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Endspurt vor dem ersten Spatenstich

Zwei weitere Häuser müssen für die; Nordumgehung weichen

VON NICOLE SIELERMANN
15.08.2008 | Stand 04.02.2015, 12:34 Uhr

Bad Oeynhausen. Die Sitzgruppe ist weg, das Carport noch nicht. Dafür hat Melanie Wilmsmeier vom Abbruchunternehmen Wilmsmeier aus Bünde schon Pläne: "Das bauen wir Zuhause wieder auf." Die Bausubstanz sei schließlich absolut solide. Genau wie beim Einfamilienhaus neben dem Carport. Doch das Haus fällt am morgigen Samstag der Abrissbirne zum Opfer. Als eines von zwei Häusern, die in diesen Tagen für die Nordumgehung weichen müssen.

"Eigentlich ist es schade drum", sagt Mutter und Firmenchefin Ingrid Wilmsmeier. "Es ist doch ein hübsches Häuschen." Damit meint sie das seit einigen Jahren leer stehende Einfamilienhaus an der Eidinghausener Straße 126. Ursprünglich wollte Straßen NRW dort die Bauüberwachung unterbringen. Doch die zieht nun anderswo ein (siehe Kasten). "Ein Abriss ist immer komisch", sagt Ingrid Wilmsmeier, deren Mann Reinhard und Sohn Peter am Samstag mit vier Mitarbeitern das Haus in seine Einzelteile zerlegen. "Wir sind noch einmal durch die Räume gegangen, haben geschaut, ob noch Sachen da sind und überlegt, wer hier wohl gelebt hat", sagt sie. Denn ein Haus habe immer eine Geschichte - und Menschen, die es mit Leben gefüllt hätten.

Die Mitarbeiter des Bünder Garten- und Landschaftsbaus Wilmsmeier gehen beim Abbruch des Hauses vorsichtig zu Werke. "Es wird alles nach Materialien sortiert und wiederverwertet", erklärt Ingrid Wilmsmeier. "Deshalb kann man nicht so wild ans Werk gehen, sondern nur mit Verstand." Statt Abrissbirne wird ein Bagger sein Werk verrichten. "Und unsere Arbeiter machen einiges in Handarbeit."

Nur wenige Stunden, so schätzt sie, dauere es, bis das Haus niedergerissen sei. "In Werste machen wir dann nächste Woche weiter." Dort an der Ecke Ellernstraße/Hohe Wacht steht das zweite leer stehende Haus, das weichen muss.

"Der Abbruch ist im Vorfeld des Autobahnbaus notwendig, damit keine Gefahren für die öffentliche Sicherheit entstehen und wir keine unnötigen Erhaltungskosten haben", erklärt Tobias Fischer, Projektleiter A30 bei Straßen NRW. Letztere sind Eigentümer der Häuser und zahlen 15.000 Euro für den Abriss.

Heute wird Reinhard Wilmsmeier ein letztes Mal mit den Verantwortlichen von Straßen NRW an den Häusern unterwegs sein. Mit kritischem Blick wird er zum Beispiel nach Vögeln Ausschau halten, die in oder an den Häusern nisten. Dann beginnt er, der Abriss. Vorher wird Melanie Wilmsmeier allerdings noch eines tun - ihr Carport in Sicherheit bringen.

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