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Es gilt die Stallpflicht für Geflügel. - © Pixabay (Symbolbild)
Es gilt die Stallpflicht für Geflügel. | © Pixabay (Symbolbild)

Kreis Minden-Lübbecke Geflügelpest-Ausbruch: Kreis Minden-Lübbecke ordnet Stallpflicht an

Auch im Kreis Minden-Lübbecke wird aktuell ein Verdachtsfall geprüft. Die Tiere müssen ab dem 4. März im Stall oder eingezäunt unter einem Dach gehalten werden.

03.03.2021 | Stand 03.03.2021, 17:03 Uhr

Kreis Minden-Lübbecke. In Deutschland sind seit dem 30. Oktober 2020 mehrere Fälle von Aviärer Influenza, auch bekannt als Geflügelpest oder Vogelgrippe, bei Wildvögeln und in Nutzgeflügelbeständen aufgetreten. Jetzt ist in Nutzgeflügelbeständen in Paderborn und Gütersloh der Verdacht eines Geflügelpestausbruchs festgestellt worden. Auch im Kreis Minden-Lübbecke befindet sich aktuell ein Verdachtsfall in der Prüfung. Das teilt Pressesprecher Florian Hemann am Mittwoch mit.

Um die weitere Verbreitung der Geflügelpest zu stoppen, wird auf Weisung des NRW-Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz in ganz Ostwestfalen die Aufstallpflicht für alle Geflügelbestände angeordnet. Hierzu habe das Veterinäramt eine Allgemeinverfügung erlassen, die ab dem 4. März gelte, heißt es.

Tiere besonders aufmerksam beobachten

Dann müssen alle Personen, die Geflügel draußen halten (auch Hobbyhalter), ihre Tiere aufstallen oder unter einer Vorrichtung halten, die überdacht ist und eine Seitenbegrenzung hat, damit Wildvögel nicht eindringen können, teilt der Kreis mit. "Alle Geflügelhalter sollten ihre Tiere jetzt besonders aufmerksam beobachten. Bei Auffälligkeiten wie zum Beispiel Verlusten, Apathie, Leistungseinbußen, die auf eine Erkrankung hinweisen können, ist sofort die betreuende Tierarztpraxis einzuschalten; liegen Verdachtsmomente für einen Seuchenfall vor, ist vom Tierhalter unverzüglich das Veterinäramt zu benachrichtigen."

Bei der hochpathogenen Aviären Influenza (Vogelgrippe) handele es sich um eine hochansteckende, anzeigepflichtige Viruserkrankung des Geflügels. Bislang gebe es keine Hinweise auf Erkrankungen von Menschen mit dem aktuellen Typ des Vogelgrippe-Virus. Ein erhöhtes Risiko für die Allgemeinbevölkerung bestehe nicht. "Auch bei engem Kontakt wie in der Geflügelhaltung sind beim Einsatz adäquater Schutzmaßnahmen Übertragungen auf den Menschen unwahrscheinlich", teilt der Kreis mit.

Das sind die Vorsichtsmaßnahmen

Der Ausbruch der Geflügelpest könne aber immense wirtschaftliche Folgen für die Geflügelhalter, Schlachtstätten und die verarbeitende Lebensmittelindustrie haben. Vor diesem Hintergrund seien Geflügelhalter verpflichtet, ab sofort eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen strikt zu beachten. Dabei sei es besonders wichtig, den Kontakt zwischen Haus- und Wildgeflügel, auch indirekt, zu vermeiden. Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen das Geflügel in Berührung kommen kann, müssten für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden. Personen- und Fahrzeugverkehr auf dem Gehöft und in den Stallungen seien auf ein Minimum zu reduzieren.

Es sollten Aufzeichnungen über Personen geführt werden, die Kontakt zum Geflügel, den Stallungen oder Vorratslagern für Futter haben. Der Zutritt zu den Stallungen habe nur in Schutzkleidung zu erfolgen. Es werde empfohlen, an den Stallzugängen Desinfektionseinrichtungen aufzustellen. Herkunft und Verbleib von Zu- und Verkäufen seien lückenlos zu dokumentieren.

Sollte eine Geflügelhaltung bislang nicht bei der Tierseuchenkasse NRW und dem Veterinäramt registriert sein, müsse die Anmeldung des Federviehs dringend nachgeholt werden.

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