, dass wir damit im Sommer oder Herbst 2009 beginnen können." Dafür muss dann die Eidinghausener Straße - komplett - gesperrt werden. Ist das alles fertig, folgen die Brückenbauwerke Meerbruch und Stüher Straße. "Die Sperrung der Eidinghausener Straße wird einschneidend werden", wissen Windhager und Fischer. "Es ist die Straße mit dem höchsten Verkehrsaufkommen im Baubereich." Ebenfalls 2009 soll mit der Werrebrücke in Rehme begonnen werden.

Am Ende steht eine Eidinghausener Straße, die fünf Meter höher liegt als zurzeit. Daran angeglichen werden auch die Seitenstraßen - sie werden hochgezogen. "Wobei wir im Bereich der Brücke Mönichhusen nur einen Meter höher als jetzt liegen werden." Für die Anwohner in diesen Bereichen wird es Zuwege geben - sie sollen die Höhendifferenz zwischen Grundstück und Straße ausgleichen.

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