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Mitte Juni: Eine Spezialfirma entsorgt die rund 35.000 Liter Chemikalien, die Ende April in der Lagerhalle in Börninghausen gefunden wurden. - © Joern Spreen-Ledebur
Mitte Juni: Eine Spezialfirma entsorgt die rund 35.000 Liter Chemikalien, die Ende April in der Lagerhalle in Börninghausen gefunden wurden. | © Joern Spreen-Ledebur

Pr. Oldendorf Börninghauser Drogenlabor: 37-jähriger Verdächtiger wieder auf freiem Fuß

Neuigkeiten im Drogen-Fall: Der Mann, der Verbindungen zum Labor gehabt haben soll, ist aus der U-Haft entlassen worden. Warum, erklärt die Staatsanwaltschaft.

Sandra Spieker
07.08.2019 | Stand 08.08.2019, 07:49 Uhr |

Pr. Oldendorf-Börninghausen. Der 37-Jährige aus Pr. Oldendorf, der Verbindungen zu dem in Börninghausen entdeckten Drogenlabor gehabt haben soll, ist wieder auf freiem Fuß. Das Gericht hat gestern Vormittag den Haftbefehl aufgehoben, sagte Oberstaatsanwalt Uwe Vennewald, Sprecher der Staatsanwaltschaft Bielefeld, auf Nachfrage von nw.de. Wie berichtet, waren am 5. Juli zwei Tatverdächtige im Zusammenhang mit dem mittlerweile geräumten Drogenlabor festgenommen worden. Beamte der Ermittlungskommission Limberg hatten im Vorfeld mehrere Wohnungen und Geschäftsräume in Rödinghausen und Pr. Oldendorf durchsucht. Der 29-Jährige aus Rödinghausen wurde mangels Haftgründen noch am selben Tag entlassen. Für den 37-Jährigen aus Pr. Oldendorf wurde damals Untersuchungshaft angeordnet. Die wurde am Mittwoch außer Vollzug gesetzt, so Vennewald. Das Gericht sehe zurzeit keine Fluchtgefahr, so die Begründung. Haftbefehl wurde am Mittwoch außer Vollzug gesetzt Sein Mandant habe die Auflage bekommen, sich zweimal in der Woche bei der Polizei zu melden, sagte der Bielefelder Rechtsanwalt Jan-Christian Hochmann auf Nachfrage von nw.de. Der Pr. Oldendorfer habe in der Lagerhalle, in der später die 35.000 Liter Chemikalien entdeckt wurden, im Auftrag Trockenbauarbeiten ausgeführt - als das Drogenlabor schon bestand. Die Frage stand im Raum, ob sein Mandant gewusst habe, wofür er die Arbeiten ausgeführt habe. Dies sei nicht der Fall gewesen, argumentiert der Rechtsanwalt. Ein dringender Tatverdacht sei nicht gegeben, so sei nun entschieden worden. Wie mehrfach berichtet, war die Feuerwehr Pr. Oldendorf ursprünglich am 28. April wegen eines Kabelbrandes mit starker Rauchentwicklung zu der 650 Quadratmeter großen Halle in Börninghausen ausgerückt. Der Einsatz rund um das Drogenlabor in Börninghausen: Dabei entdeckten die Einsatzkräfte die Chemikalien in großen Tanks und Fässern sowie zahlreiche Gasflaschen. Ermittler von Polizei und Landeskriminalamt hatten schnell den Verdacht, dass es sich um ein Drogenlabor handeln könnte. Gericht sieht keine Fluchtgefahr Dieser bestätigte sich dann im Mai: Das in Pr. Oldendorf hergestellte Amphetaminöl sei ein Grundstoff zur Produktion der pulverförmigen chemischen Aufputschdroge Amphetamin (auch „Speed" oder „Pep" genannt). Ein Liter Öl reicht nach Auskunft von Experten für gut vier Kilogramm des fertigen Pulvers. Laut den Ermittlern dürfte es sich um eines der größten in Deutschland aufgefundenen Drogenlabore handeln. Geräumt wurde die Lagerhalle von einer Spezialfirma Mitte Juni – genau 50 Tage nach dem großen Fund. Neben den Chemikalien ist in den Räumen auch ein notdürftiges Nachtlager für bis zu fünf Personen entdeckt worden. Bei Eintreffen der Feuerwehr waren zwei Personen in einem Mercedes Vito mit niederländischem Kennzeichen geflohen. Nach ihnen, ebenso wie nach dem Untermieter der Lagerhalle, wird gefahndet.

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