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Hunderte von Bürgern aus Lübbecke und Umgebung bekannten sich auf dem Lübbecker Marktplatz zu Europa - © Joern Spreen-Ledebur
Hunderte von Bürgern aus Lübbecke und Umgebung bekannten sich auf dem Lübbecker Marktplatz zu Europa | © Joern Spreen-Ledebur

Lübbecke Hunderte Menschen bekennen sich zu Europa

Frank Hartmann
15.03.2019 | Stand 15.03.2019, 20:14 Uhr

Lübbecke. Stolz, Freude, Erleichterung – für die Ideengeber der Kundgebung auf dem Marktplatz, Andreas Schröder und Michael Hafner, war der frühe Freitagabend voller Emotionen. Und auch Gerd H. Niemeyer, Vorsitzender des Vereins Stockhausen für Europa, strahlte angesichts der gut 300 Bürger aller Altersgruppen, die sich auf dem Marktplatz einfanden, um ein klares Bekenntnis für Europa abzugeben. „Eine Veranstaltung in dieser Form", freute sich Niemeyer, „hat es in Lübbecke noch nie gegeben". Was die Veranstaltung, die gut 90 Minuten dauerte und von zahlreichen proeuropäischen Reden und Grußworten getragen wurde, zu etwas Besonderem machte, war die Vielfalt der Aktiven und der Zuhörer. Vom fähnchenschwingenden Kleinkind, über Schüler bis zu Teilnehmern im Seniorenalter reichte die Bandbreite. Alle Lübbecker Ratsparteien waren vertreten, Landtagsabgeordnete, Europakandidaten. Darüber hinaus Vertreter aller weiterführenden Schulen und diverser gesellschaftlicher Gruppen und Vereine, darunter Leon Haver, Salim Khair-Khowa und weitere Mitglieder der A-Jugend des BSC Blasheim, die sich als Ordner engagierten und Blätter mit dem Text des Beethoven-Stückes „Freude schöner Götterfunken" verteilten. "Das sind wir späteren Generationen schuldig" Begleitet von den Posaunenbläsern aus Lübbecke, Stockhausen und Blasheim war allen Rednern gemeinsam ihre Sorge um die gefährdete Demokratie, um Frieden und um eine „sichere, gemeinsame und gemeinschaftliche Zukunft" wie Schröder es ausdrückte. Die aktuelle Situation und die EU-Feindlichkeit verlangten, „dass wir stärker für die Europäische Union als solche einstehen, so wie wir es heute gemeinsam tun. Das sind wir unseren nachfolgenden Generationen schuldig", betonte die Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann. Während Bürgermeister Frank Haberbosch und Katrin Westermann vom FC Lübbecke den Schwerpunkt auf internationale Städte- und Vereinspartnerschaften legten, betonte Winkelmann einen „nie da gewesenen Wohlstand". Wenn heute jemand bei der IMA, bei Gauselmann oder Wortmann beschäftigt sei, „hängt dieser Arbeitsplatz oft auch mit der EU zusammen". Lügen werden verbreitet und gelaubt Die Grundsatzrede, für die er zwischendurch immer wieder Applaus bekam, hielt Gerd H. Niemeyer. Der stellte fest, dass mit großer Unverfrorenheit Lügen verbreitet und geglaubt würden: „Wir distanzieren uns von solchen Verhaltensweisen, weil damit elementare Funktionen einer demokratischen Gesellschaft infrage gestellt werden, denn für ein gedeihliches Zusammenleben sind zivilisierte Umgangsformen unerlässlich." Niemeyer führte aus, dass es in der Welt keine einfachen Antworten mehr gebe: „Schon gar nicht in einer Demokratie, die per Definition keine leichte Angelegenheit ist, sondern eine Regierungsform, die auf die ernsthafte Mitarbeit ihrer Bürgerinen und Bürger setzt." Ohne Eigeninitiative, ohne Engagement, ohne Einsatz, ohne ehrenamtliche Arbeit ganz vieler Menschen könne eine demokratische Gesellschaft nicht funktionieren. Abschließend hob Niemeyer für seinen Verein hervor: „Wir wären glücklich, wenn wir dank eines guten Europawahlergebnisses am Wahlabend mit Begeisterung singen könnten: „Freude schöner Götterfunken."

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