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Marcel Höcker (v.l.), Jan-Luca Grillemeier und René Knickmeier entwickelten im Rahmen des Wettbewerbs ein Stromausfallmeldesystem. Unterstützung bekamen sie vom Schulleiter Stefan Becker und ihrem Informatiklehrer Klaus-Dieter Nienstedt. - © Noah Brümmelhorst
Marcel Höcker (v.l.), Jan-Luca Grillemeier und René Knickmeier entwickelten im Rahmen des Wettbewerbs ein Stromausfallmeldesystem. Unterstützung bekamen sie vom Schulleiter Stefan Becker und ihrem Informatiklehrer Klaus-Dieter Nienstedt. | © Noah Brümmelhorst

Lübbecke Stromausfall macht erfinderisch

Wettbewerb: Das Berufskolleg Lübbecke geht mit einem eigenen Beitrag an den Start. Anlass für ihr Projekt war ein Stromausfall durch einen Blitzschlag

Noah Brümmelhorst
10.02.2019 | Stand 10.02.2019, 14:23 Uhr

Lübbecke. Sie sprudeln nur so vor Ideen, Innovationen und Visionen. Gerade Jugendliche machen sich zunehmend Gedanken über die technologische und naturwissenschaftliche Zukunft. Der Wettbewerb „Jugend forscht" bietet begeisterten Nachwuchsforschern eine Plattform, um ihre Ideen zu entwickeln, in die Tat umzusetzen und zu präsentieren. Insgesamt 12.150 Schüler und junge Erwachsene aus ganz Deutschland nehmen an dem Wettbewerb teil, drei von ihnen sind Schüler des Lübbecker Berufskollegs. Mit ihrer Idee eines Stromausfallmeldesystems wollen sie zeigen, was mit kleinster Technik alles möglich ist. Entwickelt haben das Projekt Jan-Luca Grillemeier (19), René Knickmeier (21) und Marcel Höcker (18) mit ihren Lehrern Klaus-Dieter Nienstedt und Andreas Winkelhaus. Am kommenden Samstag wird ihr Projekt beim Regionalwettbewerb in Herford vorgestellt und anschließend von einer Fachjury beurteilt. Die Idee zu dem Projekt kam den drei Schülern in ihrem direkten Umfeld: Bei Informatiklehrer Klaus-Dieter Nienstedt gab es im vergangenen Jahr in der Nähe seines Hauses einen Blitzeinschlag, der die Stromversorgung lahmlegte. Die Medikamente im Kühlschrank wurden unbrauchbar Da sich währenddessen niemand im Haus befand, blieb der Ausfall unbemerkt. Deshalb lief auch der Kühlschrank nicht mehr, in dem sich kühlpflichtige Medikamente befanden. Diese wurden durch den Stromausfall unbrauchbar. Um solche unglücklichen Konsequenzen eines Stromausfalls zu vermeiden, begannen die Nachwuchsforscher mit ihrer Arbeit. Seit Herbst 2018 forschen die Schüler nun an dem Projekt. Ihr Fachwissen konnten sie sich in der Arduino-AG aneignen, die die beiden Lehrer Nienstedt und Winkelhaus seit Jahren in den Schulferien anbieten. Der Arduino, ein kleiner Mikrocomputer, ist auch der Hauptbestandteil des Stromausfallsystems. Mit einem dazugehörigen Programm ist man in der Lage, Spannungsschwankungen zu messen. Wenn der Strom ausfällt, ist es nicht anderes als ein Spannungsabfall, den die Schüler mit dem System messen können. Das entwickelte System verfolgt das Ziel, Bewohner darüber in Kenntnis zu setzen, wenn der Strom ausfällt. Diese Information wird im Falle eines Ausfalls über eine SMS auf das Handy des Besitzers gesendet. „So kann auch von weiter Entfernung ein Stromausfall bemerkt und entsprechend Maßnahmen eingeleitet werden", erklärte Jan-Luca Grillemeyer. All das wurde in den vergangenen Wochen realisiert. „Aber auch nicht zu vergessen sind dabei die Fehlversuche zu Hause", so Nienstedt. Denn es wurde nicht nur in der Schule gearbeitet, Vieles musste zu Hause vorher genaustens konzeptioniert und erarbeitet werden. „Freiwillig kommen die Jungs hierher und programmieren" Ziel sei es nicht vorrangig zu gewinnen, sondern auch „Menschen für unser Projekt zu begeistern", so Grillemeier. Auch ihre Lehrer sind sehr stolz auf die Jungforscher: „Freiwillig kommen die Jungs hier her und programmieren", fasst Nienstedt zusammen. Das sei eine ganz tolle Leistung. Auch Schulleiter Stefan Becker ist überzeugt: „Generell ist das hier eine Technik-AG, in der Physik und Informatik verschmelzen." Das sei für die praktische Arbeit sehr hilfreich und für die Ausbildung von enormer Bedeutung und ein großer Mehrwert für das Berufskolleg. Aber auch Forschern entgeht manchmal etwas ganz offensichtliches. In dem System ist eine Telefonkarte verbaut, die bei Stromausfall die Nachricht an das Handy des Besitzers schickt. Trotz simuliertem Stromausfall gab es aber zu Beginn keine Nachricht: „Dann wunderten wir uns, dass das System nichts gesendet hat", so Nienstedt, „bis sich herausstellte, dass die Telefonkarte einfach abgelaufen war." Jetzt sei man aber vollkommen bereit für Herford und die Präsentation des Projekts.

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