Dichtes Gedränge: Auch vor dem Breakdancer war einiges los. Wer in dem Kult-Fahrgeschäft einen Platz ergattern wollte, musste flink sein. - © Tanja Dittmann
Dichtes Gedränge: Auch vor dem Breakdancer war einiges los. Wer in dem Kult-Fahrgeschäft einen Platz ergattern wollte, musste flink sein. | © Tanja Dittmann

Lübbecke Blasheimer Markt: Fahrspaß bis zum Abwinken

449. Auflage: Rund 300.000 Besucher genossen lustige und spektakuläre Karussellfahrten und zogen von Bude zu Bude. Einen kleinen Schreckmoment gab es am Samstagabend

Tanja Dittmann

Lübbecke-Blasheim. 45 Meter Flughöhe im Riesenkettenflieger, die Beschleunigung auf 130 Stundenkilometer in 42 Metern Höhe im „Fighter" oder die 360-Grad-Drehung in „The Beast" – so manchem Besucher wurde bei diesen Fahrgeschäften schon vom bloßen Zuschauen flau im Magen. Doch die langen Warteschlangen auf dem Blasheimer Markt sprachen für sich. Die waghalsigen Karussell-Profis schwangen sich in die Gondeln und drehten – oft begleitet von viel Gekreische – ihre Runden. Die einen kreischten vor purer Freude, die anderen, weil sie es hoch oben über Kopf vielleicht doch etwas mit der Angst zu tun bekamen. Manche wählten da im „Beast" lieber gleich die familienfreundliche Alternative einer Schaukelfahrt mit „nur" einer 120-Grad-Drehung. Nur ein paar Meter weiter war das Erschrecken sowieso Programm – die stockfinstere und nebelige Geisterstadt sorgte mit jeder Menge Gruselpotenzial für Erlebnisse, die dem einen oder anderen womöglich auch noch lange in Erinnerung bleiben. Für Nervenkitzel war mit der Geisterbahn und anderen spannenden Attraktionen jedenfalls reichlich gesorgt. Aber auch Klassiker wie der Breakdancer, der Musikexpress oder der Schmetterling erfreuten sich großer Beliebtheit und garantierten einen hohen Spaßfaktor. Und auch die Fahrt im Riesenrad, dem Wahrzeichen des Blasheimer Marktes, mit bestem Ausblick über das Gelände und das Lübbecker Land, ist für viele fester Bestandteil des Marktbesuchs. Backfisch gehört zur Tradition Ebenso zur Tradition gehört für nicht wenige Besucher der Genuss von knusprigem Backfisch. An wohl keinem anderen Stand warteten auch in diesem Jahr so viele hungrige Menschen. Das Anstehen lohne sich aber immer wieder, fand auch Florian Becker aus Pr. Oldendorf: „Der Backfisch gehört dazu, den esse ich hier seit mindestens zehn Jahren. Der schmeckt und es geht auch bei einer langen Schlange relativ fix". Gut gestärkt machte sich das feierlaunige Kirmesvolk abends auf in die Festzelte. Wo am Donnerstagabend schon Ballermann-Sängerin „Isi Glück" den Fans einheizte, machten die Live-Bands Sup-X" und Holy Moly bei Meier’s Deele nicht weniger Stimmung. Im Rose-Zelt wurde zu „Sister Act" und „7beats" gefeiert und bei Borchard mischten das „Chaos Team" und Stargast Axel Fischer mit seinem „Traum von Amsterdam" die Leute auf. Auch verschiedene DJs sorgten mit abwechslungsreicher Musik für Partystimmung. Jeden Tag am Start waren auch Jan Veldkamp, Philipp Wiegartz, Lars Eimertenbrink und Timo Koch. Der Blama sei Pflichtprogramm, waren sich die vier Börninghauser einig. „Wir nehmen hier auch eigentlich alles mit und ziehen von Bude zu Bude. Dosenwerfen, Frösche, Schießen, das ist alles mit dabei", erzählte Timo Koch unter Zustimmung seiner Freunde. Während in den Zelten das Leben tobte, herrschte auch draußen dichtes Gedränge. Viele Menschen schlenderten gemütlich entlang der Buden zwischen Kettenkarussell, Riesenrad und Breakdancer, stöberten auf dem Krammarkt und andere bahnten sich durch die Wege des Gewerbezelts. Der abwechslungsreiche Jahrmarkt hatte für jeden etwas zu bieten. Kabelbrand im Stromverteilerkasten am Festzelt Andreas Püfke, Sprecher der Stadt Lübbecke, blickte gestern freudig auf die viertägige Veranstaltung zurück. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Marktverlauf. Es gab keine größeren Zwischenfälle und die Besucherzahlen sind konstant. Auch die Schausteller berichten, dass sie immer wieder gern herkommen. Das liegt vor allem an dem Familiencharakter des Blamas", erklärte Püfke am Sonntag auf Anfrage der Neuen Westfälischen. Eine kleine Schrecksekunde gab es allerdings noch: Am Samstagabend wurde vom Festzelt Meier’s Deele gegen 21 Uhr ein Kabelbrand an einem Stromverteilerkasten gemeldet, für die gesamte Lübbecker Wehr wurde Großalarm ausgelöst. Die Feuerwehrkräfte vor Ort hatten die Situation jedoch schnell unter Kontrolle und konnten Entwarnung geben. Das leicht verrauchte Zelt musste nicht geräumt werden und der Stromverteilerkasten konnte an die Elektriker übergeben werden.

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